Im Tarifstreit zwischen Lokführern und der Bahn bleiben die Fronten verhärtet: Nach Ablauf der Friedenspflicht in der Nacht müssen sich Kunden der Deutschen Bahn von heute an auf Streiks und neue Störungen im Bahnverkehr einstellen.
Im Tarifstreit der Lokführer drohen möglicherweise noch an diesem Montag erste Streiks bei der Bahn. Eine Verhandlungslösung war zunächst nicht in Sicht, nachdem der Ton sich am Wochenende noch einmal verschärft hatte.
Offene Konfrontation: Im Tarifstreit zwischen Bahn und Lokführern stehen die Zeichen auf Streik (© Foto: dpa)
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Während der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokführer, Manfred Schell, die "Waffengleichheit" mit der Bahn hervorhob, sprach Bahn-Personalchefin Margret Suckale der Gewerkschaft den Willen zum Kompromiss ab.
Beide Parteien wollten am Vormittag ihre Strategien bekannt geben, nachdem die Friedenspflicht in der Nacht ausgelaufen ist. Insider der Bahn rechneten für spätestens Dienstag mit ersten Arbeitsniederlegungen.
Am Mittwoch, dem Tag der Einheit, soll es nach den Worten Schells keine Streiks geben. Die GDL hatte im Juli den Bahnverkehr mit Warnstreiks mehrmals für Stunden lahmgelegt.
Ein Notfallplan der Bahn soll sicherstellen, dass auch während der Streiks mehr als die Hälfte der Züge fährt. Bahnsprecher Uwe Herz antwortete auf die Frage, ob das Unternehmen mit Aussperrungen auf Arbeitsniederlegungen reagieren werde: "Wir behalten uns alle Möglichkeiten vor, Streiks zu verhindern."
Suckale warf im Handelsblatt (Montagausgabe) der GDL vor, gar nicht an einer Lösung interessiert zu sein. Die GDL "will offensichtlich keinen Kompromiss", sagte sie. Gegen drohende Streiks werde die Bahn bei Bedarf auch wieder gerichtlich vorgehen.
Bahnchef Hartmut Mehdorn bot der GDL in der Bild-Zeitung etwa zehn Prozent mehr "ab sofort" an.
Das setze sich zusammen aus zwei Wochenstunden bezahlter Mehrarbeit, zusammen mit dem mit den anderen Gewerkschaften erreichten 4,5-prozentigen Tarifabschluss und Verbesserungen bei den Zulagen.
Schell hatte zuvor erklärt, er rechne nicht mit wochenlangen Streiks. "Ich denke, dann wird die Politik irgendwann eingreifen und den Bahnvorstand zur Räson bringen", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die GDL fordert einen eigenständigen Tarifvertrag und Verbesserungen bei Arbeitszeit und Entgelt.
Die Bahn will erreichen, dass streikwillige Fahrer erst gar nicht auf die Führerstände gelangen. Einen entsprechenden Spiegel-Bericht bestätigte ein Bahnsprecher. Einspringen sollen Lokführer, die den Gewerkschaften Transnet und GDBA angehören, sowie Beamte, die nicht streiken dürfen. So soll sicher gestellt sein, dass deutlich mehr als 50 Prozent aller Züge im Nah- und Fernverkehr fahren.
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(AP/AFP)
Unnütze Hygienemaßnahmen
Solange Wirtschaftsfunktionäre mit BWL Inselintelligenz und kaltschnäuzigen Eigeninteressen wie Mehdorn oder Schremp (30 Milliarden in den Sand gesetzt, selbst aber Millionen abkassiert) an den Schaltstellen sitzen, werden Konflikte verschärft, was leider alle anderen aber nicht die Verursacher ausbaden müssen.
Sind die Lokführer Zwangsarbeiter? Niemand ist verpflichtet den Job zu machen. Alle haben vorher gewußt, wie viele man dabei verdient. Es gibt Lokführer bei privaten Unternehmen, die weitaus weniger verdienen, als die jetzt "schlecht bezahlten" bei der Bahn AG.
Die Bahn AG sollte sich auf keine Fall erpressen lassen. Auch nicht von den Streiks. Am besten ist, wenn die Bahn Aussperrungen der Streikenden vornimmt, solange die nicht zur Vernunft kommen.
Alle anderen Beschäftigen, auch nicht GDL-Lokführer, haben sich mit ordentlichen 4,5 % mehr zufrieden gegeben.
nennt man im neoliberalen Jargon heutzutage schon Lohnerhöhung? Na Prost. Schon alleine das wär ein Grund zu streiken!