Der Autobauer ist zumindest, wenn es um die Bilanzen geht, zu schnellen Reaktionen in der Lage: Er hat sein Engagement beim Mautkonsortium bereits komplett abgeschrieben.

Dies erklärte das Unternehmen in dem am Donnerstag vorgelegten Geschäftsbericht für 2003. Zudem habe der deutsch-amerikanische Autobauer Rückstellungen in Höhe von 100 Millionen Euro gebildet. Der Konzern befürchtet jedoch, dass das "maximale Verlustrisiko aus der Verbindung zu Toll Collect über die zurückgestellten Verpflichtungen hinausgehen" könnte. DaimlerChrysler ist wie die Deutsche Telekom zu 45 Prozent an Toll Collect beteiligt.

Anzeige

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hatte am Dienstag angekündigt, den Vertrag mit Toll Collect zu kündigen, da das Unternehmen trotz mehrmaliger Aufschübe nicht in der Lage war, ein funktionierendes Maut-System zu entwickeln. Eine Vertragskündigung könnte die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns "erheblich negativ beeinflussen", berichtete der Autobauer.

Entlastung verweigern

Wegen des Debakels bei der Lkw-Maut will die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) den Vorständen von DaimlerChrysler und Deutscher Telekom bei den Hauptversammlungen die Entlastung verweigern. Die Aktionärsschützer befürchten langfristig negative Auswirkungen auf das Image und die Erträge von Telekom und DaimlerChysler.

Allein an Abschreibungen auf das Projekt Maut kommen nach Schätzungen der SdK auf beide Unternehmen jeweils deutlich mehr als 500 Millionen Euro zu. Die Hauptversammlung der DaimlerChrysler AG findet am 7. April in Berlin statt, die der Deutschen Telekom AG am 18. Mai in Köln.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/AFP)