Nicht nur in Deutschland gehen die Lokführer auf die Barrikaden - auch in Frankreich stehen Züge still. Aus Protest gegen Renten-Reformen.
Ein Streik gegen die Rentenreform-Pläne von Präsident Nicolas Sarkozy hat am Donnerstag in Frankreich zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt. Betroffen waren vor allem die Fernbahnen sowie der öffentliche Nahverkehr in Paris und mehreren anderen Städten.
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Streik: Wartende Passanten in Montpellier. (© Foto: dpa)
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Am Donnerstagmorgen verkehrten im Großraum Paris kaum U- oder S-Bahnen. Der überregionale Bahnverkehr war schon seit Mittwochabend stark gestört. Viele Pariser nutzten die im Sommer eingeführten Leihfahrräder, die Abonnenten jeweils 30 Minuten gratis benutzen können, oder kamen auf Rollschuhen zur Arbeit.
Nur 46 von etwa 700 Hochgeschwindigkeitszügen TGV sollen am Donnerstag fahren. Die Bahngesellschaft SNCF hielt nur jeweils eine Hin- und Rückverbindung von Paris nach Stuttgart, Frankfurt und Saarbrücken im Fahrplan. Erstmals seit 1995 haben sich alle acht Bahngewerkschaften dem Arbeitskampf angeschlossen.
Kernpunkte "nicht verhandelbar"
Auch die Gewerkschaften der Postbediensteten, Lehrer, Beamten und Strom- und Gasversorger haben zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaften wollen mit dem Streik gegen die von Präsident Sarkozy geplante Abschaffung der Rentenprivilegien protestieren.
Sarkozy hat einige Kernpunkte der Reform für "nicht verhandelbar" erklärt. Es geht unter anderem um die Heraufsetzung des Rentenalters. Lokführer können in Frankreich bereits mit 50 Jahren in Rente gehen.
(sueddeutsche.de/dpa)
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Aber der Vergleich zum Bahnstreik in Deutschland ist natürlich Unsinn, hier streiken nicht die Bahnmitarbeiter, sondern ein kleines Grüppchen für Sonderrechte. In Frankreich streiken alle, weil alle betroffen sind. Vielleicht sollte man unsere Regierenden mal fragen, warum Deutschland nicht wettbewerbsfähig sein soll und das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre heraufgesetzt wird, in Frankreich aber mit 50 in Rente gegangen wird. Sind da etwa Firmen und Manager mit weniger Milliarden Gewinnen zufrieden und lassen den Leuten, welche die Arbeit machen auch ihren Anteil. übrigens, in Deutschland liegt die Arbeitslosigkeit bei 9,1% in Frankreich bei 8,8. Es ist also keineswegs so, dass dies ein wesentlicher Faktor ist, in Deutschland scheiden die Menschen mit 50 aus und gehen in Hartz 4, in Frankreich gehen sie in Rente. Was ist wohl menschlicher.
"Erstmals seit 1995 haben sich alle acht Bahngewerkschaften dem Arbeitskampf angeschlossen. "
Da kann Mehdorn noch froh sein, dass wenigstens seine beiden Gewerkschaften parieren und nicht mit der GDL "gemeinsame Sache" machen.
"Auch die Gewerkschaften der Postbediensteten, Lehrer, Beamten und Strom- und Gasversorger haben zum Streik aufgerufen."
Bewundernswert, diese Geschlossenheit in Frankreich. Das macht die Streiks wesentlich effizienter.
@ReBa
Die Frage ist nur, wie lange kann Frankreich die Reformstaus noch aushalten.
@supjekt
So sa Demokratie im 20ten Jahrhundert aus. Im 21ten Jahrhundert wird der Dinosaurier Gewerkschaften auf lange Sicht aussterben.
So streik man richtig.da läuft garnichts mehr.so sieht demokratie aus im 21.Jhd. gut so.Hab gehört das sogar die arbeitsämter streiken wollen.
Mich würd nur interessieren wieviele der Streikenden Sarkozy gewählt haben oder überhaupt zur wahl gegegangen sind.das war doch abzusehen das die reformpolitik von dem kleinen schreihals(den kann man doch nicht ernst nehmen vorallen bei seinen auftritten in den vororten vor gut einem jahr) so endet.Tja hätten die franzosen mal Madame Royal gewählt.Aber irgendwie unterwerfen sie sich ja gerne einem diktoren(oh das is jetzt wohl nicht politisch korrekt.....egal)
Ob die Gewerkschaften in Frankreich von den Medien auch so "runtergemacht" werden wie es bei uns in Deutschland geschieht? Ich glaube: wohl eher nicht- da wird wahrscheinlich etwas mehr Solidarität innerhalb der arbeitenden Bevölkerung herrschen als bei uns.
Paging