Jetzt muss der Insolvenzverwalter ran: Die Wirtschaftskrise hat den ersten großen deutschen Autozulieferer in die Zahlungsunfähigkeit getrieben.
Die Absatzkrise in der Autobranche belastet auch die Zulieferer - mit dramatischen Folgen. Der erste große Autozulieferer hat nun Insolvenz angemeldet. Getroffen hat es den nach eigenen Angaben weltweit größten Bremsbelägehersteller TMD Friction aus Leverkusen.
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"Obwohl das operative Geschäft von TMD Friction gesund ist, haben der extreme Einbruch in der Automobilindustrie und der Rückzug der Kreditversicherer aus der gesamten Branche unsere Liquidität und unser Umlaufvermögen zu stark belastet", teilte der britische Vorstandschef Derek Whitworth mit. Er sei "enttäuscht", dass die Kreditgeber kein Geld mehr zur Verfügung gestellt hätten.
TMD Friction beschäftigt weltweit 4500 Menschen, davon 2000 an den vier deutschen Standorten Leverkusen, Essen, Hamm und Coswig in Sachsen.
Zunächst einmal würden keine Stellen gestrichen, sagte eine Unternehmenssprecherin in Leverkusen. "Wir sind eigentlich alle guter Hoffnung." Es sei das Ziel, die Gruppe als Ganzes an einen neuen Eigentümer zu verkaufen. Zum Insolvenzverwalter wurde der Düsseldorfer Anwalt Frank Kebekus berufen. Es gehe um eine "Insolvenz in Eigenverantwortung", betonte die Sprecherin. "Das heißt, wir sitzen mit am Tisch."
Banken verweigern Kredite
TMD erzielte 2007 einen Umsatz von 690 Millionen Euro. Die Gruppe war im Jahr 2000 für 776 Millionen Euro von dem britischen Private-Equity-Unternehmen Montagu übernommen worden. Wie in der Branche üblich, hatte Montagu der neuen Tochter TMD die Finanzierung der eigenen Übernahme aufgebürdet, so dass die Schuldenlast gestiegen war.
2006 gab Montagu die Kontrolle an die Gläubiger - eine Gruppe von Hedgefonds - ab. Seitdem lief ein Restrukturierungsprogramm, das auch schon mit Stellenstreichungen verbunden war.
Bis Mitte dieses Jahres habe es ganz gut ausgesehen, aber dann sei die große Absatzkrise in der Autoindustrie gekommen, sagte die TMD-Sprecherin. Gleichzeitig hätten die Banken aufgrund der Finanzkrise keine Kredite mehr gegeben, und dadurch sei der Insolvenzantrag unvermeidlich geworden.
Am Montag gab auch der britische Automobilzulieferer Wagon bekannt, dass er insolvent sei. Das Unternehmen, das weltweit 4500 Mitarbeiter beschäftigt, hatte seit Tagen um weitere Bankkredite gerungen.
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(sueddeutsche.de/dpa/tob/pak)
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