T-Mobile soll die eigenen Aufsichtsräte bespitzelt haben. Das Unternehmen bestätigt die Archivierung von Telefonverbindungsdaten, dementiert aber einen Missbrauch.
Die Spitzelaffäre bei der Telekom bekommt nach Informationen der Frankfurter Rundschau immer größere Dimensionen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, überwachte auch die Telekomtochter T-Mobile ihre Aufsichtsräte.
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Eine Spitzelaffäre ungeheuren Ausmaßes? Die dementiert einen Datenmissbrauch, bestätigt aber die jahrelange Archivierung von Telefonverbindungsnachweisen ihrer Aufsichtsräte. (© Foto: AP)
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Das Unternehmen habe die Einzelverbindungsnachweise der Aufsichtsräte jahrelang aufbewahrt und nach Personen sortiert in Ordnern abgeheftet. Betroffen seien auch ein halbes Dutzend Arbeitnehmervertreter, denen die geheimen Ordner nun ausgehändigt worden seien.
Telekom-Sprecher Stephan Broszio bestätigte am Sonntag, dass die Einzelverbindungsnachweise mehrerer Aufsichtsratsmitglieder der Tochter T-Mobile jahrelang archiviert wurden. Allerdings hätten diese Vorgänge nicht zu einem Missbrauch geführt.
Aufsichtsrat kritisiert Telekom-Vorstand wegen Datensammlung
Ado Wilhelm, der für die Arbeitnehmerseite im T-Mobile-Aufsichtsrat sitzt, kritisierte am Montag die Informationspolitik der Konzernführung: "Grundsätzlich wird nur das zugegeben, was kurz darauf öffentlich wird." Er habe nun seine Anwälte beauftragt, sich der Sache anzunehmen. Wilhelm lässt sich dabei von Ex-Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) und dem früheren Innenminister Gerhart Baum (FDP) vertreten.
Dem Unternehmen zufolge kam es zu der Speicherung, weil die Deutsche Telekom Aufsichtsratsmitgliedern von Tochtergesellschaften anbietet, die Kosten für den privaten Telefonanschluss zu übernehmen. Dazu würden die Rechnungen an das Aufsichtsratsbüro übermittelt. Weil einige Mitglieder des Gremiums einen Einzelverbindungsnachweis gebucht hätten, seien die Aufstellungen mit der Rechnung abgeheftet worden.
"Eine Auswertung der Daten oder ein Missbrauch ist nach Aussagen der Beteiligten nicht vorgekommen. Mittlerweile ist die Vorgehensweise geändert", erklärte Broszio. Einzelverbindungsnachweise würden nicht mehr erstellt. Die vorhandenen Dokumente seien eingesammelt und versiegelt worden.
"Beispielloser Bruch des Post- und Fernmeldegeheimnisses"
Nach Informationen der Frankfurter Rundschau wurden die Aktenordner bis 2006 im Büro des Aufsichtsrats aufbewahrt. "Die Konzernspitze hat dort jederzeit Zugung", zitierte die Zeitung aus Konzernkreisen. "Das muss Absicht gewesen sein." Ein Gang ins Büro reichte demnach, um alle Verbindungsdaten der Aufsichtsratsmitglieder zu sehen. Die Betroffenen hätten nun ihre Anwälte eingeschaltet und die Staatsanwaltschaft über diesen "beispiellosen Bruch des Post- und Fernmeldegeheimnisses" informiert.
Im September hatte eine Sprecherin von Telekom-Chef René Obermann bestätigt, dass der im Telekom-Aufsichtsratsitzende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, bespitzelt wurde. Die Telekom gestand bereits öffentlich ein, dass in den Jahren 2005 und 2006 Telefonverbindungen zwischen Journalisten und Aufsichtsratsmitgliedern abgeglichen wurden, um undichte Stellen im Unternehmen ausfindig zu machen.
Unabhängig von diesen Vorgängen wurde am Wochenende der bislang größte Datendiebstahl in Deutschland bekannt, für den Telekom-Chef René Obermann bei den Kunden um Entschuldigung bat. Bereits im Jahr 2006 wurden Datensätze von rund 17 Millionen Mobilfunkkunden entwendet. Das entspricht etwa der Hälfte aller Handyverträge, die T-Mobile damals hatte. Das Unternehmen schaltete die Staatsanwaltschaft ein.
(AFP/AP/dpa/buma/gal)
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Auch bei Siemens und anderen Konzernen und Unternehmen wurden Betriebsräte auf diese Art und Weise bespitzelt.
Wenn man bedenkt, dass gerade bei Telekom und Siemens, in der Kommunikations-Sparte, die Verbindung der Führungsetage der Telekom fast fließend waren und die Manager von einer Familie der beiden Unternehmen sprachen, ist es schon auffällig, dass hier mit ähnlichen Methoden gegen Arbeitnehmervertreter gearbeitet wurde. Lothar Pauly mußte T-Systems verlassen, da er in die Korruptionsaffäre bei Siemens verwickelt war, aus der auch die Privatdetektive gegen die Betriebsräte bezahlt wurden.
So - und jetzt blicken wir doch einfach auf den damaligen Personalverantwortlichen bei der Siemens AG. Das war Dr. Martin Bellman, der jetzt aufgrund dessen, dass ein Zeuge vor Gericht bestätigt hat, dass dieser der Auftraggeber für die Bespitzelung der Arbeitnehmervertreter bei der Siemens AG war, Arcandor (Karstadt-Quelle) verlassen mußte.
Dr. Martin Bellmann schulte die Personalabteilungen bundesweit und sein Lebenslauf führt uns in viele deutsche Unternehmen, die die Arbeitnehmervertreter bespitzelten und das Personal ebenso. Viele dieser Unternehmen versuchten gegen Mitarbeiter vorzugehen, die einen Betriebsrat zur Wahrung der Rechte der Belegschaft forderten.
Dieses Netz dieser systematischen eingeführten Methoden ist offensichtlich!
Bei Siemens war dieses Vorgehen gegen Arbeitnehmervertreter in den Chefetagen kein Geheimnis!
Und die Chefetage der dortigen Telekommunikations-Branche flog wöchtentlich zu den Meetings mit der Telekom nach Bonn!
Das ZDF brachte erst letzte Woche über diese kriminellen Machenschaften bei Siemens mehrere Filmbeiträge.
Also wer in Deutschland hier von reinen Zufälligkeiten spricht - ist meiner Meinung nach völlig blind!
War es in den letzten Jahren doch so, dass durch die Schäubles Schilys und Frattinis der Umfang von Überwachung und Kontrolle der Kommunikation im D-Netz Tempo erweitert wurde, so haben gewisse Kreise nun den Spieß einfach umgedreht. Keine Datenbank konnte in den vergangen Jahren nicht prall genug gefüllt mit Stamm- und Verkehrsdaten sein. Nun ist es so, dass Kriminelle ihrerseits den Wert solcher Daten erkennen und selbst das große Lauschen begonnen haben!
In Italien lauscht die Mafia mit, warum sollte es bei uns nicht anders sein?
Das Geschäftsmodell:
Systematisches Abhören wichtiger Persönlichkeiten und Versuch in den Besitz von kompromittierenden Informationen über diese zu gelangen. Anschließend wird die Person damit erpresst.
spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,438499,00.html
Nach der Enthüllung, wonach in Italien Mafia ähnliche Strukturen systematisch wichtige Persönlichkeiten abhörten, kam es im Anschluss daran zu Panik-artigen Käufen von Kryptohandys und Verschlüsselungs-Softwarelösungen in Italien. Dies bestätigte mir ein Mitarbeiter eines renommierten Sicherheitssoftware-Anbieters auf der Systems letzten Jahres.
Die Frage ist nicht ob man überwacht wird, sondern von wem und wie vielen !?
Die nächste Stufe wäre dann der tragische Verlust des Verkehrsdaten-Bestandes inklusive der sechs Monatigen Bewegungsprofile aller T-Mobile Kunden (Vorratsdatenspeicherung machts möglich)
Ob wohl die Schäubles Schilys und Frattinis in diesem Falle die Verantwortung für solch einen Daten Super Gau übernehmen würden?
Attentäter oder Terroristen hätten einen sehr großen strategischen Vorteil, wenn diese an die Verbindungsdaten inklusive der Bewegungsprofile kämen. Diese Standortdaten lassen viele Rückschlüssel über den Tagesablauf und insbesondere die genutzten Standardrouten zu. Eine unschätzbare Information für Kriminelle, um den richtigen Zuschlag-Ort sowie Zeit zu ermitteln. Bei einigen wichtigen Politikern ist bekannt, dass diese in ihrer Freizeit auch gerne mal auf Personenschutz verzichten. Wer nun die Information wann hat, kann über die Vorratsdatenspeicherung auch an die Information wo kommen, und umgekehrt.
Übrigens:
Wenn man sich die Produktspezifikationen neuartiger Handyüberwachungssysteme ansieht, dann könnte einem doch glatt das Handy aus der Hand fallen.
Es sei nur soviel verraten:
Aktive Imsi-Catcher sind schon längst Schnee von Gestern. Seit ca. 3 Jahren gibt es viel nettere Dinger auf dem Markt
Was ist eine krimi.nelle Vereinigung?
Aber , sie haben ja nur archiviert, geheim! Nur: warum?
Wenn man bedenkt das die vergangenen und heutigen Bundes- und Landesregierungen jeglichen Datenschutz der Bürger per Gesetz zunichte machte, ist es nicht verwunderlich das im Zuge des gläsernen Bürgers vielfach Bank,- Post- und Telekommunikationsdaten auftauchen. Diese Datensammelwut und die dadurch entstehende Missachtung aller im Grundgesetz verbrieften Rechte ist mit voller Unterstützung der Politik vorgenommen worden. Nach dem Motto, wenn es zu wenige potentiell Verdächtige gibt, dann schafft man sich welche. Irgendwo lässt sich sicherlich irgendetwas anhand von Bank,- Post- und Telekommunikationsdaten herauskitzeln um die z.T. noch aus dem kalten Krieg aufgeblasenen Aperrate zu beschäftigen. Nach dem Motto: Jeder Bürger ist ein potentiell Verdächtiger.