Während die Gewerkschaften für 2008 das Ende der Bescheidenheit ausrufen, entwirft die Wirtschaft für diesen Fall bereits Schreckensszenarien.
In der Wirtschaft wächst die Sorge, dass die Tarifkonflikte des Jahres 2008 die Konjunktur gefährden. Ein Ende der Bescheidenheit könne "allzu leicht ein Ende des Aufschwungs bedeuten", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig-Georg Braun dem Handelsblatt. "Daher ist es wichtig, dass die Tarifparteien mit maßvollen Abschlüssen dazu beitragen, die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt nicht zu beeinträchtigen", sagte er.
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Die Gewerkschaft wollen 2008 weniger bescheiden sein, als in den vergangenen Jahren. (© Foto: dpa)
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Im öffentlichen Dienst jedoch drohen die Gewerkschaften bereits vor den Gesprächen mit Streik. "Niemand sollte sich über die Entschlossenheit der Beschäftigten täuschen", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske dem Handelsblatt. "Hinter unserer Tarifforderung steht eine legitime Erwartung. Das werden wir nötigenfalls auch mit einem Arbeitskampf unterstreichen."
Nach einer über Jahre unterdurchschnittlichen Einkommensentwicklung im Vergleich zur Privatwirtschaft gebe es "offensichtlichen Nachholbedarf", betonte Bsirske. Zudem müsse die öffentliche Hand als Arbeitgeber angesichts von Fachkräftemangel attraktiver werden. Bsirske: "Wir steuern auf eine ungewöhnlich schwierige Konfliktlage zu."
Auch die IG BCE sieht keinen Anlass, in der Chemie-Industrie erhöhte Rücksicht auf Konjunkturwarnungen zu nehmen. "Wir kennen dieses rituelle Wehklagen der Arbeitgeber zur Genüge", sagte Gewerkschaftschef Hubertus Schmoldt dem Handelsblatt. "Zu Jahresbeginn läuft es angeblich immer ganz schlecht und kaum ist der Tarifabschluss da, hellt sich die Lage wundersam auf."
Laut Verband der Chemischen Industrie (VCI) wird die Branche 2008 nur noch 2,5 Prozent wachsen. Doch auch für 2007 hatte der Verband zunächst nur zwei Prozent erwartet, letztlich waren es 4,5 Prozent.
(AFP/woja)
Der Herr Braun ist um den Aufschwung der Milliardäre und Millionäre besorgt, das muss man verstehen. Frau Merkel versteht das.