Die Lufthansa will mit den drei im Konzern vertretenen Gewerkschaften einen gemeinsamen Verhaltenskodex für Tarifkonflikte erarbeiten - und so die Hürden für Streiks erhöhen.
Die Lufthansa will die drei im Konzern vorhandenen Gewerkschaften durch einen Verhaltenskodex für Tarifkonflikte in Zaum halten, der gemeinsam erarbeitet werden soll. "Ich möchte alle bei Lufthansa vertretenen Gewerkschaften einladen zu einem Dialog am Runden Tisch", sagte Lufthansa-Personalchef Stefan Lauer der Mitarbeiterzeitschrift Lufthanseat.
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Lufthansa-Personalchef Stefan Lauer möchte verhindern, dass durch Streiks Maschinen am Boden bleiben. Der von ihm geplante Verhaltenskondex stößt bei den Gewerkschaften auf wenig Gegenliebe. (© Foto: Reuters)
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Streiks hatten die Fluggesellschaft in den vergangenen Wochen massiv getroffen. Um Streiks zu vermeiden, sollen die Tarifpartner in ein Schlichtungsverfahren gehen, bevor zu einem Arbeitskampf aufgerufen werde. Erst nach diesem "ernsthaften Versuch einer Einigung über einen neutralen Dritten" könne dann gestreikt werden.
Zudem plädierte der Personalchef für eine Regelung über den Umgang miteinander konkurrierender Gewerkschaften. Die Rivalität zwischen den Arbeitnehmerorganisationen erschwert bislang eine Einigung in Tarifverhandlungen. Offen zutage tritt dieser Konflikt beim Kabinenpersonal, das neben der Flugbegleitergewerkschaft UFO auch von Verdi vertreten wird.
"Schlichtungsabkommen nicht notwendig"
Hier müssten beide Partner den Blick auf das Gesamtinteresse im Auge behalten, sagte Lauer. "Das 'Wir' darf uns nicht verloren gehen." Um trotz der Rivalität zu einheitlichen Tarifabschlüssen für eine Beschäftigtengruppe zu kommen, müsse es Spielregeln geben.
In England etwa stimmten die Mitarbeiter darüber ab, welche Gewerkschaft sie bei Verhandlungen vertreten soll. "Ein solches Verfahren wäre "nicht nur fair, sondern demokratisch", sagte Lauer.
Bei den Gewerkschaften stieß der Vorschlag von Lufthansa auf wenig Gegenliebe. Ein Schlichtungsabkommen sei aus Sicht der Gewerkschaft Verdi nicht notwendig, sagte ein Sprecher. Der Gewerkschaft liegt nach eigenen Angaben keine Einladung von Lufthansa für eine Gesprächsrunde vor.
Bei dem Konzern gibt es noch einige offene Tarifkonflikte. Während Lauer in den vergangenen Wochen bereits einen Abschluss für das Bodenpersonal und die Billigflugtochter Germanwings unterzeichnet hatte, steht eine Einigung für einen Großteil des Kabinenpersonals und die Regionalflugtochter CityLine noch aus.
(Reuters/gal)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
In England etwa stimmten die Mitarbeiter darüber ab, welche Gewerkschaft sie bei Verhandlungen vertreten soll. "Ein solches Verfahren wäre "nicht nur fair, sondern demokratisch", sagte Lauer.
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gehen die diese Gewerkschaften dann auch nach dem PIN-Modell für die Bezahlung unter dem Mindestlohn zur Demo?
Neben einigen Körnchen Wahrheit ist leider auch eine Menge Heuchelei in dem Artikel zu erkennen. Wenn es nämlich um die Gehälter geht, wird Loyalität reklamiert. Geht es um die Vorstände und Aufsichtsräte, erinnert man sich plötzlich an nichts mehr.
Nun ist es zwar legitim, wenn die LH eine einzelne Gewerkschaftsgruppe favorisiert, man sollte sich aber überlegen, warum es zu der gewerkschaftlichen Zersplitterung kam. Hinzu kommt leider auch, dass die Gewerkschaften auch nicht immer nur das Wohl ihrer Mitglieder oder der Gesellschaft im Auge haben. Richtig ist vielmehr, dass sich eine Reihe von Personen ihre Pfründe sichern oder erhalten wollten. Richtig ist aber auch, dass die eine oder andere Gewerkschaft ihre Mitglieder nicht so vertreten hat, wie es nötig gewesen wäre. Mir scheint es leider so zu sein, dass die Granden dieser Gewerkschaften es nicht schaffen, über ihren Tellerrand hinauszuschauen, um zu erkennen, dass ihre Vorgehensweise sogar schädlich ist für ihre Organisationen.
Der nächste Schritt von Seiten der LH könnte sein, dass man sich irgendwann vor dem EUGH in Luxemburg trifft. Und dann wird es eng für die Gewerkschaften, denn dort wird nach neo liberalem Gedankengut geurteilt, was eindeutig zur Schwächung der Organisation führen wird.
"Das Wir darf uns nicht verloren gehen."
"Wir", die Aktionäre und Großverdiener im Konzern, sagen "Euch", dem arbeitenden Volk, wie Verhandlungen in Zukunft laufen müssen.
"Wir" können in Boomzeiten "Eure" Gehälter nicht erhöhen, weil wir für schlechte Zeiten vorsorgen müssen, um dann niemanden entlassen zu müssen.
"Wir" müssen viele von "Euch" in schlechten Zeiten feuern, damit die Rendite auch in diesen Zeiten die Werte der Boomzeiten erreicht.
Kann sich jemand vorstellen, diese Abzocker empfänden auch nur irgendeine Form eines "Wir"-Gefühles mit ihren Mitarbeitern?