Telekom Klassenloses Telefonieren

Die Telekom stellt sich neu auf. Unternehmenschef Obermann wird im Konzernapparat auf viel Widerstand stoßen. Er wird sich durchsetzen müssen.

Ein Kommentar von Ulrich Schäfer

Das Telefon von heute hat mit dem von 1999 oder 1989 nicht mehr viel gemein. Die alten, klobigen Wählapparate sind verschwunden, auch Mobiltelefone sind kleiner und handlicher geworden, komfortabler und schneller.

Telekom: Klassenloses Telefonieren

Die Telekom will verschmelzen, was - technisch - ohnehin verschmelzen wird

(Foto: Foto: dpa)

In zehn oder zwanzig Jahren wird sich die Art, wie der Mensch über mobile und feste Netze kommuniziert, nochmals radikal ändern. Unterschiedliche Geräte wachsen zusammen: Das Handy mit dem Laptop und der Kamera, das Festnetz-Telefon mit dem PC, und alle miteinander.

Es ist daher nur logisch, dass auch die Deutsche Telekom nicht mehr Kunden verschiedener Klassen unterscheiden will. Bislang führt der ehemalige Staatskonzern die Festnetz- und Mobilfunkkunden noch in verschiedenen Sparten. Für jede gibt es ein eigenes Führungsteam, für jede einen Vorstand. Dies will Telekom-Chef René Obermann abschaffen.

Er will zusammenlegen, was zusammengehört. Er will verschmelzen, was - technisch jedenfalls - ohnehin verschmelzen wird. Er versucht dies in einem Konzernapparat, dessen Beharrungsvermögen beträchtlich ist. Das kennt man von allen Konzernen dieser Größe; bei der Telekom kommt ihre Geschichte als ehemalige Behörde hinzu.

Obermann wird auf Widerstand treffen, wenn er nun auch in der Führungsetage Posten abschaffen will - jedenfalls bei denjenigen, deren Stellen wegfallen sollen. Die Arbeitnehmervertreter bei der Telekom dagegen stehen hinter dem Umbauplan. Sie dürften nach den harten Einschnitten der Vergangenheit mit Genugtuung verfolgen, dass es nun auch mal die Manager der Telekom trifft. Schon um glaubwürdig zu bleiben, hat Obermann deshalb keine Wahl: Er muss seinen Kurs durchhalten.