SZ: Haben die Amerikaner verstanden, dass kleinere Autos gekauft werden müssen? Dass sie weniger konsumieren können und dass am Ende nur zwei Kreditkarten überbleiben?
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Snower: Nein, das ist die große Tragödie. Die staatlichen Gelder, die in die Wirtschaft gepumpt werden, setzen das schlechtest mögliche Signal: Wenn nur genügend Menschen verantwortungslos gehandelt haben, dann bekommt man Hilfe. So gibt man einen Anreiz für weitere unverantwortliche Massenbewegungen. Das Verhalten der Amerikaner ist mit der Zeit immer verantwortungsloser geworden, weil es keine richtige Regulierung gab. Das ungenügend regulierte Finanzwesen ist sehr schädlich für die Gesellschaft. Wir müssen zu einem System kommen, das Unternehmen für den Mist, den sie gebaut haben, nicht noch mit Rettungspaketen unterstützt.
SZ: Und wie ist es mit den Deutschen?
Snower: Die Amerikaner leben immer noch den amerikanischen Traum. Nämlich den, dass man immer alles erreichen kann. Manche schaffen das auch, Barak Obama stärkt den Traum. Aber die meisten schaffen es nicht. Die Deutschen hingegen glauben, nur wenig sei erreichbar. Deswegen gibt man sich bei uns nicht genügend Mühe, etwas Außerordentliches zu machen und stützt sich sehr auf den Staat, um sich sicher zu fühlen.
SZ: Wie unterscheiden sich der deutsche und der amerikanische Umgang mit der Krise?
Snower: Die Krise ist zuerst im Amerika angekommen. Dort hat man größere Angst, weil die Krise schneller ins tägliche Leben eingreift. In Deutschland dauert es durch die Sicherungssysteme - Kündigungsschutz und viel Regulierung - länger, bis sich die Einflüsse bemerkbar machen werden. Dafür wird es aber auch viel länger dauern, wieder herauszukommen. Zwar ist der deutsche Arbeitsmarkt schon viel flexibler geworden, im internationalen Vergleich ist er aber immer noch recht starr. Die Einstellung zur Krise hängt in beiden Ländern von der politischen Führung ab.
SZ: Wird der künftige Präsident Barak Obama den Amerikanern helfen?
Snower: Es wird sich zeigen, ob Barak Obama seine rhetorischen Fähigkeiten nutzt, um die Leute in die richtige Richtung zu bringen. Sie müssen mehr arbeiten und mehr sparen, um wieder ein Wachstum zu erzielen. Auch in Deutschland brauchen wir eine Richtung, und wir müssen gemeinsam in diese Richtung gehen. Ich hoffe, dass viel Unterstützung zur Selbsthilfe geboten wird.
SZ: Wie soll diese Hilfe aussehen?
Snower: Wir brauchen jetzt einen Weg, in dem der Kapitalismus nicht nur Effizienz erzeugt - wir sollen schließlich keine Ressourcen verschwenden -, sondern auch auf die richtige Weise umverteilt. Das kann durch die richtigen Anreize erreicht werden. Die Politiker müssen sich mehr Mühe geben und das geht ihnen gegen den Strich. Sie teilen lieber Geschenke aus, als dass sie durch den Markt Anreize zur Selbsthilfe schaffen. Und wir müssen uns jetzt weltweit einigen - auf Regeln in Bezug auf Eigenkapitalquoten, Bewertungskriterien und anderes.
SZ: Erwarten Sie wirklich, dass es zu solch einer Harmonisierung kommen wird?
Snower: Beim Klimawandel haben wir keinen Erfolg, bei der Asienkrise hatten wir keinen Erfolg. Aber jetzt ist allen vor Augen, dass es eine Katastrophe wäre, wenn wir es nicht schaffen. Die Politiker sind wirklich gefordert, Verantwortung zu zeigen und sich zu einigen. Und wenn sich die großen Länder einigen, dann bestraft der Markt die restlichen Länder. Nehmen wir an, die USA, Europa, China und Japan kämen zu einheitlichen Regeln. Wenn die Cayman Islands dann nicht mitziehen, wird die Risikoprämie, dort Geld zu halten, irrsinnig groß. Das wäre effizient.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, über was sich Dennis Snower gewundert hat, als er vor vier Jahren nach Deutschland kam.
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da mag einer es noch so lange hin und her drehen. Des Pudels Kern war, ist und wird immer bleiben, dass wir es entweder bewerkstelligen, Leistung als reale, juristische präzise definierte und mehrwertschöpfende Funktion definieren, die Verzinsung von Altarbeit (also Geldkapital) allgemein verbindlich festlegen und die Herkünfte von Einkommen absolut transparent machen.
Das Geschwätz und Geschwafel von besitzbürgerlichen Eliteangehörigen, egal ob es sich um Kapitalbesitzer oder um Helferchen vom Stamme der Berater und Experten handelt, dient nachweislich keinem wirklichen Progress in dieser Frage. All das ist nur zielgerichtet auf opportunistische Umformungen des real-existierenden Gangster-, Ganoven- und Bescheißersystems, das im allgemeinen mit dem Begriff Neue Soziale Marktwirtschaft getarnt wird.
Die Klimax wird erreicht, wenn in 7-14 Jahren die heute organisierte Spekulationsblase, deren Finanzierung ausschließlich zu Lasten der allgemeinen Steuerzahler geht, platzt.
Dann wird unsere Gesellschaft nicht nur in die Steinzeit zurück gebombt, dann etablieren wir sogar noch qua Nahrungsmangelsituationen Kanibalismuszustände.
Das beschreibt die Leistungsbilanz unserer heutigen Führungseliten. Aber das glaubt
gegenwärtig eh niemand, weil der deutsche Untertan sich noch immer mit den Visionen von der "Endlösung" hat trösten lassen.
Der Euphemismus "sich im Arbeitsmarkt maximal zu integrieren" bedeutet Anpassung an und Sich-Einlassen auf fast alle Bedingungen, die Arbeitssuchenden zugemutet werden.
Beseitigung der "Überregulierung" heißt in vielen Fällen Zurücknahme von Schutz und "Verflüssigung" bzw. Flexibilisierung im Sinne einer Erweiterung der Verfügbarkeit über die Arbeitskraft.
"Anreiz": Was beinhaltet das ? Mehr Belohnung? Materielle, immaterielle? Faktisch heißt das oft Zwang oder geschaffene Notwendigkeit.
Absicherung als "Beraubung" der Anreize: Schaffung von Anreizen ist verbunden mit Abbau von Sicherung; das steigert die Wirkungsfähigkeit von Anreizen.
Wiedervereinigung und Arbeitslosigkeit im Osten - "irgendwas ist da sehr schief gelaufen": Eine bemerkenswert präzise Aussage für einen Ökonomen.
Gleichheit/Ungleichheit: Wer mehr leistet, soll mehr bekommen? Wieviel mehr? Hat Snower die Entwicklung der Managereinkommen nicht zur Kenntnis genommen?
... die Zähne ziehen , Sie wollen ihm gleich den Kopf abschlagen ! Denn man tau , Jungsiegfried !
Mal im Ernst : (Zitat) " - das Ende von Rationalisierungs- und Beschleunigungsdruck" ? Wollen Sie die Konkurrenz der Einzelkapitale abschaffen und trotzdem Kapitalismus übrig behalten ? Etwa als Staatsmonopolkapitalismus ? Big Brother läßt grüßen , oder ?
Nein, wenn ich Werbung für ein Buch machen wollte, hätte ich die Verlagsseite oder die Produktseite bei amazon, buchhandel.de etc. genannt.
Bei bandbreitenmodell.de kann jeder KOSTENLOS nachlesen, wie tatsächlich nicht weniger als eine weitaus bessere Welt möglich ist, und zwar u.a. durch:
- die Unentbehrlichkeit ALLER Menschen für die Wirtschaft
- hohe Einkommen für Jede(n) - trotz globaler Lohnkonkurrenz
- die Begrenzung der Ungleichverteilung (siehe sueddeutsche.de/wirtschaft/437/453132/text/)
- das Ende von Rationalisierungs- und Beschleunigungsdruck (siehe z.B. sueddeutsche.de/wissen/167/450884/text/ und stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564?_seite=1 )
- ganz erhebliche finanzielle Mittel für regenerative Energien
- die Entschuldung des Staatshaushalts (siehe Tabelle unter bandbreitenmodell.de/umsatzsteuereinnahmen.html )
- ganz erhebliche finanzielle Mittel für Entwicklungshilfe und vor allem die Hungerbekämpfung (siehe u.a. sueddeutsche.de/wirtschaft/415/453110/text/)
- u.v.m.
...und wenn es optimal läuft, ermöglicht es auch eine erheblich friedlichere Welt, in der die Armut verschwindet und damit in den meisten Fällen die Motivation für ethnische Konflikte Terrorismus, religiösen Fanatismus, Piraterie etc.
Bisher konzentrieren sich alle Medien und fast alle Experten auf die Symptome. Ich finde es sinnvoller, die strukturellen Fehlkonstruktionen zu beseitigen.
Wer es bezweifelt, der möge es substantiiert begründen. Siehe dazu auch Zitate auf der Startseite unter bandbreitenmodell.de
Wer eine bessere Idee hat, der möge sie vortragen. Daß ein "weiter so wie bisher" keine Option ist, sollte allen informierten und selbst denkenden Menschen klar sein.
... für das eigene Buch ? Nicht schlecht ! Sie sollten sich das Weltrettungsrezept noch patentieren lassen :-))) !
Paging