Der Konzern U.S. Aerospace reicht das Angebot für einen der größten Aufträge der US-Luftwaffe mit einer Verspätung von fünf Minuten ein. Angeblich wegen einer falschen Wegbeschreibung.
Es ist kurios: Das dritte Angebot für den Milliardenauftrag der US-Luftwaffe für den Bau von Tankflugzeugen ist fünf Minuten nach Ende der Frist eingereicht worden. Schuld daran trage allerdings die Luftwaffe selbst, beklagte der Konzern U.S. Aerospace, der das Angebot gemeinsam mit dem ukrainischen Flugzeugbauer Antonow vorbereitet hatte.
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"Unser Angebot wurde am 9. Juli 2010 per Hand übergeben", behauptet U.S. Aerospace in einer Eingabe an den Rechnungshof des US-Kongresses. (© dpa)
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Die beiden Unternehmen wurden vom Bieterprozess deshalb ausgeschlossen. "Unser Angebot wurde am 9. Juli 2010 per Hand übergeben", schrieb U.S. Aerospace in einer Eingabe an den Rechnungshof des US-Kongresses. Der Zusteller der Bewerbung habe die Luftwaffenbasis "mehr als eine halbe Stunde vor Ende der Frist um 14.00 Uhr" erreicht.
"Das Personal der Luftwaffe versagte dem Boten zunächst den Eintritt zur Basis und gab ihm dann eine falsche Wegbeschreibung." Auch wenn der Eingangsvermerk 14.05 Uhr ausweise, sei das Angebot "vor Ende der Frist unter Kontrolle der Air Force gewesen", erklärte U.S. Aerospace.
Pentagon - der dritte Versuch
Der Konzern warf dem Verteidigungsministerium vor, die Verspätung "als Vorwand zu nutzen", das Angebot nicht zu prüfen, "weil sie politische Schwierigkeiten mit unserem osteuropäischen Zulieferer haben". U.S. Aerospace und Antonow hatten erst kurz vor Ende der Ausschreibungsfrist bekanntgegeben, sich um den Milliardenauftrag bewerben zu wollen.
Die Unternehmen setzten dabei darauf, die beiden anderen Bewerber - den europäischen Rüstungskonzern EADS und den US-Flugzeugbauer Boeing - beim Preis unterbieten zu können. Die Teile für die Tankflugzeuge sollten in der Ukraine gefertigt und dann in den USA zusammengebaut werden.
Die Ausschreibung für den Riesenauftrag ist bereits der dritte Versuch des Pentagon, neue Tankflugzeuge für die US-Streitkräfte zu bestellen. Eine erste Ausschreibung hatte 2003 Boeing gewonnen.
Entscheidung bis Mitte November
Allerdings annullierte die Regierung das Verfahren, nachdem bekanntgeworden war, dass eine Pentagon-Mitarbeiterin Boeing mit Informationen über das Konkurrenzangebot von EADS versorgt hatte.
In einem zweiten Verfahren setzten sich EADS und Northrop Grumman im Februar 2008 durch. Boeing focht das Vergabeverfahren darauf vor dem Rechnungshof des US-Kongresses jedoch erfolgreich an. Die US Air Force soll nun bis Mitte November über die Vergabe entscheiden.
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(sueddeutsche.de/AFP/hgn/pak)
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Die Firma hatte natürlich absichtlich mit ihrem Billiggebot bis zum allerletzten Moment gewartet, damit die Konkurrenten ihre Gebote nicht schnell noch aufbessern konnten. So ist es halt im Geschäftleben. Manchmal funktioniert diese Strategie, aber sie ist sehr riskant.
...sichert eine solche Frist ab und macht nicht alles auf den letzten Drücker.
Russisches Tankflugzeug für die Airforce, so weit sind sie in Amerika auch noch nicht.
Brüller...! Da ist ungefähr so, als wenn ein Examenskandidat 5 Min. zu spät kommt und argumentiert, er sei aber schon seit 2 Std. auf dem Unigelände, hätte aber den Weg aus der Mensa nicht gefunden...
Wahrscheinlich konnte der Bote sich auch nicht richtig verständlich machen, weil die Wachen am Eingang (noch) kein Russisch verstehen...
für den "Darwinian-Corruption-Victim-Price", der allerdings noch geschaffen werden müßte.
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