Von Dominik Hutter und Joachim Käppner

Die beteiligten Unternehmen wollen angeblich auf große Gewinne beim Transrapid verzichten. So soll der Preis gehalten werden.

Der Spruch mit dem Autohändler machte mehrere Jahre lang die Runde: Neuwagen müssen vom Käufer, nicht vom Hersteller bezahlt werden, lautete der gerne bemühte Vergleich, mit dem die Industrie ihr kategorisches Nein zu einer Mitfinanzierung der Münchner Transrapidstrecke begründete. Montagnacht gaben die Vertreter von Siemens und Thyssen-Krupp nach: Jeweils 25Millionen Euro tragen die Unternehmen zum Gelingen des gemeinsamen Werkes bei.

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Geschwindigkeitsrausch: Der Transrapid wurde durchgewunken, obwohl die Finanzierung noch nicht endgültig geklärt ist. (© Foto: AP)

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Die entsprechende Vereinbarung mit Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und der Bahn wurde noch am selben Abend unterzeichnet. Etwa 23 Uhr war es da schon, die Gespräche in der Münchner Staatskanzlei hatten sich über Stunden gezogen. Zur Feier des Tages servierte der Hausherr Champagner - zum Erstaunen von Minister Erwin Huber, der derlei Ausschweifungen in der Staatskanzlei noch nicht erlebt hatte.

Ob der Transrapid in München wirklich gebaut wird, ist freilich durch eine solche Vereinbarung noch nicht entschieden. Selbst Skeptiker müssen nun aber einräumen, dass der Schwebeflitzer gen Airport sehr viel wahrscheinlicher geworden ist. Es gibt kein Zurück mehr, betont Stoiber. Sollten, was aus Sicht des CSU-Politikers nicht zu erwarten ist, die Kosten doch noch ansteigen, müsse dieses Problem durch erneute Verhandlungen gelöst werden. Solange es aber dafür keine konkreten Hinweise gebe, rechnen Politik wie Industrie weiter mit den immer wieder publizierten 1,85 Milliarden Euro - einer Zahl, die von 2002 stammt und 2004 an die Preisentwicklung angepasst wurde.

"Es ist alles entschieden"

Diese Summe habe man seit Montagabend beisammen. "Es ist alles entschieden, was im Moment entschieden werden kann", freut sich Huber. Ob noch ein paar Posten hinzukommen, sei seriös erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens zu berechnen - wenn feststeht, ob die Baugenehmigung mit Auflagen versehen ist. Große Sorge hat Huber offenbar nicht. "Der Transrapid wird gebaut", frohlockt der Minister, der diese Auskunft sogleich als "Nachricht des Jahres" bezeichnete.

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