SZ: Wenn wir dennoch keinen einheitlichen Umgang mit der Krise finden, gefährdet sie dann eher das amerikanische oder das europäische Modell?
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Snower: Jedes Modell. Denn jedes Land braucht Kredit, um wachsen zu können. Ohne eine harmonisierte Regulierung kommt es weiterhin zu einer regulatorischen Arbitrage: Die Leute machen ihre Geschäfte dort, wo am wenigsten reguliert wird. Und wir wissen, wo das hinführt: Es gibt immer neue Skandale und immer neue Rettungsaktionen für diejenigen, die verantwortungslos gehandelt haben. Nicht weil das System unmoralisch ist, sondern weil es noch keine Regulierung gibt, die den Kapitalismus in die richtige Richtung steuert. Ohne die richtigen Gesetze ist der Kapitalismus eine sehr labile Pflanze. Er funktioniert nicht.
SZ: Wie sähen diese Gesetze idealerweise aus?
Snower: Die Frage ist, wie groß die Eingriffe in Bezug auf Umverteilung sein sollen. Manche Länder tolerieren größere Eingriffe, andere nur kleinere. Es gibt eine Fülle wirtschaftspolitischer Maßnahmen - am Arbeitsmarkt, am Ausbildungsmarkt, im Gesundheits- und Rentensystem - die in diese Richtung führen könnten. Die Amerikaner haben einige dieser Maßnahmen, beispielsweise eine Art der negativen Einkommensteuer, aufgegriffen. Andere werden nicht genutzt. In den großen kontinentaleuropäischen Ländern haben wir das andere Problem - es wird zu viel abgesichert. Daraus resultiert zu wenig Unterstützung für die Selbsthilfe.
SZ: Stehen die unterschiedlichen Weltanschauungen einem weltweit einheitlichen Umgang mit der Krise entgegen?
Snower: Die Unterschiede spiegeln sich in unterschiedlichen Fiskalpolitiken wider. In Amerika geht man in dieser Hinsicht viel energischer vor als Deutschland das bislang tut. Wichtig ist jetzt aber eine international harmonisierte Regulierung der Märkte, ansonsten wird diese Krise nicht enden und immer wieder aufflammen.
SZ: Wenn sich die Regeln annähern, werden wir dann irgendwann einen Weltkapitalismus haben?
Snower: Kapitalismus bedeutet, dass man frei kaufen und verkaufen kann und dass die dafür notwendigen Preise dezentral bestimmt werden. Damit ein solches System bestehen kann, braucht man Gesetze, die bestimmen, was legal und was illegal ist. Beispielsweise muss festgelegt werden, was Eigentum ist und was gültige Verträge sind. Dafür sind riesige staatliche Eingriffe notwendig, nur so kann das kapitalistische System funktionieren. Mit bestimmten Problemen, wie Ungleichheit in der Gesellschaft, kann der Kapitalismus aber nicht umgehen.
SZ: Kann dem abgeholfen werden?
Snower: Es gibt staatliche Interventionen, die den Kapitalismus erst ermöglichen und es gibt solche, die den Kapitalismus humaner machen. Diese beiden muss man klar unterscheiden. An den Finanzmärkten gibt es nicht besonders viel menschliches, sie waren einfach nicht ausreichend reguliert. Darum konnte der Kapitalismus nicht funktionieren.
SZ: Wenn wir über Menschlichkeit sprechen: Was ist für Sie das inhumanste Gesetz in Deutschland und welches dasjenige in den USA?
Snower: Bevor ich diese Frage beantworten kann, müsste ich lange forschen. Aber ich würde sagen, dass es in den USA grausam ist, dass arme Leute nicht krankenversichert sind. Das ist mit der Idee des gesellschaftlichen Zusammenhalts nicht vereinbar. In Deutschland finde ich es ziemlich inhuman, dass Geringqualifizierte so wenig Möglichkeit haben, aufzusteigen. Sie werden in einer Weise abgesichert, die sie ihrer Anreize beraubt, ihre Ziele zu verwirklichen. Das haben wir nach der Wiedervereinigung gesehen. In Ostdeutschland ist die Arbeitslosigkeit viel höher als im Westen, irgendwas ist da sehr schief gelaufen und das ist inhuman.
SZ: Und was hat Sie am meisten verblüfft, als Sie vor vier Jahren nach Deutschland kamen?
Snower: Der enorme Neid, der Leute dauernd zu Vergleichen treibt, der immer alles ebnen will. Der Ungleichheiten in Leistungen nicht belohnen will und sozialen Zusammenhalt mit Gleichheit verwechselt. Damit kann ich immer noch nichts anfangen. Mein Gehirn ist darauf noch nicht programmiert und ich weiß auch nicht, ob ich es jemals verstehen werde.
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(sueddeutsche.de/mel)
Afghanen greifen US-Einrichtungen an
da mag einer es noch so lange hin und her drehen. Des Pudels Kern war, ist und wird immer bleiben, dass wir es entweder bewerkstelligen, Leistung als reale, juristische präzise definierte und mehrwertschöpfende Funktion definieren, die Verzinsung von Altarbeit (also Geldkapital) allgemein verbindlich festlegen und die Herkünfte von Einkommen absolut transparent machen.
Das Geschwätz und Geschwafel von besitzbürgerlichen Eliteangehörigen, egal ob es sich um Kapitalbesitzer oder um Helferchen vom Stamme der Berater und Experten handelt, dient nachweislich keinem wirklichen Progress in dieser Frage. All das ist nur zielgerichtet auf opportunistische Umformungen des real-existierenden Gangster-, Ganoven- und Bescheißersystems, das im allgemeinen mit dem Begriff Neue Soziale Marktwirtschaft getarnt wird.
Die Klimax wird erreicht, wenn in 7-14 Jahren die heute organisierte Spekulationsblase, deren Finanzierung ausschließlich zu Lasten der allgemeinen Steuerzahler geht, platzt.
Dann wird unsere Gesellschaft nicht nur in die Steinzeit zurück gebombt, dann etablieren wir sogar noch qua Nahrungsmangelsituationen Kanibalismuszustände.
Das beschreibt die Leistungsbilanz unserer heutigen Führungseliten. Aber das glaubt
gegenwärtig eh niemand, weil der deutsche Untertan sich noch immer mit den Visionen von der "Endlösung" hat trösten lassen.
Der Euphemismus "sich im Arbeitsmarkt maximal zu integrieren" bedeutet Anpassung an und Sich-Einlassen auf fast alle Bedingungen, die Arbeitssuchenden zugemutet werden.
Beseitigung der "Überregulierung" heißt in vielen Fällen Zurücknahme von Schutz und "Verflüssigung" bzw. Flexibilisierung im Sinne einer Erweiterung der Verfügbarkeit über die Arbeitskraft.
"Anreiz": Was beinhaltet das ? Mehr Belohnung? Materielle, immaterielle? Faktisch heißt das oft Zwang oder geschaffene Notwendigkeit.
Absicherung als "Beraubung" der Anreize: Schaffung von Anreizen ist verbunden mit Abbau von Sicherung; das steigert die Wirkungsfähigkeit von Anreizen.
Wiedervereinigung und Arbeitslosigkeit im Osten - "irgendwas ist da sehr schief gelaufen": Eine bemerkenswert präzise Aussage für einen Ökonomen.
Gleichheit/Ungleichheit: Wer mehr leistet, soll mehr bekommen? Wieviel mehr? Hat Snower die Entwicklung der Managereinkommen nicht zur Kenntnis genommen?
... die Zähne ziehen , Sie wollen ihm gleich den Kopf abschlagen ! Denn man tau , Jungsiegfried !
Mal im Ernst : (Zitat) " - das Ende von Rationalisierungs- und Beschleunigungsdruck" ? Wollen Sie die Konkurrenz der Einzelkapitale abschaffen und trotzdem Kapitalismus übrig behalten ? Etwa als Staatsmonopolkapitalismus ? Big Brother läßt grüßen , oder ?
Nein, wenn ich Werbung für ein Buch machen wollte, hätte ich die Verlagsseite oder die Produktseite bei amazon, buchhandel.de etc. genannt.
Bei bandbreitenmodell.de kann jeder KOSTENLOS nachlesen, wie tatsächlich nicht weniger als eine weitaus bessere Welt möglich ist, und zwar u.a. durch:
- die Unentbehrlichkeit ALLER Menschen für die Wirtschaft
- hohe Einkommen für Jede(n) - trotz globaler Lohnkonkurrenz
- die Begrenzung der Ungleichverteilung (siehe sueddeutsche.de/wirtschaft/437/453132/text/)
- das Ende von Rationalisierungs- und Beschleunigungsdruck (siehe z.B. sueddeutsche.de/wissen/167/450884/text/ und stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564?_seite=1 )
- ganz erhebliche finanzielle Mittel für regenerative Energien
- die Entschuldung des Staatshaushalts (siehe Tabelle unter bandbreitenmodell.de/umsatzsteuereinnahmen.html )
- ganz erhebliche finanzielle Mittel für Entwicklungshilfe und vor allem die Hungerbekämpfung (siehe u.a. sueddeutsche.de/wirtschaft/415/453110/text/)
- u.v.m.
...und wenn es optimal läuft, ermöglicht es auch eine erheblich friedlichere Welt, in der die Armut verschwindet und damit in den meisten Fällen die Motivation für ethnische Konflikte Terrorismus, religiösen Fanatismus, Piraterie etc.
Bisher konzentrieren sich alle Medien und fast alle Experten auf die Symptome. Ich finde es sinnvoller, die strukturellen Fehlkonstruktionen zu beseitigen.
Wer es bezweifelt, der möge es substantiiert begründen. Siehe dazu auch Zitate auf der Startseite unter bandbreitenmodell.de
Wer eine bessere Idee hat, der möge sie vortragen. Daß ein "weiter so wie bisher" keine Option ist, sollte allen informierten und selbst denkenden Menschen klar sein.
... für das eigene Buch ? Nicht schlecht ! Sie sollten sich das Weltrettungsrezept noch patentieren lassen :-))) !
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