Für Tata Motors ist die Akquisition mehr als ein Prestigevorhaben. Der Autoproduzent verfolgt eine ehrgeizige Expansionsstrategie. "Der gesamte asiatische Markt ist für uns interessant", heißt es bei Tata. So wollen die Inder, die bislang vor allem simple und billige Kleinwagen produzieren, mit Jaguar und Land Rover auch die kaufkräftigere Oberschicht in Schwellenländern bedienen. Dabei sollen aber die traditionellen Märkte in Europa und die USA weiterhin eine zentrale Rolle spielen.

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Die Pläne werden offenbar vom ehrgeizigen Konzernchef Ratan Tata vorangetrieben, der das Familienunternehmen in den vergangenen Jahren zu einem weit diversifizierten Mischkonzern umgebaut hat. In diesem Jahr hat die Tata-Gruppe den britisch-niederländischen Stahlkonzern Corus sowie im Jahr 2000 die britische Teemarke Tetley Tea übernommen. Die Tochtergesellschaft Tata Tea ist der weltweit größte Teehersteller. In einer Analyse von Credit Suisse wird jedoch kritisch angemerkt, dass der Cash-flow des Konzerns in diesem Jahr "unter enormen Druck" geraten könnte. Ursache ist der Einbruch im Lastwagen-Absatz - einer der Säulen des 1945 gegründeten Unternehmens. Zudem belastet die starke indische Rupie das Exportgeschäft. Dies könnte die Finanzierung der Jaguar- und Land-Rover-Übernahme viel schwieriger gestalten als erwartet.

Ford hatte Jaguar 1989 für 2,5 Milliarden Dollar und Land Rover im Jahr 2000 für 2,75 Milliarden Dollar übernommen und dann zusammen mit Volvo in seinem Nobel-Segment geführt. Beim jetzt bevorstehenden Verkauf von Jaguar und Land Rover müssen noch knifflige Details gelöst werden. So beharrt offenbar Ford-Aufsichtsratschef Bill Ford im Gegensatz zu Vorstandschef Mulally darauf, einen Minderheitsanteil an den beiden Marken zu behalten. Ein ähnliches Modell hat Ford in diesem Jahr beim Verkauf der britischen Sportwagenmarke Aston Martin an eine Investorengruppe praktiziert. Zudem wollen die Amerikaner die britischen Luxuswagen weiterhin mit Motoren ausstatten.

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(SZ vom 07.12.2007/woja)