Rekord-Zinssenkungen: Schweden und Großbritannien machen Geld billig wie lange nicht mehr. Nimmt sich die EZB ein Beispiel?
Bevor am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Entscheidung über eine Leitzinssenkung bekannt gibt, hat die schwedische Notenbank mit einer Zinssenkung in Rekordhöhe für einen Paukenschlag gesorgt. Sie reduzierte den Leitzins am Donnerstag um 175 Basispunkte auf zwei Prozent.
Gebannt wartet die Finanzwelt auf die Zinsentscheidung aus Brüssel. Auf dem Foto das EZB-Gebäude in Frankfurt am Main. (© Foto: dpa)
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Ökonomen hatten in Schweden zwar mit einer deutlichen Zinssenkung, aber nicht mit einem solch dramatischen Schritt der Stockholmer Währungshüter gerechnet. Der Kurs der schwedischen Krone gab kräftig nach.
Auch Großbritannien reduziert
Auch die Briten zogen am Mittag nach: Die Bank von Engalnd schraubte den Leitzins um ein Prozentpunkt auf zwei Prozent runter. Damit ist der Zinssatz so tief wie seit 1951 nicht mehr. Wegen der weltweiten Finanzkrise hatte die Zentralbank den Leitzins zunächst im Oktober von fünf Prozent auf 4,5 Prozent gesenkt. Im November wurde er noch einmal überraschend deutlich um 1,5 Punkte auf drei Prozent gesenkt.
Der schwedische Zentralbank-Gouverneur Stefan Ingves begründete seinen Überraschungscoup mit einer zu erwartenden weiteren kräftigen Eintrübung der wirtschaftlichen Aktivität im kommenden Jahr. Der Schritt sei nötig, um den Einbruch bei Produktion und Beschäftigung zu kontern und gleichzeitig das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Allerdings will Ingves den Leitzins offenbar nicht mehr so schnell antasten. Der Zinssatz werde im kommenden Jahr wohl auf dem jetzt erreichten Niveau bleiben, heißt es in der schriftlichen Begründung.
Rätselraten um EZB-Entscheidung
Von Analysten gab es viel Lob für den Schritt: "Das war wirklich gut", sagte Mats Kinnwall von Handelsbanken. Torbjorn Isaksson von Nordea sprach von einer faustdicken Überraschung. "In außergewöhnlichen Situationen sind außergewöhnliche Maßnahmen angebracht. Und das ist es, was wir gerade erleben." Knut Halberg von der Swedbank erwartet nun einen "kräftigen Schub" für die schwedische Wirtschaft.
Bereits am Vortag hatte auch die neuseeländische Zentralbank den Geldhahn aufgedreht und die höchste Leitzinssenkung ihrer Geschichte beschlossen. Bei ihrer vierten Zinssenkung seit Juli schraubte sie den neuseeländischen Schlüsselzins um 150 Basispunkte auf 5,0 Prozent zurück. Der Leitzins erreichte damit den tiefsten Stand seit Dezember 2003.
Die Reserve Bank of New Zealand kündigte außerdem weitere Zinsschritte an, um die Rezession der Wirtschaft einzudämmen und vom globalen Abschwung abzukoppeln. Analysten, die bereits vor der Entscheidung der Zentralbank mit der höchsten Senkung seit Einführung des Leitzinssatzes 1999 gerechnet hatten, gehen bereits im Januar von einer weiteren Senkung um 100 Basispunkte auf dann 4,0 Prozent aus.
Ganz so hoch wird die Zinssenkung der EZB wohl nicht ausfallen, Experten rätseln noch, wie deutlich der Schritt ausfallen wird. Viele hofften auf einen großen Zinsschritt von mehr als 50 Basispunkten, an den Finanzmärkten wurden nach den Schritten Neuseelands und Schwedens 75 Basispunkte erwartet. Die meisten Volkswirte glaubten jedoch nicht daran, dass die Hüter des Euro erstmals in der Geschichte der Währungsunion so stark an der Zinsschraube drehen würden.
Zinssenkung in London
Dennoch dürfte die schwedische Zinsentscheidung bei den Beratungen des dieses Mal in Brüssel tagenden EZB-Rats für Furore und Diskussionen sorgen: "Sie (die Riksbank) hat den Ton für den Rest des Tages vorgegeben", sagte Währungsstrategin Audrey Childe-Freeman von Brwon Brothers Harriman in London. "Das bestätigt, dass die Zentralbanken derzeit sehr aggressiv vorgehen, und die Riksbank ist da keine Ausnahme."
Die Schweden hatten den derzeit gültigen Leitzins, der 1994 eingeführt worden war, noch nie stärker als um einen halben Prozentpunkt gesenkt. In der langen Geschichte der Notenbank hatte es aber bereits größere Ausschläge gegeben. Die 1668 gegründete Riksbank ist die älteste Zentralbank der Welt.
Zuvor fällt eine Zinsentscheidung in London. Von der britischen Notenbank wird am Mittag ein Zinsschritt um mindestens einen Prozentpunkt nach unten erwartet. Zentralbank-Gouverneur Mervyn King hatte im November mit einer massiven Zinssenkung um 150 Basispunkte auf drei Prozent überrascht.
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(sueddeutsche.de/Reuters/tob/pak/mel)
Oder, weil das vermutlich nicht deutlich genug war, das Runterleiern von Gemeinplätzen leistet keinen Beitrag zur Wahrheitsfindung.
Was Sie da schreiben ist exakt analog zum Gerede der Brunnenbohrer von Wasseradern.
@tinus. Sie hatten da letztes Mal in einem anderen Thread geschrieben, daß das Geld dieses fünft reichsten Mannes Deutschlands in Investitionen festliege...
Dazu, Danny DeVito in "Ruthless people"... "Tell him some BS. Tell him that you haven't got the money, that it's all tied up in investments."
Was ich damit sagen will, Sie, tinus, haben hier als letzter das Recht, die Langweiligkeit von Meinungen zu monieren.
Bricht der Dollar mal wieder zusammen? Wird diese Geschichte nicht langsam langweilig?
Naja, es gibt nur zwei Strategien.
1. Vom Dollar abkoppeln.
2. Zusammen auffliegen.
Wer da nicht klar eine von beiden Linien verfolgt ist in jedem Fall der Dumme.
und blasen den Papier-Geld-Ballon weiter auf. Amn das "Brutto-Inland-Ausland -Produkt " (BIPglobal summiert) hält sich doch niemand mehr. Die Amis haben`s vorgemacht seit 2006, als sie M3 nicht mehr veröffentlichten. Daraus muß man schließen, dass denen die "Schieflage" durchaus bewußt war. Sie , das Imperium,haben es aber auf den dollarbasierten 8 000 000 000 000 CRASH weltweit ankommen lassen ! In der Gewißheit, (wenn der liebe Gott schon nicht helfen sollte) immer der Steuerzahler (und das ist das Feine ja, nicht nur in Amerika) es schonl richten wird.(z.B. Steinbrück mit 8 Mrd). Und so Gott uneinsichtig dann immer noch nicht beispringen sollte, die Rezession (sinkenden Löhnen ,Vermögensvernichtung etc.), auf jeden Fall aber die unausweichliche Inflation (VWL 1. Semester : Geld -Blase = nachfolgende Inflation ) das in der Zukunft schon wieder ausbügeln wird. Wann ,steht in den Sternen. Schöne Aussichten!