Ein Kommentar von Detlef Esslinger

Acht Prozent mehr Geld - die Forderung ist für die Beschäftigten der Länder kaum durchsetzbar. Dazu ist ihr Organisationsgrad zu gering.

Die Gewerkschaften hatten keine andere Wahl. Acht Prozent mehr Geld haben Verdi und der Beamtenbund für die 800.000 Beschäftigten von 14 Bundesländern gefordert - exakt diese Prozentzahl war zu erwarten.

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Auch die Länderbediensteten können streiken, wie sie 2005 bewiesen. Ob sie aber auch 2009 auf die Straße gehen werden? (© Foto: AP)

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Nicht, weil die acht Prozent Usus geworden sind, egal wie schlecht die Wirtschaftsaussichten auch sein mögen. Sondern weil die Gewerkschaften vor einem Jahr, als es um die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen ging, ebenfalls acht Prozent gefordert haben.

Den Beschäftigten der Länder wäre es nicht zu vermitteln, wenn ihre Interessenvertreter nun bescheidener aufträten. Eine Krankenschwester, die bei einer Uniklinik (also beim Land) beschäftigt ist, will schließlich genauso viel verdienen wie ihre Kollegin im Städtischen Krankenhaus.

Kein Wort von der Urabstimmung

Aber dazu wird es kaum kommen. Und dies weniger deshalb, weil Anfang 2009 während einer Rezession verhandelt wird, während es Anfang 2008 einen Boom gab. Der Grund dafür wird auch nicht die halbierte Inflationsrate sein. Der Grund ist struktureller Natur.

Unter den Beschäftigten der Länder haben die Gewerkschaften weitaus weniger Mitglieder, als dies bei den Kommunen der Fall ist. Den Städten können sie mit Streikdrohungen Angst einjagen, den Ländern kaum.

Erinnert sich noch jemand, wie die Gewerkschaften bereits Monate vor der Tarifrunde mit dem Bund und den Kommunen Streiks androhten, wie Verdi-Chef Frank Bsirske die Urabstimmung kaum erwarten konnte? Diesmal: kein Wort davon. Wer zu dem Thema etwas erfahren will, muss den Verhandlungsführer der Länder hören. Der gibt ungefragt bekannt, dass er einen Streik aushalten werde. Womit die Gefechtslage präzise umrissen ist.

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(SZ vom 10.12.2008/pak)