SZ: Mit einem oder mehreren Automobilherstellern?
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Hayek: Mit einem wichtigen, guten und großen.
SZ: Nach den Erfahrungen mit Mercedes und Volkswagen beim Smart - würden Sie auch wieder mit diesen beiden reden?
Hayek: Ich habe keine schlechten Erfahrungen mit der heutigen Führung von Mercedes und VW gemacht, sondern nur mit einem, noch in der Führung stehenden Mann von VW.
SZ: Sie meinen Ferdinand Piëch.
Hayek: Ja, denn Hochmut kommt bei mir sehr schwer an. Viele hochbezahlte Automobil-Manager haben Maschinenbau studiert und sind in diesem Fach Spitze, haben aber Mühe, andere Entwicklungen vollumfänglich zu verstehen und zu akzeptieren. Die werden noch umdenken müssen. Nach den Erfahrungen mit dem Smart werde ich kein Auto mehr selbst bauen, sondern nur Komponenten für einen Motor oder die Lizenz, um einen Motor zu produzieren, vergeben. Das erste Teil für einen solchen Motor kann in zwei bis drei Jahren auf den Markt kommen.
SZ: Wie lange wird Belenos Verluste machen?
Hayek: Belenos macht keine Verluste. Belenos investiert. Verluste sind etwas, was man verliert, Investitionen sind nicht verloren. Im Moment belaufen sich die Investitionen in Belenos auf circa 50Millionen Franken. Das kann aber viel mehr werden.
SZ: Wird Belenos irgendwann ein Börsenkandidat?
Hayek: Nein, die Börse ist für eine Firma wie Belenos zurzeit nichts Positives.
SZ: Es ist bekannt, dass Sie die Börse nicht mögen. In letzter Konsequenz müssten Sie Swatch von der Börse nehmen?
Hayek: Als ich mich damals von den Banken überreden ließ, 51 Prozent von Swatch anstatt 100 Prozent zu erwerben, war diese bereits an der Börse notiert und ich habe damals von den Finanzmärkten noch nicht genug verstanden. Ich war Unternehmer, das bin ich immer noch. Daher hätte ich Swatch damals ganz übernehmen sollen. Heute müsste ich allen anderen Aktionären ein Abfindungsangebot machen.
SZ: Was hindert Sie?
Hayek: Das kostet mich fünf bis zehn Milliarden Franken. Dazu müsste ich Kredite aufnehmen und dann reden mir Banker in mein Geschäft rein. Dann bin ich nicht mehr Herr im Haus. Da finde ich mich lieber damit ab, dass Swatch an der Börse ist und tue etwas Produktiveres.
SZ: Im Februar sind Sie 80 Jahre alt geworden. Haben Sie Angst, dass Ihnen die Zeit davonläuft?
Hayek: Angst nicht. Aber ich weiß, dass mir die Zeit davonlaufen wird. Ich werde nicht 200 Jahre leben, aber ich habe noch Pläne für weitere 200 Jahre. Die werden meine Kinder, meine vielen anderen Mitarbeiter und Kindeskinder verwirklichen. Es gibt viele, die mein Werk fortsetzen werden.
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(SZ vom 11.09.2008/tob)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
Besser als in diesem Interview kann man den Unterschied zwischen einem Unternehmer und einem havardverklärten Manager nicht auf einen Punkt bringen. Möge Hayek 100 Jahre werden - und ein Teil seines Wissens, seiner Erfahrung und nicht zuletzt seines marktwirtschaftlichen Verstandes auch nach Deutschland strahlen. Wir könnten nur davon profitieren.
für diesen Artikel, dieses Interview + diesen Unternehmer ! Information pur.
Ein beeindruckendes Interview. Herr Hayek bringt seine Einstellungen und Sichtweisen sehr plausibel, sympathisch und ohne überflüssige Floskeln rüber.
Es war eine pure Freude, diesen Artikel zu lesen.
Sympathischer Mann. Und gesunde Sichtweise der Dinge. Sehr klug sich nicht von Bankern reinreden zu lassen.
daß nur derjenige glaubt ein guter Unternehmer zu sein, der am Besten jammert.
Da sind Hayek und Wiedeking angenehme Ausnahmen.
Ich kenne noch einige positiv eingestellte Unternehmer aus dem Mitelstand, die sehr erfolgreich sind und bei denen gut arbeiten ist.
Schade, daß ich schon so alt bin
Paging