Eine Riesenchance: Georg Fahrenschon gilt als der Nachfolger Erwin Hubers im bayerischen Finanzministerium - der vorläufige Höhepunkt einer steilen CSU-Karriere.
Was tun Politiker nicht alles im Wahlkampf? Heute muss Georg Fahrenschon auf einem Bauernhof in Dürrnhaar bei München Mist schaufeln, die Kuh Flocke melken und Traktor fahren. Oder zumindest so tun als ob, für die Fotografen. Das alles gehört nicht zum üblichen Repertoire des CSU-Staatssekretärs im bayerischen Finanzministerium.
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Er könnte Erwin Hubers Nachfolger als Finanzminister werden: Georg Fahrenschon, der "Mann der Zahlen". (© Foto: ddp)
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Und irgendwie sieht er auch so aus, als wäre er an diesem Samstag um sieben Uhr morgens lieber ganz woanders, vermutlich bei seiner Frau und seinen zwei kleinen Töchtern. Oder wenigstens bei seinen Akten. Mit nigelnagelneuen Gummistiefeln stapft er durch den grauen Augustmorgen und den Kuhmist. Neben ihm stiefelt der gutgelaunte Jungbauer Wilhelm Zeidler, und dessen Blaumann ist wesentlich überzeugender verdreckt als die Jeans von Fahrenschon.
"Riesenchance" als Hubers Nachfolger
Nein, es gibt Dinge, die kann er besser. Viel besser. Die Erbschaftsteuer zum Beispiel hat er drauf. Und sowieso alles, was mit Zahlen zu tun hat. Da ist er sehr gut. Das sagt sogar die Konkurrenz von der SPD, natürlich nur hinter vorgehaltener Hand und nicht zu laut, aber ja, der Fahrenschon, der wisse, wovon er spricht.
Und dass er gute Chancen hat, dem bayerischen Finanzminister Erwin Huber im Amt nachzufolgen, das stellt auch kaum mehr jemand in Frage. Außer Fahrenschon selbst. Er beteuert, dass schon der Job des Finanzstaatssekretärs eine "Riesenchance" für ihn als 40-Jährigen sei. Weiter denke er noch gar nicht. Das muss er wohl sagen.
Mit nur 40 Jahren ist er tatsächlich jung für einen, der im bayerischen Kabinett sitzt und wichtige politische Entscheidungen trifft. Als Ministerpräsident Günther Beckstein ihn im Oktober 2007 für den Job des Finanzstaatssekretärs nominierte, wunderte das trotzdem niemanden. Fahrenschon hat sich den Posten erarbeitet. Fünf Jahre lang saß er für die CSU im Bundestag in Berlin, war Vorsitzender des Arbeitskreises Finanzen und Haushalt der CSU-Landesgruppe, außerdem Mitglied im Finanzausschuss.
Als Huber und Beckstein einen Finanz- und Haushaltsexperten für den Posten des Staatssekretärs suchten, kamen sie kaum an ihm vorbei. Wobei - fast wäre er CSU-Generalsekretär geworden. Aber dann holte ihn Huber doch ins Finanzministerium und damit in seine Nähe. Er wird wissen, warum.
"Zahlen sind verlässlich"
Ja, er mag Zahlen, sagt Fahrenschon. Dann lacht er amüsiert über die Frage, wird aber schnell wieder ernst. "Zahlen sind handfest, verlässlich." Jurist hätte er nicht werden können, sagt der Diplom-Volkswirt. "Wortklauberei liegt mir nicht. Zahlen sprechen eine viel klarere Sprache."
Fahrenschon ist keine Dampfplaudertasche, wie man sie in der Politik immer wieder trifft. Er weiß gerne, wovon er spricht. Der bayerische Haushalt umfasst "39 Milliarden", das Finanzministerium ist mitverantwortlich für "300.000 Beamte" und er hat seinen Wahlkreis München-Land 2005 mit "52,7 Prozent" gegen Otto Schily gewonnen. Er mag Zahlen tatsächlich. "Mit Zahlen lässt es sich fundiert und sachlich argumentieren."
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Ich konnte ihn mal nachts auf der Lindwurmstraße im Auto beobachten (deutlich am Wahlkampfaufkleber zu erkennen - und er saß am Steuer). Ein recht markanter Fahrstil würde ich sagen. Und ich bin weiß Gott auch kein Kind von Traurigkeit, aber seitdem weiss ich: Fahrenschon fährt nicht schön,
Nun ja, da ist ihm vielleicht etwas zu Kopf gestiegen, ansonsten mag er ja ganz toll sein.
...stimmt einfach. Georg Fahrenschon ist definitv einer der besten Politiker: sachbezogen, fachlich absolut top. Er genießt hohes Ansehen hier im Landkreis als auch in Berlin, über alle Parteigrenzen hinweg.
Was noch dazu kommt: Er ist einfach sympatisch! Wer die Gelegenheit hatte ihn kennezulernen wird das bestätigen.
Er ist wirklich ein Lichtblick unter lauter Dilettanten und Unfähigen Funktionsträgern in der CSU. Und das er sich auf harte Fakten (Zahlen) anstatt auf Mutmassungen verläst, macht ihn mir schon sehr sympatisch.
Das Huber ihn geholt hat war nur um ihn ruhig und kalt zu stellen (ein Unfähiger duldet niemals einen Fähigen neben sich (Konkurrenz ausschalten)).
Wenn es mehr Fahrenschons in der CSU gäbe (die gibt es wie in jeder Partei, haben aber keine Chance hochzukommen, da sie eine Bedrohung für die Minderfähigen darstellen (wie im wahren Leben)), dann wäre die CSU eine andere Partei.
Leider ist die Wirklichkeit bei der CSU, dass sie von drei kompletten Dilletanten geführt wird, die ihre komplette Unfähigkeit mit widerlichem Gepöbel überspielen müssen.
Der gure Fahrenschon tut mir Leid, denn er wird wenn kein Wunder in der CSU geschieht, nie dahin kommen wo er wirklich hingehört. Aber vielleicht ist in 3 Wochen die Zeit für ihn gekommen, wenn hoffentlich die CSU so eine Abreibung bekommt, das Hadertauer, Huber und Konsorten ihre Posten räumen müssen, auf denen sie zu Unrecht sitzen. Dann kommt die notwendige Erneuerung der verosteten Partei.
sympathisch.