Seit der Havarie des Atomkraftwerks in Fukushima war es immer wieder im Gespräch, nun ist es offenbar soweit: Kraftwerk-Betreiber Tepco steht kurz vor der Verstaatlichung.
Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, steht offenbar vor der Verstaatlichung. Das finanziell angeschlagene Unternehmen sei bereit, eine Kapitalspritze in Höhe von umgerechnet etwa 9,8 Milliarden Euro durch die öffentliche Hand zu akzeptieren, sagten mit der Angelegenheit vertraute Kreise.
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Der Betreiber des Atomkraftwerks in Fukushima steht offenbar kurz vor der Verstaatlichung. (© AFP)
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Dafür soll der vom Staat gestützte Entschädigungsfonds für Opfer der Atomkatastrophe mindestens zwei Drittel der Unternehmensanteile übernehmen. Die Tepco -Aktie legte fast sieben Prozent zu.
Eine Verstaatlichung des Konzerns ist seit dem Unglück in Fukushima im Gespräch. Die Reaktoren des Kraftwerks waren nach dem Erdbeben und Tsunami im vergangenen März außer Kontrolle geraten. In mindestens einem kam es zu einer Kernschmelze. Tepco sieht sich mit enormen Entschädigungsforderungen konfrontiert.
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(Süddeutsche.de/reuters/beitz)
Ausgrenzung an Schulen
Natürlich macht es keinen Unterschied für das Unternehmen ob TEPCO die Gewinne von Nuklearstrom oder EE macht. Aber erstens muss mit den Entschädigungszahlungen so schnell wie möglich angefangen werden. Der Ausbau der EE dauert lange. Und Sie kennen ja meine Einstellung zu den hohen Strompreisen die mit EE unvermeidlich sind.
EE kann zur Zeit nur gewinnbringend durch höhere Einspeisetarife gewinnbringend erzeugt werden. Das sind erstens einmal Mehrausgaben der Haushalte die dann besonders in den unteren Einkommensschichten Geld das für den Inlandkonsum fehlt. Bei höheren Einkommen fehlt dies in der Sparquote. Das Kapital wird knapper und damit teurer. Es wird auch für die private Pensionsvorsorge fehlen, das dann in der Zukunft zu höheren Pensionsleistungen des Staates führt oder die Kaufkraft des zukünftigen Pensionisten schmälert. Kurz und langfristig dämpft dies den Wachstum der Wirtschaft.
Und die Auswirkungen auf die energieintensieve Industrie ist wohl augenscheinlich.
Das Problem liegt zur Zeit bei den hohen Ausgaben für fossile Brennstoffeinfuhren. Da muss es so schnell wie möglich eine Reduktion geben. Lesen Sie mal die Kosten:
http://www.world-nuclear-news.org/NP_Japanese_trade_figures_reveal_cost_of_nuclear_shutdown_2501121.html
Wenn das Handelsbilanzdefizit auf längere Zeit im Minus ist, dann fliesst Vermögen ab, und das Land verarmt früher oder später. Und die schnellste Art die Handelsbilanz wieder herumzureissen ist die AKWs so schnell wie möglich hochzufahren vorausgesetzt dass die notwendigen Modifikationen durchgeführt wurden.
Ein Land wie Japan ist nur überlebensfähig wenn sie Produkte vom Ausland (Rohstoffe) kauft und dann damit einen Mehrwert schafft (Geräte etc). Dies kann nur mit Skills und den Einsatz von Energie geschehen. Bei den Skills hat Japan einen Kostennachteil gegenüber der Konkurenz. Bleibt also nur Energie. Auf Kosten für fossile Energieträger hat Japan keinen Einfluss, aber auf Elektrizität. Mit teurer EE würde die Japanische Wirtschaft zunehmend wettbewerbsunfähiger. Und besonders ein Land mit einer alternden Gesellschaft kann sich das nicht leisten.
Deutschland umgeht dies teilweise mit billigsten Leiharbeitern. Aber dann entwickelt sich ein Land mit working poor. Deutschlands Wirtschaft kränkelt wegen des fehlenden Inlandkonsums. Die Arbeiterklasse kann sich nichts mehr kaufen und die Mittelklasse hat so viel Zukunftsangst dass das Land kaputtgespart wird.
"Den Umkehrschluss zum Tsunami-Risiko in Deutschland und Europa erspare ich mir. "
Ist ja auch nicht weiter schlimm, wenn Sie gewisse Dinge aus Naivität und/oder technischer Leichtgläubigkeit anders sehen, aber Tsunamis sind nicht die einzigen denkbaren Ursachen für einen GAU. Tatsächlich kriegen Sie das schon mit einer Panzerfaust und einer handvoll C4 hin, geht ratz fatz ;-))
Das Problem in Fukushima war die Zerstörung der Notstromdiesel durch den Tsunami. Wieso waren die nicht eingebunkert? Wieso gab es keinen redundanten NSD auf einem Berg in der Nähe? Vielleicht weil ein Manager entschieden hat, dass man sowas nicht braucht, denn dafür gab es ja die 8m hohe Tsunami Mauer?
Vielen Dank für die Grüße, auch Ihnen ein gutes Neues Jahr! (...das Jahr 1 nach der endgültigen Energiewende ;-)
Ich bin ja durchaus bei Ihrer Argumentation, es hilft ja kein Schreien und Lamentieren, wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen muß man es wieder rausholen und es ist mir ja allemal lieber, dass jetzt der Staat selbst den Finger drauf hat, anstatt sich von einem schlampigen EVU vorführen zu lassen.
Ob das Wierderanfahren der AKW in Japan tatsächlich so optimistisch läuft wird sich zeigen, die Bevölkerung ist da inzwischen auch sensibler geworden, aber die Bewältigung der Krise ist ja unabhängig davon ob Tepco die zukünftigen Gewinne mit Atom- oder Ökostrom macht. In diesem Sinne freue ich mich auf eine weitere kritische Begleitung der Energiewende durch Sie ;-))
(P. S. Letrztens habe ich Sie in einer Diskussion mir @kpj vermisst, die hätte Ihnen gefallen...
Der Fehler bei der Risikobetrachtung in Fukushima war, dass eine erwartete Flutwelle mit max. 8m Höhe angenommen wurde. Durch die tatsächliche Höhe von 12m wurde die Maschinenhalle geflutet und die Kühlpumpen (das A-Kraftwerk war bereits beim Erdbeben abgeschaltet worden) ausgefallen sind....dh. die Elektrik durch Wasser zerstört wurde. Dieses Unglück in Verbindung mit den Gehältern der "Bosse" oder Gewinne von Tepco in Verbindung zu bringen zeugt von Naivität und/oder technischem Unverstand (ist ja auch nicht weiter schlimm wenn man gewisse Dinge nicht versteht). Den Umkehrschluss zum Tsunami-Risiko in Deutschland und Europa erspare ich mir.
Aber ich muss feststellen dass bei Ihnen die deutonische Bestrafungsmentalität die problemlösende Vorgehungsweise überschattet.
Es gibt auch eine andere Mentalität wo man sagt: 'shit happens, lets try to fix it'.
Die Eigentümer sind die Bürger Tokios, Leute die eine Altersvorsorgeversicherung haben etc. TEPCOS Marktwert ist von ca. €33 Milliarden auf 3Mrd gesunken. Das haben unschuldige Bürger (sie sind ja nicht für das Fehlverhalten von den TEPCO Managern direkt verantwortlich) anteilsmässig verloren wenn man den Konzern zerstört. Wenn man ihn nicht zerstört kann der Wert der Aktie wieder zunehmen und man kann die Wertminderung stark reduzieren.
Nun bringt der Staat ca 10Mrd in das Unternehmen ein und bekommt dafür 2/3 des Unternehmens. Wenn in absehbarer Zeit TEPCO seine restlichen AKWs wieder in Betrieb nehmen kann, dann fallen die Ölkäufe weg und es wird wieder Gewinne schreiben können. Da der Börsenwert meist in einem bestimmten Verhältnis zum Gewinn steht steigt auch wieder der Aktienwert. Die10Mrd sind dann bedeutend mehr wert und die Anleger haben nicht alles verloren.
Nur ein mögliches Szenario:
TEPCO bekommt früher oder später die restlichen AKWs wieder in Betrieb. Die Gewinne werden steigen da TEPCO weniger Geld für den Kauf von Gas, Öl und Kohle für die Reservekapazitäten kaufen muss. Sagen wir die Gewinne steigen vor Wiedergutmachungszahlungen auf zwei Drittel vor dem Unglück. Die Möglichkeit besteht dass der Markt dies belohnt und die Aktie auch auf 2/3 der vorherigen Marke steigt. Aber TEPCO muss Entschädigungszahlungen leisten und zusätzliche Rückstellungen für den Rückbau und Neubau von Kraftwerken machen. Dies eingepreist steigt die Aktie vielleicht nur mehr auf ein Drittel des ursprünglichen Wertes. Das staatliche eingesetzte Geld hat sich vermehrt und die Anleger haben bedeutend weniger verloren.
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