Tribune Das Totenglöckchen läutet schon

Tribune in Not: Der US-Medienkonzern steckt in massiven finanziellen Schwierigkeiten - und kann schon bald seine Zinsen nicht mehr bedienen.

Der US-Medienkonzern Tribune, zu dem auch die Los Angeles Times und der Chicago Tribune gehören, steckt offenbar in massiven finanziellen Schwierigkeiten.

(Foto: screenshot: chicagotribune.com)

Der Konzern erwägt offenbar einen Antrag auf Gläubigerschutz. Grund sei die Sorge, die hohen Zinsverpflichtungen im kommenden Jahr nicht bedienen zu können, berichtete das Wall Street Journal am Sonntag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Grund seien die gesunkenen Werbeeinnahmen.

Nach US-Recht kann sich ein Unternehmen unter Gläubigerschutz ohne den Zugriff von Kreditgebern umstrukturieren.

Der Chicago Tribune berichtete, der Mutterkonzern habe die Investmentbank Lazard und eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, die finanziellen Optionen zu prüfen. Ein Tribune-Sprecher habe dies bestätigt, allerdings sei bislang keinerlei Entscheidung getroffen worden.

Rascher Insolvenzantrag möglich

Dem Wall Street Journal zufolge, das gutinformierte Kreise zitiert, könnte bereits Anfang der Woche ein Insolvenzantrag gestellt werden.

Der Medienkonzern Tribune ist nicht börsennotiert. Das Unternehmen hatte im November für das dritte Quartal einen Verlust im operativen Geschäft von 124 Millionen Dollar ausgewiesen, nach einem Gewinn von 84 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging um zehn Prozent auf eine Milliarde Dollar zurück. Die Schulden seien von 9,4 Milliarden Doller im Vorjahr auf 11,8 Milliarden Dollar in diesem Jahr gestiegen, hieß es.

Die Tribune-Gruppe, die vor einem Jahr vom Immobilienmogul Sam Zell übernommen worden war, gibt insgesamt neun Zeitungen heraus. Außerdem gehören dem Unternehmen mehrere TV-Sendern und der Baseball-Club Chicago Cubs.

Auf eine eher ungewöhnliche Weise geht hingegen die südafrikanische Wirtschaftszeitung Business Day mit der Finanzkrise und dem damit schwindenden Anzeigenaufkommen um. Chefredakteur Peter Bruce schrieb am Montag in einem Leitartikel, dass auch Südafrikas wichtigstes Wirtschaftsblatt unter der Krise leide, aber Entlassungen zu vermeiden suche. Neben der vorweihnachtlichen Verringerung der Seitenzahl werde daher die Zeitung zwischen dem 24. Dezember und dem 5. Januar 2009 eine "Auszeit" nehmen und nicht erscheinen. "Das ist eine Premiere für Business Day und es tut mir leid, dass wir uns dazu gezwungen sehen", schrieb Bruce.