Studie zur Mittelschicht So hat sich die Vermögensverteilung geändert

Die gesamte Bevölkerung teilen die Forscher in acht Einkommensschichten ein. Dabei diagnostizieren sie eine wachsende Spreizung der Einkommen: So haben die untersten Einkommensschichten um knapp vier Millionen Menschen zugenommen. Einen leichten Zuwachs stellen sie gleichzeitig bei den Top-Einkommensbeziehern fest, die über mehr als 200 Prozent des mittleren Werts (Median) beziehen. "Diese Personengruppe ist um mehr als 500.000 Menschen angewachsen", heißt es in der Untersuchung.

Eine weitere Erkenntnis: Für die Einkommensschwachen, die nicht mehr zur Mittelschicht gehören, ist es schwieriger geworden, nach oben aufzusteigen. "Eine soziale Durchmischung der gesamten Gesellschaft findet immer weniger statt", merken die Autoren an und fügen hinzu: Es gebe noch Aufstiegsprozesse aus der Mitte heraus. Dabei handle es sich aber um eine "Absetzbewegung von wenigen aus der Mitte nach oben". Diese ersetze "die erlahmte Aufstiegsbewegung vieler von unten in die Mitte".

Für das Schrumpfen der Mittelschicht sehen die Wissenschaftler mehrere Ursachen: Die Single- und Alleinerziehenden-Haushalte hätten zugenommen. Es seien vor allem "bildungsferne Personen" zugewandert. Der Spitzensteuersatz sei gesenkt, Wohngeld und andere Sozialleistungen aber nicht ausreichend an die Entwicklung der Inflation angepasst worden. Außerdem habe der normale sozialversicherungspflichtige Vollzeitjob an Bedeutung verloren.

Laut der Untersuchung spiegelt sich das Schrumpfen der Mittelschicht in der Vermögensverteilung wider: So habe sich die Bevölkerungsgruppe ohne Vermögenserträge von acht auf 15 Prozent erhöht. Und während die mittlere Gruppe mit einem Vermögenseinkommen von jährlich 500 bis 4000 Euro schmäler geworden sei, steige der Anteil derjenigen mit Erträgen von 4000 Euro aufwärts. Das aber gelte nur für fünf Prozent der Bevölkerung. In der Studie heißt es deshalb: "Der Polarisierung der Einkommensverteilung entspricht eine zunehmende Segmentierung der Gesellschaft in oben, Mitte und unten."

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