Die Europäische Zentralbank wird keine Gelddruckmaschine. Von Euro-Bonds spricht vorerst keiner mehr: Beim Straßburger Tischgespräch zieht Kanzlerin Merkel Frankreichs Präsidenten Sarkozy und Italiens neuen Premier Monti auf ihre Seite. Die Drei wollen nun die EU-Verträge ändern - um Schuldensünder automatisch härter bestrafen zu können.
Europa wird im Kampf gegen die Schuldenkrise wohl dem Weg der Kanzlerin folgen: Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nicht zur "Bazooka" ausgebaut und erhält keine Lizenz zum unbegrenzten Gelddrucken. Und auch von ihrem Nein zu Euro-Bonds hat sich die Kanzlerin beim Mittagessen mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und Italiens neuem Regierungschef Mario Monti nicht abbringen lassen. Es scheint, als hätte sich die Kanzlerin wieder einmal gegen das EU-Ausland durchgesetzt, zumindest vorerst.
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Die drei Politiker einigten sich in Straßburg ganz im Sinne Merkels: In den kommenden Tagen wollen sie nun gemeinsame Vorschläge zur Änderung der EU-Verträge vorstellen. Staaten, die schlecht wirtschaften, sollen härter und schneller bestraft werden. Monti sagte, künftige Haushaltssanktionen sollten so automatisch wie möglich greifen. Die Vorschläge sollen noch vor dem EU-Gipfel am 9. Dezember präsentiert werden, sagte Sarkozy.
"Wir müssen Schritte in Richtung einer Fiskalunion gehen", sagte Merkel. Konstruktionsschwächen der Währungsunion sollen schrittweise beseitigt werden. Wer gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt verstoße, müsse "zur Rechenschaft gezogen werden können". Bisher sei mehr als 60 Mal gegen den Pakt - der eine Obergrenze für die Neuverschuldung vorsieht - verstoßen worden, ohne dass es zu Konsequenzen gekommen sei.
Sarkozy sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz, die drei Länder hätten volles Vertrauen in die Europäische Zentralbank und würden keine Forderungen an sie stellen. Das klingt, als wäre Frankreichs Staatschef vor der Kanzlerin eingeknickt: Denn bisher warb er dafür, dass die EZB vermehrt die Staatsanleihen überschuldeter Euro-Staaten kaufen solle. So könnten sich auch die Staaten frisches Geld leihen, die auf den privaten Kapitalmärkten nur sehr schwer an Geld kommen. Deutsche Politiker und die Bundesbank befürchten aber, dass dies die Inflation anheizen könnte. Merkel sagte nach dem Treffen, die Bank sei nicht für die Lösung von Staatskrisen, sondern "für die Geldpolitik zuständig, für die Stabilität des Geldes", sagte die Kanzlerin.
Auch vor der Einführung von Euro-Bonds warnte sie. Dadurch würde das Zinsniveau nivelliert. Die unterschiedlichen Zinsen zeigten aber, "wo noch etwas getan werden muss". Als einziges Euro-Land sperrt sich Deutschland gegen die gemeinsamen europäischen Anleihen.
Auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso will sie einführen. Das Argument der Befürworter: Bürgt die gesamte EU - also vor allem Deutschland - für ein gemeinsames Papier, werden mehr Anleihen verkauft und wird es für schwächere Staaten einfacher, sich Geld zu leihen. Deutschland befürchtet, dass die Garantie den Spar-Anreiz für ärmere Staaten senke.
Die Kanzlerin hatte Probleme gehabt, überhaupt zum Mittagessen zu erscheinen: Der Regierungsflieger konnte auf dem Weg nach Straßburg wegen eines Defekts am Vorflügel in Berlin nicht abheben. Innerhalb von 20 Minuten war die Delegation aber in eine Ersatzmaschine vom Airbus-Typ A 319 umgestiegen. Am Ende kam Merkel nach Angaben der Flugbereitschaft mit acht Minuten Verspätung am Zielort an.
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(dpa/Reuters/jab/aum)
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Erster Schritt: 400 Milliarden um andere Staaten vor der Ansteckung zu schützen
Zweiter Schritt: 800 Milliarden um eine Kernschmelze der Banken zu verhindern
Dritter Schritt: 800 Milliarden um Italien zu retten
Vierter Schritt: Einleitung des Insolvenzverfahrens für die BRD
Und diese Schritte des Schneeballsystems könnten innerhalb eines Jahres erledigt
werden, so dass wir mit der Eurokrise zügig vorankommen!!!
Entweder aus völliger Unkenntnis oder in der Absicht die Lerserschaft vorsätzlich mit populistischen Schlagwörtern wie "Bazooka" und "Gelddrucken" hinters Licht zu führen werden vernüftige Lösungen zur Krisenbewältigung vom Diskurs von vornherein ausgeschlossen.
Der Autor dieses Artikels und alle, die sich gegen eine Gelschöpfung durch die Zentralbank aussprechen, mögen doch bitte erklären, weshalb sie andererseits die Geldschöpfung durch die Privatbanken nicht als Übel betrachten. Unser Geld regnet so wenig vom Himmel ins Portemonnaie, wie die Milch aus der Tüte kommt. Je mehr sich der bargellose Zahlungsverkehr Im Laufe der Jahre durchgesetzt hat, je geringer ist der Anteil der Gelschöpfung durch die Länderbanken (ca. 20% für Scheine und Münzen) und um so größer der Antel der Privatbanken (ca. 80% Giralgeld) geworden. Da Privatbanken aber nur dann Kredite ausgeben (d.h. Geld schöpfen) wenn dies ihrer Profitmaximierung dienlich ist, nicht aber wenn es Volkswirschaftlich sinnvoll wäre, wurden immer mehr Gelder für Spekulationen in den Asset-Markt (Aktien, Anleihen, Derivate, Futures auf Rohstoffe u. Lebensmittel und weiteres Zeugs) gepumt, während die Realwirschaft eher knapp gehalten wurde. Deshalb haben wir eine hohe Inflation in den Asset-Märketen und Blasenbildung.
Würde auch die Gelschöpfung von Giralgeld der Zentralbank übertragen werden, könnte diese, unter entsprechenden Rahmenbedingungen, zum Wohle der Allgemeinheit beitragen. Für die Banken wäre dies allerdings ein Verlust von Geschäft und Einfluss, weshalb Lobbyisten in Politik und Medien dagegen hetzen.
Als 2007 die Bankenkrise ausbrach, waren plötzlich alle Keynsianer und nun bietet die Schuldenkrise (die ja eigentlich eine Bankenkrise ist) den geeigneten Vorwand, den schon tot geglaubte Neoliberalismus auszugraben.
derstandard.at/1319183327280/Videocast-von-Robert-Misik---Folge-208-Der-Bloedsinn-Schuldenbremse
aber meist trifft sie die Falschen. Die wirklich Reichen und Mächtigen haben vorher ihre Assets in die Realwirtschaft umgerubbelt. Sie stehen danach besser da als vorher. Ein systemimmanenter Vorteil sozusagen.
Wem die Demokratie als Staatform und eine wirklich soziale Marktwirtschaft am Herzen liegt, der sollte jetzt mehr tun, als nur inflationieren. Sonst wären wir nicht besser, als der britische oder amerikanische Kapitalismus. Wir sollten aber Besseres anstreben. Dies setzt eine Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaften, Gerechtigkeit und den hieraus zu setzenden Grenzen voraus. Ich denke mal, Merkel beginnt das zu reflektieren, auch wenn sie es so noch nicht sagt. Ich denke auch, die anderen, wie Sarko und Monti, oder Barroso, sind davon nocht weiter weg.
Der gesellschaftliche Prozeß darüber in Europa muß aber jetzt beginnen.
... müsse "zur Rechenschaft gezogen werden können".
Selten ein übleres Merkelgewäsch gehört als dieses.
Will sie den Menschen der betroffenen Länder die Menschenrechte aberkennen und Arbeitslager einführen, damit diese "faulen" Südländer endlich mal ihre Schulden abarbeiten?
Oder will sie Strafgelder kassieren, damit die Volkswirtschaften noch mehr verarmen?
Das möchte ich mal erleben, wie der Deutsche Michel den Französischen Freigeist "bestraft". Will sie einmarschieren?
Dann will sie noch eine "Fiskalunion" - genau das, was alle die schon IMMER wollten, die einst an ein humanistisch verfasstes Vereintes Europa geglaubt haben.
Ich will eine europaweite Demokratie, und die hat die Merkel in weitere Ferne befördert als alle ihre unseligen Vorgänger zusammen...
Sie projezieren die Vergangenheit in die Zukunft bei vollkommen veränderten Prämissen der Geldpolitik.
Paging