Passable Zahlen, gravierende Altlasten und ein richtiges Serviceproblem - das ist die persönliche Bilanz des Telekom-Chefs Obermann nach sechs Monaten. Er ist ein Getriebener.
Etwas mehr als ein halbes Jahr sitzt René Obermann nun auf dem Chefsessel der Telekom. Als Vorstandschef eines Dax-Unternehmens musste er am Donnerstag zum vierteljährlichen Rapport antreten - und der Pflichttermin fiel für ihn sehr durchwachsen aus. Obermann hat weiter mit Altlasten zu kämpfen. Auch mit ihm, dem jungenhaften 44-jährigen Konzernchef gibt es Problemstau bei der Telekom.
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Die Geschäftszahlen fürs zweite Quartal präsentierte Obermann gewohnt souverän, wobei ihm entgegen kam, dass er dieses Mal keine allzu bösen Überraschungen zu verkünden hatte. Der Quartalsumsatz (15,6 Milliarden Euro) entspricht exakt den Erwartungen, der interne Gewinn (4,9 Milliarden Euro) liegt sogar leicht über den Prognosen der Experten.
Der erste und der zweite Blick
Doch die Zahlen stimmen nur auf den ersten Blick: Während das Auslandsgeschäft rundläuft, bleibt die Telekom im Inland sowohl im Festnetz als auch beim Mobilfunk unter Druck. Obermann, der Hoffnungsträger, ist ein Getriebener.
Einige Aufgaben aus dem Pflichtenheft hat der Telekom-Chef inzwischen angepackt, doch freigeschwommen hat er sich deswegen noch lange nicht.
Ziel erreicht
Von seinem Vorgänger Kai-Uwe Ricke hat Obermann die undankbare Aufgabe geerbt, 50.000 Mitarbeiter in eine neue - schlechter dotierte - Servicegesellschaft auszulagern. Das Ziel ist erreicht, vier Stunden Mehrarbeit sind durchgesetzt, und auch der Lohnverzicht von minus 6,5 Prozent entspricht fast den ursprünglichen Forderungen.
Doch für all diese Ergebnisse zahlt Obermann einen Preis, der ihm gar nicht recht sein kann: Der fünfwöchige Streik, den die Auslagerung provoziert hat, kostete die Telekom nach Schätzungen der Gewerkschaft Verdi eine halbe Million Arbeitstage. Die Abarbeitung der liegengebliebenen Aufträge könnte demnach bis zum April des nächsten Jahres dauern. Angeblich können die Call-Center der Telekom derzeit nur 20 Prozent der aktuell hereinkommenden Aufträge bearbeiten, da der Rest der Mannschaft mit der Abarbeitung des Auftragsstaus beschäftigt ist.
Obermann muss das schmerzen, denn unter solchen Umständen leidet vor allem eins: Die von ihm so oft beschworene Verbesserung der Servicequalität. Es verwundert daher nicht, dass der Telekom im zweiten Quartal 516.000 weitere traditionelle Telefonanschlüsse abhanden kamen.
Zweischneidig
Um die Abwanderung der Kundschaft zumindest teilweise aufzufangen, forciert Obermann die Gründung der konzerneigenen Billig-Marke Congstar - doch auch dieses Manöver birgt Gefahren.
Einerseits hat der Ex-Monopolist so tatsächlich reelle Chancen, den Kundenschwund zumindest hinauszuzögern. Doch je größer der Erfolg von Congstar ausfällt, desto stärker kannibalisiert sich die Mutterfirma Telekom selbst. Schließlich ist jeder Billig-Kunde mehr bei Congstar ein gut bezahlender Kunde bei der Telekom weniger.
Ein Sorgenkind Obermanns bleibt die Geschäftskundensparte T-Systems. Beständig sinken hier Umsatz und Ertrag - und so erscheint ein Verkauf dieser Aktivitäten dringlicher denn je. Das Problem: Es wollen sich einfach keine Interessenten aufdrängen. Zuletzt schien nur noch ein Finanzinvestor in Frage zu kommen. Das aber klingt nicht nach großer Verheißung, schließlich ist die Private-Equity-Branche durch die US-Immobilienkrise arg gebeutelt worden.
Telekom-Chef Obermann mag darauf verweisen, dass ihm derzeit nicht allein in der Branche ein scharfer Gegenwind entgegenbläst. Ein richtiger Trost ist das nicht.
(sueddeutsche.de)
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank
Mich wundert es nicht, dass der Telekom in den letzten Jahren bereits 5 Millionen Kunden wegliefen. Unseriosität und Misachtung von kundengewünschtem Datenschutz nehmen nach meinen Beobachtungen täglich noch zu.
Meine Erfahrungen der letzten Tage mit Telekom und T-Mobile:
. Nahezu täglich grossformatige, nichtssagende Hochglanz-Prospekte im Briefkasten.
. Trotz gewünschter Sperre, mehrmals pro Woche Anrufe von Fremd-Call-Centern mit "Drückerwerbungh" i.A. der Telekom. Keine 0800-Nummern für Rückruf, keine Überprüfung der Echtheit des Ursprungs möglich. Rückfrage bei Polizei ergab, sind teilweise echt, Telekom gibt Rufnummern entgegen Kundenwunsch an Fremdfirmen weiter.
Freundlicher Tipp: Am besten gleich auflegen und nicht in Gespräch kommen lassen.
. Bei 0800-Hotlines (Technik) stundenlange Wartezeiten mit Computerweiterschaltung.
Danach völlig inkompetente aber freundliche Mitarbeiter oder Abbruch des Anrufs durch technische Pannen.
. Selbst Opfer gewesen : Umschaltung eines ISDN Anschlusses in 200 m entferntes neues Betriebsgebäude dauerte 4 Monate und erforderte 4 Besuche im Business-TPunkt, 38 Anrufe bei Telekom-Service und 14 Telefonate mit den "Technik-Chefs" der Dt. Telekom.
. Verkauf der Telefonnummern und Adressen an fremde Call-Center.
Von diesen Versuch betrügerische Lottoverträge anzubieten und Kontodaten auszuspionieren. Betrugsunternehmer redet sich vor Gericht auf von Telekom gekaufte Daten und fremde Callcenter aus, die für ihn arbeiteten. Verbraucherschutz informiert.
Und so geht es seit Jahren endlos mit der Deutschen Telekom AG weiter.
Die haben noch nicht kapiert, dass sie kein Monopol mehr haben.
Millionenfach laufen der Telekom die Kunden im Festnetz (nur im Festnetz?) davon, und der Vorstand fragt sich nicht, woran liegt das und was sollte ich dagegen tun.
Die einzige in der Öffentlichkeit wahrnehmbaren Aktionen sind die Auslagerung der 50.000 ( Vertreibung aus dem Paradies ) und die Generierung zweier Billigmarken. Dann, das im Inland kein Geld mehr zu machen ist. Komischerweise sind die Mitbewerber auf dem Vormarsch, schreiben im Inland Gewinne und weiten sich immer mehr aus, ja Überlegen sogar auf den deutschen Markt zu erweitern, weil vielversprechend.
Irgendwas scheint meines Erachtens von dem Vorstand nicht richtig wahrgenommen zu werden, weggucken ist wohl das angesagte Mittel.
Die Telekom ist ein Wirtschaftsunternehmen! Das erste was sie wahrnehmen sollte ist, den Kunden, das zweite, den Kunden, der bringt die Erlöse die benötigt werden um meinetwegen die Aktionäre zufrieden zu stellen.
Und wenn ich heute bei den technischen Möglichkeiten höre, dass z. Bsp. eine Störung in einem DSL Netzwerk erst von einem Kunden moniert werden muss, wo es in einem guten Netzwerk automatische Meldungen gibt, fass ich mich wirklich an den Kopf. Da stimmt was in der Organisation nicht und diese Organisation stimmt in allen Bereichen des Unternehmens nicht. Der Verkauf der Produkte, sprich Tarife, stimmt nicht, weder in der Preisgestaltung noch in den Produkten selber.
Die Kommunikation, Kunde/Telekom, ist mangelhaft und das im Zeitalter von Web2.0, Stichwort: Interaktion.
Einzig die Gestaltung (Design und Layout)der Hochglanzbroschüren oder Blätter (Flyer) Kann man als gelungen bezeichnen, nur, inhaltlich haben
diese "Prospekte" nie etwas neues zu bieten.
Es gibt viel zu tun bei der Telekom aber, lassen wir es liegen.
Das eigentliche Problem der Telekom und ihres Chefs sind nicht mangelhafter Service (der ist woanders kaum besser) oder die zu hohen Preise, sondern das Festnetz. Es kostet die Telekom Unsummen, ist deshalb hoch defizitär und wird niemals Profit bringen können. Sprechen Sie einmal mit einem Telekom-Servicetechniker. Der muss von morgens bis mittags erst einmal die Aufträge der Konkurrenz abarbeiten, die das Telekom-Festnetz nutzen, bevor er dann die Kundenanschlüsse der Telekom selber erledigen kann.
Es ist deshalb ganz klar, was die Telekom mittelfristig plant: Sobald das neue Glasfasernetz halbwegs flächendeckend aufgebaut sein wird, wird das Festnetz abgestoßen.
@ : buenaire:
Ich weiß nicht, ob Ihnen das bekannt ist: aber die Telekom beschäftigt zusätzlich Subunternehmen im Bereich Technik. Das läuft folgendermaßen ab: Die Subunternehmer geben Angebote ab. Der Billigste bekommt - zeitlich befristet - den Auftrag. Das ist auf den ersten Blick auch völlig in Ordnung, aber die Techniker werden dann zu Dumping - Löhnen bezahlt, müssen irrwitzige Wege zurücklegen und sind so eingeengt, dass sie z.T. stundenlang arbeiten müssen, ohne Geld dafür zu bekommen. Es gibt noch andere Eingriffe, die eigentlich die Gerichte beschäftigen müssten. Das traut sich natürlich niemand, aus Angst um seinen Arbeitsplatz. Aber, das geht noch weiter: Nach Ablauf der Verträge geht das Spiel von vorne los. War die Telekom mit einem Subunternehmen nicht so zufrieden, kriegt das keinen neuen Vertrag. Ein weiterer Irrsinn ist, wie in meinem Fall - wie ich in meinem Kommentar weiter vorne beschrieben habe - dass ich Dutzende Anrufe tätige, und wirklich jedes mal in einem anderen Call - Center (ebenfalls Subunternehmen) oder bei irgendeiner Telekom - Niederlassung lande. Das kann niemals funktionieren !
Ich bitte sehr um Beachtung: Der Aufsichtsratsvorsitzende hört auf den Namen Zumwinkel!
Und der ist just Vorstandsvorsitzender der Post ( Stichwort Briefzusteller-Dumpinglöhne,Midestlöhne und Kombilöhne ). Einführung von Niedriglöhnen durch die Hintertür ?
Es merkt scheinbar niemand in diesem Land, was sich anbahnt.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt!!
sich hier wie Briefe aus dem Kummerkasten lesen, zeigen sie doch zumindest eine Tatsache ganz klar auf: die T-Com hat ein mentales Problem.
Denn ganz offensichtlich versteht das Unternehmen die Ursachen seines gigantischen Imageproblems einfach nicht. Und ergreift Massnahmen, die beim Publikum kurzerhand als offensichtlicher Beweis fortdauernder Unwilligkeit und Kundenfeindlichkeit aufgefasst werden.
Dazu gehört die Auslagerung der Servicekräfte, um die Kosten zu senken, gehören neue Unternehmen mit absurden Namen, die eher an Kokosnüsse denn an Telefonie denken lassen, dazu zählt die weiterhin sinnlos zudringliche Werbung und ein Internetauftritt, vor dem einem grausen kann usw. usf.
Tja, Herr Obermann ist wirklich nicht z beneiden!
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