Die hohen Energiekosten schlagen durch: Die Wirtschaft will nun an der Preisschraube drehen und die höheren Ausgaben auf die Kunden abwälzen.

"Viele Unternehmen können die stark gestiegenen Energiepreise bei den engen Margen schlicht nicht allein schultern. Sie haben nur die Möglichkeit der Preiserhöhung, oder sie geraten ernsthaft in Gefahr und damit auch deren Arbeitsplätze", sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dem Handelsblatt.

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Die Industrie muss mehr Geld für gestiegene Energiekosten ausgeben - und wird demnächst wohl mehr für ihre Produkte verlangen. (© Foto: dpa)

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Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) rechnen mit Preiserhöhungen.

Enormer Kostendruck

Sorge bereitet der Wirtschaft der rasant gestiegene Preis für Erdöl. In den vergangenen Tagen war der Ölpreis über die Marke von 145 Dollar pro Barrel (159 Liter) gestiegen.

Als Reaktion darauf erreichten die Spritpreise neue Rekordmarken. Vor allem die Transportbranche sieht sich deshalb enormen Kostendruck ausgesetzt.

Auch BGA-Präsident Anton Börner rechnet mit weiteren Preiserhöhungen. Der Preisschub durch gestiegene Energiekosten erreiche den Großhandel auf breiter Front.

"Die Unternehmen müssen sich damit auseinandersetzen und werden nicht umhinkommen, den Preisdruck teilweise weiterzugeben, wenn es nicht zulasten der Ertragskraft und Beschäftigung gehen soll", sagte Börner der Zeitung.

Beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) heißt es, die höheren Kosten für Energie könnten nur in Ausnahmefällen auf die Kunden abgewälzt werden. "Die Unternehmen können die gestiegenen Kosten nicht ohne weiteres über den Preis weitergeben. In der Regel sind die Spielräume sehr eng und begrenzt", sagte BDI- Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. Insofern steige durch die Inflation der Druck auf die Wirtschaft.

Sie müsse versuchen, die Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Nach Ansicht des Industrieverbandes können die höheren Kosten allerdings nicht in jedem Unternehmen aufgefangen werden. Wo es nicht anders geht, "müssen am Ende des Tages doch die Preise erhöht werden", sagte Schnappauf.

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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/mel/hgn)