Die deutschen Blicke auf diese Bastion sind gegenwärtig noch misstrauischer als sonst: Was geschieht, wenn der Bundesgerichtshof am Mittwoch das Urteil des Landgerichts Düsseldorf aufhebt? In der Hauptverhandlung Ende Oktober hatten die obersten deutschen Strafrichter erhebliche Zweifel an den Freisprüchen der sechs Angeklagten erkennen lassen.

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Mehrfach sprachen sie von einem grundlosen "Geschenk", wenn es um den Millionenbetrag ging, den der Aufsichtsrat von Mannesmann bei der Übernahme durch Vodafone an Führungskräfte verteilt hat. Ackermann war im Frühjahr 2000 eines der Aufsichtsratsmitglieder, die die Prämien bewilligt hatten. Er fand die Zahlungen angemessen. Ob er damit durchkommt, wird sich am Mittwoch zeigen.

Sollten die Richter jedoch anderer Meinung sein und das erstinstanzliche Urteil aufheben, müsste Ackermann erneut auf die Anklagebank des Landgerichts. Wie lange dieser zweite Prozess dauern würde, hängt ganz davon ab, ob sich die Richter nur an Teilen oder an dem gesamten Urteil stoßen.

Kein Prickeln im Bauch

Es ist jedoch gut möglich, dass sich die Verhandlung wieder über viele Wochen hinziehen wird. Auch wenn die Bank das hartnäckig zurückweist: Im Bekanntenkreis soll Ackermann bereits angedeutet haben, dass er in diesem Fall den Vorstandsvorsitz bei der Deutschen Bank aufgeben wolle.

Wie geht es bei der Bank weiter, wenn Ackermann zurücktreten sollte? Dass Anshu Jain oder Michael Cohrs in Frankfurt das Zepter übernehmen, gilt als nahezu ausgeschlossen. Das Brot- und Butter-Geschäft der Bankfiliale an der Ecke verschafft ihnen kein Prickeln im Bauch; außerdem müssten sie mit einem Gehalt von lediglich Ackermann'scher Dimension leben. Und bei der Deutschen Bank ist ein Vorstandssprecher schwer vorstellbar, der mit seinen Geschäftspartnern nur englisch parliert.

Ackermann selbst schweigt zu dem Thema seiner Nachfolge. Öffentlich redet er nicht darüber, ob er Vorstandssprecher bleibt, wenn er sich bei einer Neuauflage des Mannesmann-Prozesses erneut womöglich über Monate hinweg zweimal die Woche im Gerichtssaal einfinden muss. In einem Interview ließ er nur so viel durchblicken: "Wir haben", sagte er im Oktober kurz vor der Verhandlung in Karlsruhe, "wie jedes gut geführte Unternehmen eine Nachfolgeregelung." Wie sie aussieht, ließ der Chef der Deutschen Bank offen.

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(SZ vom 17./18.12.2005)