Die Angestellten nehmen es mit dem Arbeitgeber Lufthansa auf: Nach dem Scheitern der Tarifgespräche stehen die Zeichen auf Streik. Potentielle Leidtragende: die Urlaubsreisenden.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gibt sich nach dem Scheitern der Tarifgespräche mit dem Arbeitgeber Lufthansa kampfeswillig. "Die Kampfbereitschaft ist ganz klar da", sagte der Sprecher des Verdi-Bundesvorstandes, Harald Reutter, zu sueddeutsche.de.
Bild vergrößern
Streik in den Sommerferien: Kommende Woche rollt die Urabstimmung an, schon in zwei Wochen könnte unbefristet gestreikt werden. (© Foto: Reuters)
Anzeige
Bereits zu Beginn der kommenden Woche soll die Urabstimmung anlaufen, bis zum 25. Juli wird das Ergebnis erwartet. Stimmen die 52.000 Betroffenen - Boden- wie Kabinenpersonal gleichermaßen - für einen Streik bei Deutschlands größter Airline, könnte der Ausstand bereits einen Tag später beginnen. Dessen Dauer ist derzeit noch völlig offen.
Auch nach der vierten und entscheidenden Tarifrunde hatte es am Donnerstag keine Einigung gegeben. Noch am Mittwoch hatte die Lufthansa ihr vorheriges Gehaltsangebot auf 6,7 Prozent bei einer Laufzeit von 21 Monaten aufgestockt, doch der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi reichte das nicht aus - sie verlangt ein Lohnplus in Höhe von 9,8 Prozent, und das bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Noch in der Nacht waren die Gepräche zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vertagt worden, Donnerstagmittag scheiterten diese dann endgültig.
"Kein Einigungswille erkennbar"
Die Gespräche zwischen Lufthansa-Management und Verdi hätten zu keinem Ergebnis geführt, sagte eine Lufthansa-Sprecherin unmittelbar nach dem Ende der erfolglosen Gespräche. Bei Lufthansa sei "kein Einigungswille erkennbar" gewesen, heißt es bei Verdi-Mann Reutter.
Weil die Mitarbeiter in den vergangenen Jahren nach teils massivem Personalabbau infolge des Angriffs am 11. September 2001 auf das World Trade Center und dem Irak-Krieg eine deutliche Arbeitsverdichtung hätten hinnehmen müssen, wollten diese nun am guten Konzernergebnis beteiligt werden, argumentiert die Gewerkschaft. Und dieser Anteil solle höher ausfallen als die Inflation. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Fluggesellschaft rund 1,7 Milliarden Euro Gewinn erzielt.
Schon während der Urabstimmung soll der Streik vorbereitet werden - damit anschließend sofort losgelegt werden kann. Das Ziel der Gewerkschaft ist klar: Die Lufthansa soll so getroffen werden, dass es dem Dax-Konzern Unternehmen besonders schmerzt - und das ist nun mal die Hauptreisezeit in den Sommerferien. Zehntausende Reisende könnten die Leidtragenden des Streiks in den schönsten Wochen des Jahres werden.
Wie lange und wie umfangreich gestreikt werden soll ist zwar noch nicht absehbar, fest steht allerdings, dass der Streik nicht an fehlender Finanzstärke der Gewerkschaft scheitern wir. Reutter: "Die Streikasse ist prall gefüllt - an solchen Dingen scheitert ein Streik nicht".
(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/hgn)
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank