Tierschutzsiegel Neuland-Züchter soll bei Geflügel getrickst haben

Ein Huhn auf einem Feld in Niedersachsen: konventionell gezüchtetes Geflügel soll als Neuland-Fleisch verkauft worden sein.

(Foto: dpa)

Hähnchen mit falschem Siegel? Ein großer Geflügelzüchter in Norddeutschland soll konventionell gehaltene Mastvögel als teures Neuland-Geflügel verkauft haben. Der Züchter hatte den Neuland-Verein vor einer Kontrolle verlassen.

Aufregung um das Tierschutzsiegel Neuland: Der größte Geflügelzüchter des Vereins in Norddeutschland soll konventionell gehaltene Mastvögel eingekauft, geschlachtet und als Neuland-Geflügel verkauft haben. Das berichtet die Zeit. Das Fleisch wurde dem Artikel zufolge an Firmenkantinen geliefert, etwa an den Versicherungskonzern Allianz oder an Google. Die Zeit spricht von Hunderttausenden Hähnchen.

Der Züchter hat den Verein verlassen, sagte der Bundesgeschäftsführer des Neuland e.V., Jochen Dettmer, auf Anfrage von SZ.de. Bei der jährlichen Kontrolle 2013 sei aufgefallen, dass etwas mit den Zahlen des Züchters nicht stimme. Der Verein habe ihn abgemahnt, hätte ihn aber nicht mehr genauer kontrollieren können, weil er im Dezember 2013 gekündigt habe. In den Vorjahren wären die Angaben des Züchters plausibel gewesen. Neuland könne somit die Zahlen der Zeit nicht kommentieren.

Bundesgeschäftsführer Dettmer dementiert, dass das Fleisch immer noch unter Neuland-Label auf dem Markt sein soll, wie die Zeit schreibt. Der Verein habe am 9. Dezember intern über den Austritt des Züchters informiert. Die entsprechende Tageslieferung sei noch gestoppt worden.

Neuland ist ein Siegel für Fleisch, das den Fokus auf Tierfreundlichkeit legt. Die Trägerverbände sind der Deutsche Tierschutzbund, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft.

Beobachter sehen das Label als Mittelweg zwischen konventioneller Mast und Bio-Aufzucht. Anders als Bio-Landwirte dürfen Neuland-Bauern herkömmliche Futtermittel verwenden, sofern sie nicht genverändert sind, und ihre Felder mit Pestiziden behandeln. "Aber da kann man davon ausgehen, dass es den Tieren gutging", sagt Markus Wolter, Referent für Tierhaltung und Agrarrohstoffe beim WWF.

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