Das Camp soll ein Erlebnis sein

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Lernen Fußball, Handball und Basketball genauso kennen wie Turnen, Leichtathletik und Judo. Zehn Trainer aus den jeweiligen Fachrichtungen nehmen die Schüler an die Hand, helfen, unterstützen, beaufsichtigen.

Abends gibt es neben Spaghetti Bolognese oder Gulasch auch eine Nachtwanderung, bevor die Kinder todmüde in ihre Schlafsäcke im oberen Teil der Sporthalle kriechen. "Wir wollen, dass das Camp für die Kinder zum Erlebnis wird", sagt Neugebauer. Gerade, weil viele in wirtschaftlich schweren Zeiten nicht in den Urlaub fahren könnten.

Die zehnjährige Isabella hat sich mittlerweile eines blonden Knirpses angenommen, und hilft ihm, einen kleinen Kasten zu erklimmen. "Und hops", piepst sie, als der Junge sich endlich hochgezogen hat und mit Indianergeheul in die Schnitzelgrube springt. Hier kommen alle zusammen: Große und Kleine, Anfänger und Halbprofis wie Isabella, die schon seit ein paar Jahren im Verein turnt. "Die Kinder lernen voneinander", erklärt Helene Neugebauer.

Immer hat sie ein Auge auf die tobenden Kinder gerichtet, die einer nach dem anderen den Sprung in die Schnitzelgrube wagen. Selbst solche, die sich zuvor außerhalb des Schulsports wenig bewegten, trauten sich nach einer kurzen Eingewöhnung schon einiges zu, sagt sie.

Auch Universitäten sollen überzeugt werden

"Das ist dann immer ein schönes Gefühl, für die Kinder und auch für uns." Das kommt nicht zuletzt dem Verein zugute. Schon mehrfach sind die Kleinen beim Sportlercamp auf den Geschmack gekommen und haben sich danach einer festen Trainingsgruppe angeschlossen.

Was in Unterhaching geht, geht vielleicht auch deutschlandweit: Neben dem eigenen Verein wollen Zach und Neugebauer jetzt auch Universitäten, Schulen und andere mögliche Träger von ihrem Konzept überzeugen. "Es gibt so viele Sportstätten, die über die Ferien leerstehen", sagt Neugebauer. Damit könne man eine Menge Kinder glücklich machen. "Viele Studenten hätten bestimmt Spaß daran, so etwas auf die Beine zu stellen."

Die hätten schließlich auch Ferien und freuten sich über ein bisschen Abwechslung vom Lernstress. Neugebauer spricht aus Erfahrung: Sie selbst studiert Wirtschaftswissenschaften in Augsburg, Freundin Sabrina Lehramt in München.

Für die beiden gehörte Sport schon von Kindesbeinen an zum Alltag. Bis heute sind sie als Turnerinnen auf Barren, Reck und Boden in ganz Deutschland zu Hause. In der Turnabteilung des TSV Unterhaching lernten sie sich kennen. "Fast nirgends findet man so schnell Freunde wie beim Sport", sagt Helene Neugebauer. "Wäre doch schade, wenn Kinder diese Chance nicht haben."

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  1. Aber bitte toben
  2. Sie lesen jetzt Abendspaziergang und Spaghetti
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(SZ vom 18.09.2009/afi/hgn)