Nach zehn Monaten haben die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer und die Deutsche Bahn ihren Tarifkonflikt offiziell für beendet erklärt. Beide Tarifparteien können nach außen hin mit dem Kompromiss leben - einige Punkte sind aber wohl noch offen.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat den Tarifkonflikt bei der Bahn für beendet erklärt. GDL-Chef Manfred Schell sagte am Mittwochabend nach sechsstündigen Verhandlungen mit dem Bahnvorstand: "Wir können mit diesem Ergebnis leben."
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Nach seinen Worten hat die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer erkämpft, ohne sich zur Kooperation mit den beiden anderen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA verpflichtet zu haben. Bahn Personalvorstand Margret Suckale sagte hingegen: "Die Gewerkschaften werden kommende Woche diesen Schritt getan haben."
Der Tarifvertrag, der nach den Worten von Suckale nun "steht", entspricht den Eckpunkten, auf die sich Schell am 12. Januar mit Bahnchef Hartmut Mehdorn geeinigt hatte. Demnach erhalten die Lokführer eine Einmalzahlung von 800 Euro, die für den Zeitraum vom Juli 2007 bis Februar 2008 eine Lohnerhöhung ersetzt.
Vom 1.März an zahlt die Bahn ihren Lokführern insgesamt acht Prozent mehr Lohn, vom 1.September an weitere drei Prozent. Zugleich werden aber für die Lokführer neue Entgeltgruppen geschaffen, so dass sie je nach Tätigkeit, Qualifikation und Berufsjahren bessere finanzielle Entwicklungsmöglichkeiten haben als bisher. Wie viel ein Lokführer vom 1.März an tatsächlich mehr verdient, hängt von seiner Einstufung ab.
Über Zusammenarbeit reden
Es sind aber nach wie vor nicht sämtliche Punkte geklärt. Offen ist weiterhin, ob die Rangierführer künftig zu den Lokführern zählen. Weiter sagte der GDL-Chef, er sei "willens", mit Transnet und GDBA ein Papier über eine Zusammenarbeit zu verhandeln. Eine solche Vereinbarung war von der Bahn seit Monaten zur Bedingung für einen Abschluss gemacht worden - und auch am Mittwoch legten beide Seiten auf unterschiedliche Formulierungen Wert.
Schell sagte: "Im Augenblick ist da nichts abzustimmen." Suckale hingegen betonte, dass die Widerspruchs- und Konfliktfreiheit aller Tarifverträge im Bahnkonzern langfristig gewährleistet werden "muss". Ähnlich äußerten sich Transnet und GDBA. "Ohne diese Kooperationsvereinbarung kann der Tarifvertrag schließlich nicht in Kraft treten." Unterschrieben ist der Vertrag noch nicht.
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) deutete Skepsis an: Beim Wegräumen der "letzten Hürden" werde ein "Höchstmaß an Kooperationsfähigkeit" nötig sein, sagte er in Berlin.
(SZ vom 31.01.2008/aho/mah)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
Nun ist es zwar mit den 30% nichts geworden, aber das Machtgerede hört immer noch nicht auf. Wie die Wirtschaft das bezahlen soll, scheint Herrn Schell nicht zu interessieren. Erst, wenn Arbeitsplätze abgebaut werden müssen, weil die Bahn zu teuer wird, wird das Gejammer wieder groß sein. Schade dass Herr Schell diese Zusammenhänge einfach nicht sehen will. Der Steuerzahler wird nicht ewig, die Bahnarbeitsplätze finanzieren wollen.
dass das jetzt immer noch einige nicht verstanden haben. niemand wollte wirklich 30% haben, das war nur verhandlungstaktik. warum die zahl so hoch gegriffen war sah man ja an der sturheit der bahnleitung. warum das einige nach monaten nicht begreifen wollen ist mir ein rätsel. sturheit wohl.
Das ist ja wirklich gnädig, das Herr Schell "mit dem Ergebnis leben kann". Das er lieber über 30% mehr Lohn für die Lokführer erstritten hätte, wissen wir inzwischen alle und ich bin froh, das er damit nun doch nicht durchgekommen ist. Wie man von anderen Gewerkschaften erfährt, wollen auch die sich nicht mehr mit einem einstelligen %-Satz abspeisen lassen und fordern deutlich mehr als bisher. Wo soll die deutsche Wirtschaft denn da hin kommen?
dass der Schell so nachgiebig war. Er hätte diesen abzockern wesentlich mehr abverlangen müssen. Aber OK mich freuts dass diese Abzocker Suckale Mehdorn Brunnhuber und Konsorten klein haben beigeben müssen. ich hoffe dass der Nachfoger vom Schell härtern an diesen abzockerclub rangeht. Weiterhin hoffe ich dass solche Versager wie das genannte Trio aus dem Aufsichtsrat verschwinden werden, aber ich denke diese Hoffnung ist vergebens wer gibt schon so einen Job gerne auf bei dem für dumm rumlabern soviel bezahlt wird.
Herr Esslinger und Herr Bauchmüller, die seit Monaten versucht haben das Ende der Bahn herbeizureden, geben sich kleinlaut. Nichts war zu dämlich Lokführer, GDL und Herrn Schell zu diffamieren. Unzähligemale wurde versucht eine Niederlage der GDL herbei zu reden.
Und nun ist doch anders gekommen!