SZ-Serie: Generation D Aber bitte toben

Leerstehende Turnhallen und gelangweilte Kids - zwei Studentinnen bringen beides zusammen. Ihre Sportcamps in den Schulferien sind ein Renner.

Von Miriam Olbrisch

Noch einmal tief Luft holen, dann setzt Isabella zum Sprung an. Der kleine Körper faltet sich zum Salto, bevor er von einem ausgelassenen Gluckser begleitet in einer Grube mit Schaumstoffschnitzeln landet. Der blonde Pferdeschwanz zischt hinterher. "Das sah super aus", kommt prompt das Lob von der Seite. Die Zehnjährige strahlt.

Noch vor einem Jahr hätte Isabella an einem ähnlichen Sommerferientag vielleicht zu Hause gesessen, während nur wenige Kilometer weiter die Unterhachinger Generali-Sportarena ungenutzt im Ferienschlaf versunken wäre. "So eine Verschwendung", sagt Helene Neugebauer entschieden.

"Das muss doch nicht sein." Und so fand die Augsburger Studentin eine Lösung: ein Feriensportprogramm für Kinder in den leerstehenden Sportstätten von Schulen und Universitäten. Zusammen mit ihrer Freundin Sabrina Zach tüftelte die heute 24-Jährige an einem Konzept. Die Idee zum Hachinger Sportlercamp war geboren.

Lohnt sich das überhaupt?

Dass das Projekt überhaupt an den Start gehen konnte, war nicht selbstverständlich. Der TSV Unterhaching, dem die Studentinnen ihre Idee vorstellten, war zunächst skeptisch. Gibt es genügend Interessenten? Und rechnet sich das überhaupt? Das tut es: Jedes Kind zahlt für drei Tage Rundumbetreuung mit Verpflegung und Übernachtung 100 Euro, für Vereinsmitglieder ist es 20 Euro billiger.

"Solange wir ausgebucht sind, bleibt da für die Vereinskasse noch etwas übrig." Die Überschüsse kommen der Jugendkasse zugute oder decken die Defizite, wenn sich nicht genügend Kinder anmelden. So arbeitete das Camp bisher höchst profitabel.

Seit der Gründung 2006 springen in den Osterferien und neuerdings auch im Sommer zwischen 30 und 60 Kinder durch den Generali-Sportpark in Unterhaching. Es hätten noch viel mehr sein können. "Meistens müssen wir eine Warteliste anlegen", erzählt Helene Neugebauer.

Wie ihre Schützlinge trägt auch sie ein himmelblaues T-Shirt mit einem lachenden Smiley und dem Schriftzug des Camps auf der Brust. So läuft sie Werbung in eigener Sache. Mit Erfolg: Ihre Idee kommt an. Drei Tage lang können die Sprösslinge sich austoben.