Thyssen-Krupp-Patriarch Thyssen-Krupp-Patriarch Berthold Beitz ist tot

Berthold Beitz in der Villa Hügel in Essen im Jahr 2012

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Chef der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist am Dienstag im Alter von 99 Jahren gestorben. Das teilten die Stiftung und die ThyssenKrupp AG mit. Beitz sei ein großes Vorbild für die Mitarbeiter gewesen, sagt der amtierende Konzernchef.

Berthold Beitz ist tot. Der Chef der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung starb am Dienstag im Alter von 99 Jahren, teilte der Stahlkonzern Thyssen-Krupp am Mittwoch mit. Die Stiftung hält gut ein Viertel an dem international agierenden Unternehmen.

Beitz hat über Jahrzehnte die Geschicke des Essener Krupp-Konzerns gelenkt und die Fusion mit Thyssen zum heutigen Thyssen-Krupp-Konzern mitbestimmt.

Er gilt als eine der wichtigsten Unternehmerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit in Deutschland. Beitz war 1953 von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach als persönlicher Generalbevollmächtigter zu Krupp geholt worden. Nach dem Erbverzicht des Krupp-Sohnes Arndt von Bohlen und Halbach wandelte Beitz den Konzern in eine Kapitalgesellschaft um. 1970 wurde er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Friedrich Krupp GmbH und war seit 1999 Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrat des Thyssen-Krupp-Konzerns.

"Ich habe Herrn Beitz als einen Menschen erlebt, dem die Zukunft des Unternehmens immer sehr am Herzen lag. Er hat uns im Vorstand in den letzten Jahren bei dem umfassenden Veränderungsprozess begleitet, bestärkt und dort, wo es nötig war, vorbehaltlos unterstützt", sagte Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger. Beitz sei ein großes Vorbild für die Mitarbeiter gewesen.

Beitz engagierte sich zudem für den Sport: Ab 1972 wirkte Beitz im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als Leiter des Seglerausschusses und im Präsidium des Nationalen Olympischen Komitees. Von 1984 bis 1988 war er Vizepräsident des IOC und bewährte sich als Mittler zwischen West und Ost.

Darüber hinaus erhielt Beitz mehrere Auszeichnungen, darunter den Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte. Mit der Ehrung wurde unter anderem Beitz' Mut während der Nazi-Diktatur gewürdigt. Damals rettete er in der heutigen Ukraine wohl mehreren hundert Juden das Leben, indem er sie in der Firma unterbrachte, für die er damals arbeitete. "Ich habe darüber eigentlich gar nicht nachgedacht. Ich habe spontan gehandelt, aus dem Gefühl heraus. Ich musste es einfach tun", sagte er einmal der Süddeutschen Zeitung in einem seiner wenigen Interviews.

Beitz war seit 1939 mit Else Beitz verheiratet. Er hinterlässt Töchter, Enkel und Urenkel.