Die Top-Manager in deutschen Unternehmen haben im vergangenen Jahr fast ein Fünftel mehr verdient. Der guten Konjunktur sei Dank - und den daraus folgenden Erfolgsprämien für die Vorstände.

Die Top-Manager deutscher Firmen haben im vergangenen Jahr fast ein Fünftel mehr verdient. Vor allem wegen der guten Konjunktur und den damit einhergehenden erfolgsabhängigen Prämien für die Manager seien die Gehälter der Vorstände durchschnittlich um 17,5 Prozent gestiegen, wie aus der am Montag veröffentlichten Vorstandsstudie 2006/2007 der Managementberatung Kienbaum hervorgeht.

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Damit werden die Zuwächse der beiden Vorjahre deutlich übertroffen, als die Bezüge um 14,8 beziehungsweise 9,1 Prozent gestiegen waren. Deutlich über den Gehältern der normalen Vorstände lag meist der Verdienst der Vorstandsvorsitzenden: Die Chefs verdienten noch einmal 50 Prozent mehr als die anderen Vorstandsmitglieder. In der Praxis reichten die Zuschläge von zehn bis 300 Prozent.

Variable Gehaltszahlung legt zu

Die Grundgehälter blieben dabei der Umfrage zufolge weitgehend gleich. Durch die gute wirtschaftliche Lage seien aber die variablen erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile gestiegen, erklärte Kienbaum.

Dadurch verdienten vor allem die Vorstände börsennotierter Unternehmen besser: In Dax-Unternehmen stiegen die Gehälter der Top-Manager demnach um knapp ein Viertel, bei Firmen im TecDax sogar um die Hälfte. Bei nicht-börsennotierten Gesellschaften stiegen die Vorstandsgehälter dagegen im Vergleich nur um 12,6 Prozent. Bei den Vorstandsbezügen in Aktiengesellschaften reichte die Spanne von 40.000 bis zu mehr als sieben Millionen Euro jährlich.

Die Erhöhungen waren der Umfrage zufolge aber ungleich verteilt: Rund zwei Drittel der Unternehmen erhöhten die Vorstandsbezüge, die übrigen kürzten die Einkommen.

Auch die Spannen zwischen den Einkommen sind deutlich. Ein Viertel der erfassten Einkommen lag unter 200.000 Euro, knapp zehn Prozent der Firmen zahlten über eine Million Euro pro Jahr.

Die Größe des Unternehmens und seine Ertragslage sind Kienbaum zufolge wesentlich. Das Einkommen steigt dabei meist mit der Größe des Betriebes. Während ein Vorstand in einem Unternehmen mit 1000 bis 2000 Mitarbeitern im Schnitt 471.000 Euro kassiert, kommt sein Kollege bei einer Gesellschaft mit mehr als 50.000 Mitarbeitern auf durchschnittlich 2,6 Millionen Euro im Jahr.

In Firmen mit 200 bis 300 Millionen Euro Gewinn erhalten die Vorstände im Durchschnitt knapp 1,1 Millionen Euro.

Mehr Geld - auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten

Die wirtschaftliche Situation eines Betriebes ist allerdings nicht unbedingt ausschlaggebend: Auch Unternehmen in schwieriger wirtschaftlicher Lage zahlten ihren Vorständen teilweise "attraktive Gesamtgehaltspakete".

Wenn es einem Unternehmen schlecht geht, bietet es den Vorständen dennoch häufig ein attraktives Gehalt. "Topmanager, die zur Bewältigung einer Krise von außerhalb geholt werden, fordern für ihr Engagement einen Risikozuschlag", erklärte ein Kienbaum-Experte.

Für die Studie waren die Geschäftsberichte für 2006 ausgewertet worden, die zum Teil bis ins Jahr 2007 hineinreichten, und mit 2005 verglichen worden.

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(afp/dpa/jkr/mah)