Die Transnet-Basis ist sauer auf ihren Ex-Chef Hansen und die zahme Reaktion der neuen Führung. Nun haben rund 1000 Mitglieder ihren Austritt angekündigt. Verzweifelt versucht die Gewerkschaft, die Abwanderungswilligen zu halten.
Angriff ist die beste Verteidigung, das hat Lothar Krauß schnell kapiert. Nur keine Diskussionen aufkommen lassen, jegliches Gegrummel schon im Keim ersticken - deshalb hat Krauß bei seiner Wahl zum Transnet-Chef seinem Vorgänger Norbert Hansen gleich ordentlich einen mitgegeben.
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Im Kreuzfeuer der Basis: Transnet-Chef Lothar Krauß. (© Foto: dpa)
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Zuvor hatte sich Hansen in der Bild-Zeitung zu Wort gemeldet und - noch vor seiner Berufung zum Bahn-Personalvorstand - den knapp 230.000 Bahnern klargemacht, was ihnen bald blühen könnte: Rationalisierung, Jobabbau, Mehrarbeit. Zugleich regte der designierte Personalchef an, die Lokführer könnten nach der Fahrt auch noch die Zugabteile "aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken".
Die Reaktion seines Nachfolgers war deutlich: Stinksauer sei er gewesen - und es habe eine Weile gedauert, bis sein Kreislauf wieder normale Werte gehabt habe, polterte Krauß.
Inzwischen muss sich niemand mehr Sorgen um Krauß' Kreislauf machen, wenn die Rede auf seinen Vorgänger kommt: "Da waren ein paar Äußerungen zur falschen Zeit, die er sich besser geschenkt hätte", sagte ein spürbar gemäßigter Krauß zuletzt dem Hamburger Abendblatt.
Wut sitzt tief
Nachkarten will offenbar niemand mehr: Die Kritik an Hansen sei bekannt, sagte ein Transnet-Sprecher. "Mit seiner jetzigen Funktion muss man professionell umgehen."
An der Basis jedoch sitzt die Wut auf Hansen und seinen Abgang noch immer tief. Es brodelt gewaltig in den Ortsverwaltungen - und der Zorn richtet sich auch gegen die jetzige Führung: "Eine klare Distanzierung von Norberts Verhalten durch den verbliebenen Vorstand haben die Mitglieder vermisst", teilten die Mitglieder der Transnet-Ortsverwaltung von Hansens Geburtsstadt Husum mit.
Wütend macht viele Gewerkschaftler auch der fehlgeschlagene Versuch, den ehemaligen Chef aus Transnet auszuschließen. In der vergangenen Woche lehnte die Ortsverwaltung Berlin fünf entsprechende Anträge rigoros ab. Doch die Probleme sind damit nicht vom Tisch. "Es gibt eine ziemlich große Krise bei Transnet", sagt Hans-Gerd Öfinger, Sprecher der Transnet-Basisinitiative "Bahn von unten".
Lesen Sie im zweiten Teil, warum rund 1000 Mitglieder Transnet den Rücken kehren wollen - und wie die Führung der Gewerkschaft sie zum Bleiben bewegen will.
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Die Zugeständnisse von Herrn Hansen an Herrn Mehdorn waren in den letzten Jahren so etwas von mitarbeiterfeindlich, dass ich mich schon seit Jahren wundere, dass die Leute bei der Stange bleiben. Dieser Schritt der Mitarbeiter ist überfällig und die Gewerkschaftsbosse, die sich jahrelang vor Hansen vor Herrn Hansen weggeduckt habe, dürfen sich jetzt nicht als Opfer präsentieren. Sie sind und bleiben Beteiligte!
Die Transnet ist generell nur das billige Vehikel für die DB gewesen, ihre Lohndrückerpolitik mit willfährigen Marionetten durchzusetzen. Arbeitnehmerinteressen sind ihr ebenso ein Dorn im Auge wie wirklich durchsetzungsstarke Konkurrenzgewerkschaften wie insbesondere die GDL. Deshalb erfinden Bahn und Transnet gemeinsam ein (verfassungswidriges!) Prinzip der Tarifeinheit, um ihr Gekungel zu monopolisieren.
Bahnchef Mehdorn verdankt sein Amt der alten SPD-Regierung. Tiefensee hat ein Interesse daran, dass Mehdorn nicht abgesetzt wird, denn der nächste Bahnchef wäre wohl ein Schwarzer. Parteilinie der SPD ist, dass Mehdorn erfolgreich sein muss, koste es (die Bahner!) was es wolle. Dann tut der SPD-Mann Hansen wohl ebenfalls seiner Partei einen Freundschaftsdienst, wenn er für die Transnet mit Mehdorn zu Dumpinglöhnen abschließt und anschließend versucht, seinen Lohnkompromiss zu Lasten der GDL auch den woanders (und besser!) organisierten Lokführern aufzuzwingen. Hansen selbst erhält als Judaslohn einen Posten im Bahnvorstand, hierfür hat sich auch die SPD (und Herr Tiefensee) eingesetzt. Auch Krauß ist wieder ein SPD-Mann, auch er zappelt an der Parteileine und darf alles machen, nur bloß keine Lohnpolitik im Interesse der Bahnangestellten.
Fazit: Wer bei der Bahn arbeitet sollte schleunigst die unsägliche DGB-Gewerkschaft Transnet verlassen und sich bei der GDL organisieren: Die hat jedenfalls nicht nur die SPD-Linie im Kopf, sondern kann unbefangen und ohne Polit-Kommandos wirklich etwas für die Bahner tun!
Das Problem der Transnet ist nicht nur der widerliche Hansen-Skandal, sondern ist ein grundsätzliches, was mit der verquickung von Gewerkschaften und SPD-Funktionären, mit Machtinteressen und nie arbeitenden Emporkömmlingen (wie zB Herrn Sommer vom DGB) zu tun hat.
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Los, Jungs, jetzt aber nix wie rübergemacht zur GDL!
super, am besten alle treten aus....