Der Strom- und Gasanbieter hat einen knallharten Wettbewerb geführt. Das Ziel: immer der billigste sein. Schon seit längerem galt Teldafax als Unternehmen mit finanziellen Problemen - jetzt hat es offiziell Insolvenz angemeldet. Die Kunden bangen jetzt um ihr Geld - denn viele sind bei Teldafax in Vorauskasse gegangen.
In letzter Zeit hatte es Teldafax mit guten Nachrichten probiert. "Liquiditätssituation bei TelDaFax entspannt sich", meldete das Unternehmen. "Wir können Teldafax wieder flottmachen", sagte der damalige Chef Gerd Höptner der Welt am Sonntag, der den Laden eigentlich sanieren sollte, aber mittlerweile schon wieder gegangen ist. Vor ein paar Tagen hatte das Unternehmen sogar bekanntgegeben, in der nächsten Saison nicht mehr Sponsor von Bayer Leverkusen sein zu wollen, um Geld zu sparen.
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Werbefigur für Teldafax: Rudi Völler. (© dapd)
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Doch jetzt wird klar: Das waren Durchhalteparolen. Teldafax hat beim Amtsgericht Bonn einen Insolvenzantrag gestellt.
Schon lange gilt Teldafax als angeschlagen. Der Billigstromanbieter hat seit 2008 keine testierte Bilanz vorgelegt. Immer wieder kamen Gerüchte hoch, das Unternehmen mit dem Sitz bei Köln stehe vor der Insolvenz. Teldafax hatte die Vorwürfe stets bestritten. Trotzdem hatten sich die Kunden des Energiediscounters reihenweise nach neuen Anbietern umgesehen.
Im Mai hatte der Vattenfall-Konzern Teldafax aus dem Netz in Berlin und in Hamburg geworfen, weil das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen für die Durchleitung von Strom zu seinen Kunden nicht nachgekommen war, wie Vattenfall sagte. Teldafax verlor 30.000 Kunden in Berlin und 15.000 in Hamburg. Eine Teldafax-Sprecherin gestand damals ein, dass die Zahlen in der Hauptstadt tiefrot seien. Deswegen habe sich Teldafax sowieso aus dem Geschäft in der Stadt zurückziehen wollen. Damals sagte Teldafax, es habe in den vergangenen Monaten gut 100.000 seiner ehemals mehr als 700.000 Abnehmer verloren.
Wer als Teldafax-Kunde nicht rechtzeitig abgesprungen ist, könnte nun Probleme bekommen. Denn der Konzern bot Billig-Preise an, wenn man per Vorkasse bezahlte. Wie und ob dieses Geld zurückgezahlt wird, entscheidet nun der Insolvenzverwalter. Vorläufig bestellte das Amtsgericht Bonn für diese Position den Düsseldorfer Rechtsanwalt Biner Bähr, der auch an der Insolvenz von Hertie beteiligt war. Strom und Gas werden allerdings nicht gekappt, der Gesetzgeber hat dafür die sogenannte Grundversorgung verpflichtend festgelegt.
Den Kunden von Teldafax empfahl das Gericht, mögliche Fragen zu der Insolvenz unmittelbar an das Troisdorfer Unternehmen zu richten. Dessen Mitarbeiter würden durch den vorläufigen Insolvenzverwalter entsprechend unterrichtet.
Das Amtsgericht Bonn eine Hotline für Teldafax-Kunden eingerichtet, die unter folgenden Anschlüssen erreichbar ist:
[] 0228/702-2216, -2217, -1908 und -1909
Bekanntmachungen werden außerdem unter www.insolvenzbekanntmachungen.de im Internet veröffentlicht, zur Zeit sind jedoch noch keine Informationen hinterlegt.
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(sueddeutsche.de/bbr/hgn)
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seinem Werbe-Honorar verdanke auch ich , die Vorrauszahlungen in den Wind schreien zu müssen. Teldafax hat dazu die Chuzpe, bis heute die Abrechnung für 2010 einfach zu vergessen, vielmehr eine weiter Vorrauszahlung per Inkasso-Androhung einzufordern. Wer so dumm war mitzuspielen, guckt jetzt in die Röhre!
Wenn ich ein Unternehmen per Vorauskasse bedienen soll, brauch ich Sicherheiten! Die bekomme ich nicht - also wähle ich einen seriösen Versorger!
Tja, die oberschlauen sog. Sparfüchse sind jetzt die Angeschmierten, können die geleisteten Vorauszahlungen in den Rauch schreiben und finden sich beim teuren Basistarif des örtlichen Anbieters wieder: Mein Bedauern hält sich in angemessenen Grenzen !
... sucht man sich einen Anbieter ohne einmaligen Wechselbonus, Kaution, Vorkasse oder sonstwelche Sperenzchen wie feste Verbrauchspakete. Bei diesen Paketen bekommt man bei Minderverbrauch nix wieder, darf aber bei Mehrverbrauch teuer dazukaufen.
Trotzdem lässt sich noch Geld sparen, ca 100-200€ zum Grundversorgertarif. Hat seinen Grund, dass der "Direkt" Tarif meines Versorgers (Mainova) nicht dem Grundtarif entspricht. So zockt man effektiv Bestandskunden mit Wechselhemmnissen (wie ältere Mitbürger) hab.
LOL.
Das war doch abzusehen. Vor Jahren wurde schon vor den kuriosen Geschäftspraktiken von Tel da fax gewarnt. Scheinbar konnten die sich nur mit geschönten Ergebnissen bisher am Leben halten. Mal sehen, was das Insolvenzverfahren alles aufdeckt.^^
700.000 Kunden? Man, was müssen das bloß für amateurhafte Pfennigfuchser sein. :-)
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