Thyssen-Krupp hat angebliche Verkaufspläne der mit Steuergeld subventionierten Transrapid-Technologie nach China dementiert. Auch chinesische Experten halten eine Übernahme für unwahrscheinlich.
Nach dem Scheitern des Transrapid-Projekts in München hat Thyssen-Krupp angebliche Überlegungen zum Verkauf der Rechte an dem Magnetbahnsystem zurückgewiesen. "Wir vertrauen weiter auf die Transrapid-Technologie", sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Industriekonzerns am Freitag zu sueddeutsche.de. Vorrangiges Ziel sei, die Verlängerung der Schanghai-Strecke zu realisieren. Eine Lizenzvergabe blieb jedoch nicht ausgeschlossen.
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Die Welt hatte unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, der Düsseldorfer Industriekonzern wolle in den nächsten Wochen Verhandlungen über die Transrapid-Rechte mit der chinesischen Regierung aufnehmen. Möglich seien sowohl eine Lizenzvergabe als auch der vollständige Verkauf. Letzteres würde den Abbau von 220 Arbeitsplätzen in Kassel bedeuten.
Chinesische Experten halten einen Verkauf der Antriebstechnologie an China für "unwahrscheinlich". Das sagte am Freitag der Vizedirektor des Eisenbahn-Instituts der Schanghaier Tongji-Universität, Xie Weida, die eng an der Entwicklung der weltweit einzigen kommerziellen Transrapid-Strecke vom Schanghaier Flughafen Pudong in die Innenstadt beteiligt war.
Der Professor reagierte skeptisch auf den Zeitungsbericht über Verkaufspläne von Thyssen-Krupp. China verfüge zwar bereits über eine Transrapid-Strecke und damit die Grundlage für das Verkehrssystem. Der Preis für die Kerntechnologie des Transrapids dürfte aber äußerst hoch sein, sagte Xie Weida weiter.
China könne ein Angebot "vorsichtig" prüfen. Käme es zu einem Verkauf, könnten die Chinesen die Magnetbahn selbst nachbauen und international vermarkten. Kenner des Projekts in Peking erklärten, dass China zwar nicht ohne die Schwebetechnik auskommen könne, wenn es die Magnetschwebebahn weiterentwickeln wolle. Für den Antrieb sei aber auch die Betriebsleittechnik erforderlich, die beim Transrapid vom Elektrokonzern Siemens stammt.
Der Plan einer umstrittenen Verlängerung der Schanghaier Strecke befinde sich derzeit noch in der Diskussionsphase, sagte der Professor weiter. Wegen massiver Anwohnerproteste war der Ausbau der Magnetbahnstrecke zum zweiten städtischen Flughafen Hongqiao und in die Nachbarstadt Hangzhou auf Eis gelegt worden. Schanghais Bürgermeister Han Zheng hatte vor wenigen Wochen die ursprünglich geplante Fertigstellung bis zur Expo 2010 ausgeschlossen.
An Chinas Erfolg teilhaben
Laut dem Bericht der Welt rechne Thyssen-Krupp offenbar damit, durch eine Lizenzvergabe einen hohen zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Millionenbetrag zu erzielen. "Mit diesem Geld könnten dann die Arbeitsplätze in Kassel finanziert werden", zitiert die Zeitung.
Nicht nur wegen der Arbeitsplätze ziehe Thyssen-Krupp die Lizenzvergabe dem Komplettausstieg vor. Vielmehr gehe es darum, auch an einem möglichen Erfolg in China partizipieren zu können. "Sind erst einmal drei Trassen in China erfolgreich in Betrieb, wird das Interesse am Transrapid weltweit schnell steigen", heißt es weiter.
Der vollständige Verkauf der Transrapid-Technologie wäre dem Bericht zufolge ein herber Rückschlag für den Forschungsstandort Deutschland. Denn der Bund und die Wirtschaft haben in den vorigen Jahrzehnten rund 2,4 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung der Magnetbahn-Technologie gesteckt.
Schon seit längerem ist die chinesische Regierung daran interessiert, die vollständige Transrapid-Technologie zu erhalten. Bisher haben die Asiaten über eine Lizenz lediglich Zugriff auf die Fahrwagen. Dafür haben die Chinesen dem Bericht zufolge 80 Millionen Euro an Thyssen-Krupp gezahlt.
Das Herzstück hingegen, das Antriebs- und Steuerungssystem, liegt weiterhin in deutscher Hand und wurde auch beim Bau der Schanghaier Transrapid-Bahn vom Konsortium von Thyssen-Krupp und Siemens nicht aus den Händen gegeben.
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(sueddeutsche.de/Reuters/AP/dpa-AFX/mel/jkr/mel)
Der Transrapid benötigt trotz des höheren Luftwiderstandes bei einer Geschwndigkeit von 500 kmh trotzdem nur einen Bruchteil an Energie, den ein ICC benötigt.
Denn er wiegt gegenüber einem ICC fast nichts. Der Transrapid schwebt, es gibt keinerlei Reibungsverluste, und die ins Gewicht fallende Technik liegt in der Schiene, der ICC muß dagegen seine Antriebskräfte in Form schwerer E-Motoren mit sich mitschleifen.
Was den Transrapid unwirtschaftlich macht, sind ausschließlich seine Investitionskosten.
Lesen Sie mal, was ich unten geschrieben habe. Ich habe nie behauptet, daß die gesamte Strecke unter Strom stehen muß. Aber da nur immer kleine Streckenabschnitte unter Strom stehen, muß entlang der gesamten Trasse Strom bereit gehalten werden. Und das erfordert Bereitschaftsenergie und damit im Zweifelsfall den Betrieb von mehr Kraftwerken.
Im Übrigen kostet die Betontrasse alleine schon viel mehr Geld, ganz abgesehen von dem enormen Aufwand für die Parallelmotortechnik entlang der gesamten Trasse mit ihrem enormen Kupferverbrauch.
Insgesamt auf Dauer unrentabel. Nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch sinnvoll.
Verleihnix1: "Kein Mensch redet davon, daß die gesamte Strecke dauerhaft unter Strom stehen würde."
Mein Fehler, streichen Sie meinen letzten Kommentar ^^
Ich habe mal Elektro-Technik als Beruf gelernt und kurzzeitig in meiner Jugenphase darin gearbeitet, aber ehrlich mit Arbeit versaut man sich sein Leben und Zocken an den Börsen ist mir wirklich lieber. :o)))
Mir ist nicht klar von wo Sie Ihre Informationen beziehen. Es steht immer nur der kurze Abschnitt des Fahrwegs unter Strom, auf dem sich das Fahrzeug gerade befindet. Anders als bei den Hochspannungsleitungen normaler Zugsysteme.
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