Europa will die Sonne nutzen. Im besten Fall wird die neue Partnerschaft mit Nordafrika nicht nur einen Gewinn an Energie erbringen.
Es ist ein fast verwegen anmutender Plan: Europa bedient sich der unerschöpflichen Energie der Sonne dort, wo sie die größte Kraft hat - in Nordafrika, im Sonnengürtel der Erde.
Solaranlagen in Andalusien: Deutsche Unternehmen wollen künftig riesige Solaranlagen in Nordafrika finanzieren (© Foto: dpa)
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Über eine Brücke der besonderen Art, durch Gleichstromleitungen zwischen den Kontinenten, könnte der in großen Solaranlagen erzeugte Strom in das Verbundnetz eingespeist werden. Es ist ein kühner, aber ein notwendiger Schritt, um erneuerbare Energiequellen dort zu erschließen, wo sie den höchsten Wirkungsgrad haben.
Ein wesentliches Hindernis sind bis heute die hohen Investitionskosten. Offen bleibt, ob das Konsortium deutscher Konzerne, das die großen Solaranlagen in der Wüste finanzieren soll, die enormen Summen aufbringen kann.
Vorbild Deutschland
Ohne staatliche Unterstützung ist das nicht zu stemmen; es ist kein Zufall, dass das einzige europäische Vorhaben dieser Art, ein Komplex von drei Parabolrinnenkraftwerken in Andalusien, erst möglich wurde, als Spanien den Erzeugern nach deutschem Vorbild eine feste Einspeisevergütung für Solarstrom garantierte.
Das Projekt ist zukunftsweisend, weil sich die Abhängigkeit von Kohle und Erdgas am wirksamsten verringern lässt, indem Wind in den windstärksten Regionen, Sonnenstrom in den strahlungsreichsten Gegenden gewonnen wird. Es bedarf dazu eines gut austarierten, auf den Zustrom abgestimmten Verbundnetzes in Europa und politisch stabiler Verhältnisse in den Herkunftsländern.
Der Dauerkonflikt zwischen Teilen der arabischen Welt und Israel ist sicher ein Problem. Im besten Fall aber könnte diese neue Partnerschaft mit Staaten Nordafrikas nicht nur einen Gewinn an elektrischer Energie erbringen, sondern auch eine Friedensdividende.
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(SZ vom 16.06.2009/hgn)
Tja, viele Diskutanten scheint DeserTec wohl an "Desert Storm" zu erinnern und damit an den Krieg ums Öl. Den Platz an der Sonne haben natürlich die Afrikaner, doch kann der Verkauf dieser Technologie auch am Golf Wunder bewirken. Wir brauchen eine Grüne Globalisierung und mit Sonnenstrom kann man natürlich auch Kühlhäuser betreiben, in denen die Leute, die uns mit ihrem Banalpopulismus die Hölle auf Erden bereiten wollen mal wieder zur Vernunft gebracht werden sollten.
Furchtbar, dass eine von Zynikern zu verantwortende Wirtschaftskrise einen solch allgemeinem Vertrauensverlust in die Möglichkeiten der Menschheit bewirkt.
Was soll denn die pauschale Unterstellung "Auch unwahrscheinlich, dass deutsche Firmen ihr Know-How in die "Dritte Welt" exportieren und einheimische Fachkräfte vor Ort ausbilden. Bestenfalls werden sie schlecht bezahlte Arbeitsplätze - vielleicht mit einer dazugehörigen "Wohnung" in "Arbeitslagern" zur Verfügung stellen."
Schon mal einen realen Vertrag für Infrastrukturanlagen in der Abwicklung gesehen? Da sind Verpflichtungen und Aufbau von local know how, lokaler Wertschöpfung etc. drin. Somit hat die Bevölkerung sehr wohl etwas davon. Und da solche Anlagen meist Lizenzen benötigen für die Flächennutzung, füllen diese wiederun´m den Staatssäckel vor Ort. Und der muss dann die lokalen Verbesserungen (Elektrizitätsversorgung etc.) vorantreiben.
Ich erinnere mich beispielsweise daran, dass die Telekommunikationslizenzen zu einem erheblichen ANteil mit der Auflage verknüpft waren, die "Rural Villages" mit dem ersten Telefonanschluss überhaupt auszustatten, was rd. 20% Einnahmeverlust bedeutete ggü. der von Ihnen beschrieben "kolonialen" Lösung.
Super, ok. Ich konnte mich nur noch an den erhöhten Blindwiderstand erinnern. Salzwasser als starkes Dielektrikum im Vergleich zu Luft passt auch.
Ohne Rechtaberei: das Problem bei langen Leitungen ist die parasitäre Kapazität und genau nicht die Induktivität. Ganz im Gegenteil: Bei langen Telefonleitungen muss man die Induktivität künstlich erhöhen um eine verzerrungs- und verlustarme Übetragung zu gewährleisten. Dies geschieht durch das Einfügen von sog. Pupin-Spulen. Ohne diese könnte heute keiner seinen DSL-Anschluss an einem Kupferkabel betreiben.
Die Ausbeutung natürlicher Ressourcen außerhalb des eigenen Staatsgebietes ohne dies der einheimischen Bevölkerung zu entlohnen, geschweige denn sie in die Planungen einzubeziehen, hinterlässt einen modrigen Beigeschmack von kolonialen Herrschaftsansprüchen. Was konkret hat die Bevölkerung vor Ort davon? Wohl kaum elektrischen Strom im eigenem Haus. Auch unwahrscheinlich, dass deutsche Firmen ihr Know-How in die "Dritte Welt" exportieren und einheimische Fachkräfte vor Ort ausbilden. Bestenfalls werden sie schlecht bezahlte Arbeitsplätze - vielleicht mit einer dazugehörigen "Wohnung" in "Arbeitslagern" zur Verfügung stellen. Da lob ich mir dezentrale Energieversorgung und staatliche Förderung für diejenigen Menschen und Firmen, die hier in der BRD Solaranlagen und Wärmekraftpumpen etc. auf ihren eigenen Besitz bauen.
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