Tarifkonflikt in der Stahlbranche Metaller stimmen sich auf Streik ein

Im Tarifstreit der nordwestdeutschen Stahlindustrie trifft die IG Metall erste Vorbereitungen für einen Arbeitskampf. Situationsanalyse der Gewerkschaft: Die Offerte der Arbeitgeber stehe in keinem Verhältnis zu der ausgezeichneten Branchensituation.

Ab sofort werden "alle Vorbereitungen für Urabstimmung und Streik aufgenommen", teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Düsseldorf mit. Zugleich sollen die Warnstreiks bis zur nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag massiv ausgeweitet werden. "Nach der vierten Verhandlungsrunde gibt es entweder ein Ja zu einem ordentlichen Abschluss oder ein Ja zu Urabstimmung und Streik", betonte Nordrhein-Westfalens IG-Metall-Chef Oliver Burkhard.

Bereits am Donnerstag sollen weitere Protestaktionen in drei Unternehmen im Siegerland stattfinden. Für Freitag werden Warnstreiks in Duisburg, Krefeld, Osnabrück und Salzgitter vorbereitet. Unmittelbar vor Beginn der entscheidenden Tarifrunde am nächsten Dienstag ist vor dem Verhandlungsort in Ratingen eine Kundgebung geplant. Die IG Metall erwartet Delegationen aus allen Stahlunternehmen.

Das Angebot der Arbeitgeber: 3,5 Prozent Lohnerhöhung bei einer Vertragslaufzeit von 16 Monaten. Für die IG Metall ist das "völlig inakzeptabel". Mit ihrem Angebot seien die Arbeitgeber "noch Meilen von dem entfernt, was den Beschäftigten in dieser ausgezeichneten Branchensituation zusteht".

Die Gewerkschaft fordert für die rund 85.000 Stahlarbeiter in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen acht Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten für ältere Beschäftigte.