Tarifstreit mit der Lufthansa Flugbegleiter sagen Streik ab

Flugbegleiter-Streik bei der Lufthansa ARCHIV - Flugzeuge der Lufthansa stehen am 07.09.2012 in Düsseldorf auf dem Vorfeld des Flughafens. Bei Lufthansa ringen Management und die Kabinengewerkschaft Ufo darum, den für Mittwoch angekündigten Streik der Flugbegleiter doch noch abzuwenden. Foto: Federico Gambarini/dpa (zu dpa-KORR 'Ringen um Flugbegleiter-Streik bei der Lufthansa' vom 29.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

(Foto: dpa)
  • Die Gewerkschaft für Kabinenpersonal Ufo verzichtet vorerst auf Streiks. Grund ist eine Annäherung im Tarifstreit mit der Lufthansa.
  • Zuvor hatten die Arbeitnehmervertreter mit Streik mitten in der Urlaubszeit, von Mittwoch an bis in den September, gedroht.
  • Die Flugbegleiter fordern eine Reform der Betriebs- und Übergangsrenten.

Keinen Streiks bis Mitte Juli

Der für Mittwoch angekündigte Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa ist abgewendet. Die Kabinengewerkschaft Ufo verzichte nach einer Annäherung in dem Tarifkonflikt vorerst auf einen Ausstand, sagte deren Chef Nicoley Baublies. Die Gewerkschaft werde nun in weitere Gespräche mit dem Management und auch dem Konzernvorstand eintreten, "um zu gucken, wie wir das Ganze vertieft kriegen". Wenn dies nicht erfolgreich verlaufe, "das wird sich Mitte Juli zeigen, dann kann es danach auch tatsächlich wieder zu Arbeitskämpfen kommen".

Ufo und Lufthansa hatten sich bis Dienstagmorgen (9 Uhr) Zeit gegeben, um eine Annäherung zu erzielen. Dann sollte die Entscheidung über Arbeitsniederlegungen der Flugbegleiter fallen, das Unternehmen wollte gegebenenfalls einen Sonderflugplan aufstellen. Die Gewerkschaft hatte zuletzt mit immer wieder aufflammenden Streiks von Mittwoch bis weit in den September gedroht.

Streit um Renten

Ufo verlangt bei der Reform der Betriebs- und Übergangsrenten für die rund 19 000 Flugbegleiter wesentlich höhere Beiträge des Arbeitgebers. Lufthansa soll zudem anerkennen, dass die zum Jahresende 2013 gekündigten Renten-Tarifverträge bis zu einer Neuregelung nachwirken und damit vorerst gültig bleiben. Zur strittigen Frage der Betriebs- und Übergangsrenten war bereits eine Schlichtung gescheitert.

Das Unternehmen und Ufo hatten am Montag intensive Sondierungsgespräche bestätigt, um zu einer neuen Verhandlungsgrundlage zu kommen. Die Lufthansa habe ein "deutlich verbessertes Angebot abgegeben", sagte Baublies. "Wir müssen jetzt dann in den Verhandlungen in den nächsten Wochen gucken, ob es dann wirklich auch so weit trägt, dass etwas unterschrieben werden kann, was tatsächlich ein Tarifvertrag ist, der dauerhaft die Streiks abwendet." Zu den konkreten Inhalten will sich Ufo im Laufe des Tages äußern.

Im Sommer 2012 hatte die Gewerkschaft den ersten Flugbegleiter-Streik in der Geschichte der Lufthansa organisiert und an drei Tagen zusammen rund 1500 Flüge ausfallen lassen. Mit dem parallelen Tarifstreit zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat der Kabinenkonflikt nichts zu tun.

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