Seit fast fünf Wochen wird bei der Telekom gestreikt. Jetzt will die Gewerkschaft Verdi zwar mit dem Konzern wieder verhandeln, warnt aber vor zu großem Optimismus. Der Druck der Straße bleibt - vorerst.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bleibt wenige Stunden vor der Wiederaufnahme der Tarifgespräche mit der Deutsche Telekom skeptisch, ob diese letztlich zum Erfolg führen werden.
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Auf die Frage, ob die Verhandlungen scheitern könnten, sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder dem InfoRadio des rbb am Mittwoch: "Ich hoffe es nicht, aber es gibt bei Verhandlungen immer, dass man reingeht und am Ende feststellt, dass man kein Ergebnis erzielen wird."
Für Verdi folge daraus: "Deswegen werden wir unsere Streiks jetzt nur leicht zurückfahren, und wir werden dann sehen, ob es erforderlich ist, weiterzumachen."
Nach Gewerkschaftsangeben beteiligen sich am Mittwoch etwa 13.000 Beschäftigte an den Protestaktionen. Verdi will die Protestaktionen im Wochenverlauf weiter drosseln.
"Wie der Streik dann weitergeht, hängt vom Verhandlungsverlauf ab", sagte Streikleiter Ado Wilhelm.
Verdi-Kernforderungen sind die Sicherung der Einkommen der von der Ausgliederung bedrohten Mitarbeiter und ein wirksamer Kündigungsschutz.
Verdi: Wir können Ausgliederungen nicht verhindern
Nach den Worten von Verhandlungsführer Schröder scheint die Telekom in Sachen Kündigungsschutz auf die Beschäftigten zugehen zu wollen. Auch sehe er eine realistische Chance, dass es "notfalls unter Einbeziehung künftiger Tarifrunden" gelingen könnte, die geplanten Einkommenseinbußen für die Beschäftigten zu verhindern.
"Diese Chancen wollen wir jetzt ausloten", sagte er. Die Hoffnung, die Ausgliederung von Beschäftigten aus der Telekom in Service-Gesellschaften verhindern zu können, hat Schröder offenbar nicht. "Es wäre kein tariffähiges Ziel, diese Ausgliederungen zu verhindern", sagte er.
Die Gewerkschaften seien nicht in der Lage, derartig in die Dispositionsgewalt der Unternehmen einzugreifen. Sie könnten den Mitarbeitern nur Schutz verschaffen.
Tausende von Beschäftigten der Telekom streiken seit gut vier Wochen gegen die Pläne der Geschäftsführung, zum 1. Juli 50.000 Mitarbeiter in neue Service-Gesellschaften auszugliedern.
Dort sollen sie dann für weniger Geld länger arbeiten. Verdi hatte sich nach Kompromisssignalen des Managements bereit erklärt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
(sueddeutsche.de/Reuters/dpa)
Anscheinend ist es für die Telekom leichter die Mitarbeiter zu schröpfen, als dass sie ihre Hausaufgaben machen und neue "Aufträge" in die Firma holen und die Beschäftigung sichern. Leider ist dem Telekom-Vorstand der Kunde scheißegal was man an zig-tausend unerledigter Aufträge sieht und wenn kein Streik ist sieht man es an ihren Hotlines und Sprachcomputern. Und zur Krönung läßt man jetzt Ex-Mitarbeiter anrufen (denen man 6-stellige Abfindungen bezahlt hat) um zu fragen ob sie auf 400-Euro Basis für den T-Service arbeiten bis der Streik vorbei ist. Manche Leute sind ziemlich krank im Kopf.
Man sollte die Telekom auf einen reinen Infrastrukturanbieter (Leitungen, Funktuerme, Vermittlungsstellen, IT) schrumpfen lassen. Der Staat gibt der neuen Telekom-IT dann eine zugesicherten Preis fuer die Wartung derselben und der Service wird zum Festpreis am Markt angeboten. Dies scheint mehr der immer noch herrschenden Kultur bei der Telekom zu entsprechen, wenn man die Wortlaute der Kommentare diverser Telekom-Mitarbeiter ind Foren wie hier und dem Spiegel und die glaenzenden Kundenbeurteilung ihrer Sevicequalitaet zusammenrechnet, die durch den Streik nur noch mehr Schein bekommt.
Jeder heutige Wettbewerber der Telekom inklusive die heutigen kundennahen Bereiche der Telekom koennen dann die Lesitungen der Infrastruktur kaufen und ueber die Qualitaet ihres Kundenservice in Wettbewerb treten. Die Kunden wird es freuen. Und dies ist m.E. das einzig sinnvolle Kriterium.
Verdi???? Ich habe noch nichts von Verdi gehoert, was den nachhaltigen Wettbwerbsvorteil der Telekom staerken wurde, und darum muss es aber gehen. Dieser Vorteil wird m.E. nur noch durch das Besitzen der Infrastruktur bestimmt und nicht durch das, was die Kunden tagtaeglich erleben.
Die Gewerkschaften sind jetzt wahrscheinlich schon langsam weichgekocht. Kein Wunder, der Streik kostet der Verdi viel Geld, während die Telekom sich die Gehällter spart.
Vor einer Einigung auf Almosen-Niveau kann ich jedoch nur warnen. Die Obermann-Methode wird Schule machen. Noch lachen die Mitarbeiter bei Post und TÜV etc. über das Dilemma bei der Telekom. Aber bald läuft das hier ähnlich (wenn nicht schon der Fall). Sparen, Sparen, Konkurenz wird stärker, Mitarbeiter systematisch demotieviert, Kunden laufen davon, Auslagern, Gegaltskürzungen, Verkleinern......Aus.