Die beteiligten Unternehmen wollen angeblich auf große Gewinne beim Transrapid verzichten. So soll der Preis gehalten werden.
Der Spruch mit dem Autohändler machte mehrere Jahre lang die Runde: Neuwagen müssen vom Käufer, nicht vom Hersteller bezahlt werden, lautete der gerne bemühte Vergleich, mit dem die Industrie ihr kategorisches Nein zu einer Mitfinanzierung der Münchner Transrapidstrecke begründete. Montagnacht gaben die Vertreter von Siemens und Thyssen-Krupp nach: Jeweils 25Millionen Euro tragen die Unternehmen zum Gelingen des gemeinsamen Werkes bei.
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Geschwindigkeitsrausch: Der Transrapid wurde durchgewunken, obwohl die Finanzierung noch nicht endgültig geklärt ist. (© Foto: AP)
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Die entsprechende Vereinbarung mit Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und der Bahn wurde noch am selben Abend unterzeichnet. Etwa 23 Uhr war es da schon, die Gespräche in der Münchner Staatskanzlei hatten sich über Stunden gezogen. Zur Feier des Tages servierte der Hausherr Champagner - zum Erstaunen von Minister Erwin Huber, der derlei Ausschweifungen in der Staatskanzlei noch nicht erlebt hatte.
Ob der Transrapid in München wirklich gebaut wird, ist freilich durch eine solche Vereinbarung noch nicht entschieden. Selbst Skeptiker müssen nun aber einräumen, dass der Schwebeflitzer gen Airport sehr viel wahrscheinlicher geworden ist. Es gibt kein Zurück mehr, betont Stoiber. Sollten, was aus Sicht des CSU-Politikers nicht zu erwarten ist, die Kosten doch noch ansteigen, müsse dieses Problem durch erneute Verhandlungen gelöst werden. Solange es aber dafür keine konkreten Hinweise gebe, rechnen Politik wie Industrie weiter mit den immer wieder publizierten 1,85 Milliarden Euro - einer Zahl, die von 2002 stammt und 2004 an die Preisentwicklung angepasst wurde.
"Es ist alles entschieden"
Diese Summe habe man seit Montagabend beisammen. "Es ist alles entschieden, was im Moment entschieden werden kann", freut sich Huber. Ob noch ein paar Posten hinzukommen, sei seriös erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens zu berechnen - wenn feststeht, ob die Baugenehmigung mit Auflagen versehen ist. Große Sorge hat Huber offenbar nicht. "Der Transrapid wird gebaut", frohlockt der Minister, der diese Auskunft sogleich als "Nachricht des Jahres" bezeichnete.
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Es ist einfach nicht richtig, dass man bei den diversen ICE nicht auf die mangelnde Rentabilität hingewiesen hat, als (bereits zu niedrige) Baukosten angesetzt wurden; sie wurden aber mit ähnlichen Argumenten wie heute beim TR niedergeschmettert. Sich jetzt noch im selben Maß über das erledigte Milliardengrab aufzuregen, wie über das kommende mit dem TR ist so, als würde ich über das Wetter von gestern stundenlang grübeln, nur weil es heute auch schlecht ist; heute kann ich 'nen Schirm aufspannen, auch wenn ich gestern vielleicht nass geworden bin.
Also, wehret den Anfängen. Die 1,8 Mrd. sind ebenso unseriös, wie die damaligen Zahlen, aber hier kann man die Ausgabe noch beeinflussen.
Ebenso unrichtig sind die angeblich sorglosen Ausgaben bei diversen historischen Projekten; was der "schöne" Stilmix beim Petersdom auch zeigt. Aber vielleicht war der Vergleich nicht so weit hergeholt: Der Dom wurde zur höheren Ehre Gottes errichtet, der TR soll wohl zur höheren Ehre des/der "Göttlichen" dienen. ;-)
übrigens, Kanalisation und Wasser dienen dem Wohl der Allgemeinheit und werden deshalb von ihr finanziert; sicher könnte man die auch privatisieren und dann rentabel machen, dann wird's aber höllisch teuer. Der TR dient nun wirklich nur einer Minderheit. Interessant finde ich auch die Argumentation, dass man sich den TR "verdient" hätte, weil man so selbstlos den Flughafen fördert. Und ich dachte, die Vielflieger nutzen ein bequemes und schnelles Verkehrsmittel, weil es ihnen hilft, und sie bekommen die Reisekosten eh von der Firma ersetzt, die sie wieder schön abschreiben kann. *^^*
@BennoR
Die Anmerkung München - Nürnberg oder Frankfurt - Köln mit dem ICE sind durchaus begründet. Leider ist hier der Wille der Bahn ausschlaggebend. Warum wurde vor gut 10 Jahren auf den ICE gesetzt und nicht auf den Transrapid ? Der ICE kann auf herkömmlichen Strecken fahren und ist damit ein Verkehrsmittel das vor allem eines kann. Zuschläge kassieren. Ich habe es schon selbst erlebt, mit dem ICE von Regensburg nach Dortmund in 7,5 Stunden also Durchschnittsgeschwindigkeit unter 100 km/h, trotzdem muss man ICE-Zuschlag bezahlen. Ähnliches gilt für die Strecke Stuttgart-München früher mit IR und D-Zügen heute mit ICE kaum schneller, dafür aber teurer.
Dies erscheint mir ein gutes Beispiel dafür, wie ein Monopol-Betrieb den Vorschritt verhindert um alte Technik einzusetzen und mit neuer Technik auf alten Verkehrswegen Geld scheffelt. Ich denke Mehdorn wollte den Transrapid gar nicht, siehe mein Text 2 drunter über die Preiserhöhung. Es paßt nicht in ein Konzept bei dem es darum geht viel Geld zu verdienen und nicht Leute schnell von A nach B zu bringen. Der Transrapid in Münnchen wird zeigen, wie fortschrittlich das System ist und wie sehr die bisher verwendeten Systeme an der falschen Infrastruktur kranken. Umd dafür bezahlen wir letzten Endes alle. Nicht der Transrapid ist teuer sondern die derzeitige ICE-Struktur sind für uns alle teuer. Ich schätze den derzeitigen ICE-Streckenanteil auf dem emhr als 200 km/h gefahren wird für unter 50 %. Und dafür zahlen wir einen knackigen Zuschlag.
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Ich gehöre zu demjenigen Teil der Bevölkerung, die die Transsrapidstrecke "München «» München-Flughafen" so notwendig wie den Kropf von der Oma erachten.
Die bayerische Staatsregierung hat ins Niemandsland einen riesigen Flughafen gesetzt und sich nach der Fertigstellung Gedanken über die Verkehrsanbindung gemacht. Hier hat sich schon ein CSU-Vorsitzender und bayrischer Ministerpräsident ein Denkmal gesetzt. Da bei der CSU jeder noch so große Quatsch des Übervaters Strauß gutgeheißen und in verklärtem Licht gesehen wird, sollen alle Betroffenen das Credo der Partei nachbeten. Bei diesem Flughafen wird durch künstlich generiertem Umsteigeverkehr eine Bedeutung vorgegaukelt, die er in keiner Weise hat. Aber irgendwie muß ja die 3. Startbahn ihre Berechtigung haben. Da Herr Stoiber die Fußstapfen seines Mentors nicht ganz ausfüllte darf er sich auch ein Denkmal setzen, etwas kleiner halt, aber ein paar Milliarden darf es schon kosten.
Es geht mir nicht darum eine zukunftsweisende Technologie zu verdammen. Ich genoß letztes Jahr eine Fahrt auf der Versuchsstrecke im Emsland. Beeindruckend.
Beeindruckend ist aber auch die Borniertheit der Politik, die Trassen, auf denen der Transrapid seine Geschwindigkeit ausspielen könnte, mit der herkömmlichen Rad-Schiene-Technik bauen ließ. In Bayern ist es die Strecke München-Nürnberg, die erst vor Kurzem fertiggestellt wurde und die mit einem Milliardenaufwand in die Landschaft betoneirt wurde. Warum hat sich hier der scheidende Ministerpräsident nicht vehement für die neue Technologie eingesetzt? Mußte hier noch eine stattliche Mitgift Herrn Wiesheu mitgegeben werden, damit der Wechsel vom Ministerposten in den Bahnvorstand leichter von Statten geht. Die Neubaustrecke Frankfurt-Köln, ebenfalls mit einem irrsinnigen Aufwand in die Landschaft betoniert. Eigentlich prädestiniert für den Transrapid. Wo waren hier die Vorstände von Siemens, wo war hier Herr Stoiber.
Für die kurze Strecke von München zum Münchner Flughafen wird jetzt eine Verkehrsmittel eingesetzt, daß im innerdeutschen Verkehr das Flugzeug ersetzten könnte. Welch ein Irrsinn! Oder ist die Technologie so wenig ausgereift, daß nur kurze Strecken überbrückt werden, da man zur Not auch mit der S-Bahn oder mit dem Auto fahren kann.
Ich habe den Beitrag über Mehdorn und seine Vorgehensweisen gegen Politiker auch gesehen. Man muss aber eins sehen, Mehdorn ist leider sehr intelligent. Natürlich profitiert auch die Bahn vom Transrapid und Mehdorn mußte noch einmal 50 Mio. drauflegen. Freiwillig, ich denke nicht, da wird mit harten Bandagen gekämpft. Die andere Frage wäre, gäbe es ohne Transrapid bei der Bahn keine Preiserhöhung ? Sicher nicht, die nächste Preiserhöhung war so und so beschlossen. Die Preise standen ja schon fest, man imterschreibt nicht den Transrapid-Vertrag, rechnet dann aus, weiviel die Preise erhöht werden müssen und dies innerhalb eines oder zwei Tagen. Das war lange geplant und hat mit dem Transrapid wenig zu tun. Schon eher damit die teuren ICE-Trassen zu refinanzieren. Und da ist Mehdorn sicher sauer auf die Politik, da die ICE-Trassen deutlich weniger von Bund und Ländern mitfinanziert werden als der Transrapid.
Was erreicht Mehdorn mit seiner Veröffentlichung der Preiserhöhung am Tag der Transrapid-Entscheidung. Jeder Bahnfahrer in Deutschland denkt nun, die Preiserhöhung dient der Finanzierung des Transrapid und die Politiker haben den schwarzen Peter. Für mich ist das ne klare Retourkutsche von Mehdorn an die harten Verhandlungsführer. Denn wenn man die Einahmen der Bahn aus dem Personenbeförderungsgeschäft die ca. 12 Mrd Euro sind zu grundelegt, dann ist die Preiserhöhung von 3 % etwa 350 Mio. also bereits im ersten Jahr deutlich mehr als der Transrapid-Anteil der Bahn. Oder enkt hier irgendwer, das Mehdorn nach 9 Monaten die Preise wieder senkt und sagt nun ist der Transrapid für die Bahn finanziert.
Zurück zum Fernsehbericht, der besagt genau das, nämlich das Mehdorn Politikern die nicht nach seinem Willen entscheiden einen reinwürgt. Und genau das ist gestern passiert. Beginnt endlich die Charaden der Politiker zu erkennen. Die Preiserhöhung hat nichts mit dem Transrapid zu tun, die Veröffentlichung am gestrigen Tag allerdings ist genau wegen dem Transrapid passiert um Leute zu diskreditieren.
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Das ist ein nationales Projekt und als solches zu bewerten. Es ist sinnvoll, dass in Deutschland eine Transrapidstrecke gebaut wird. Man vergleiche die Summen, die wir über die EU für die Infrastruktur süd- und osteuropäischer Länder ausgeben. Das sind, über mehrere Jahre gesehen, zweistellige Milliardenbeträge. Wahr ist freilich auch, dass Bayerns Sparkurs sogar Kürzungen bei der Schuldnerberatung mit sich brachte und das Verständnis der Bevölkerung für Leuchtturmprojekte langsam erschöpft ist. Man kann nur hoffen, dass die neuen Verantwortlichen in Bayern wieder zu mehr Ausgewogenheit zurückfinden.
Trotz alledem erscheint mir die Transrapid-Trasse in München sinnvoll, höchstwahrscheinlich ist sie in zehn Jahren gar nicht mehr wegzudenken. Bei den Tunnels auf dem Mittleren Ring ist es auch so - damals mit einem knappen Bürgerentscheid durchgesetzt.
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