Nach einem Streit mit Weißrussland hat Russland Öl-Lieferungen durch das Nachbarland gestoppt. Als Folge versiegte der Nachschub in deutschen Raffinerien.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zeigte sich besorgt über die Entwicklung: Die russische Pipeline-Gesellschaft Transneft schloss am Montag wegen eines Streits mit Weißrussland eine wichtige Öl-Leitung durch das Nachbarland und beschnitt damit auch die Versorgung Deutschlands.
Die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt verarbeitet Rohöl aus Russland, das über die Pipeline "Druschba" (Freundschaft) angeliefert wird. (© Foto: dpa)
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Transneft begründete dies am Montag damit, dass Weißrussland sich illegal mit Öl aus der Pipeline ,,Druschba'' (Freundschaft) versorge.
,,Weißrussland hat am 6. Januar einseitig und ohne Vorankündigung mit der unerlaubten Entnahme von Öl aus der Druschba-Pipeline begonnen, die ausschließlich für den Transport zu den Verbrauchern in Westeuropa bestimmt ist'', sagte am Montag der Chef der Transneft, Semjon Wainstok.
Minsk wehrt sich gegen Vorwürfe
Minsk wies die Vorwürfe zurück. ,,Die Republik Weißrussland hat die Öl-Durchleitung über sein Territorium in dritte Länder nicht unterbrochen'', versicherte der Sprecher des Außenministeriums in Minsk, Andrej Popow.
Es sei ,,nicht die Schuld Weißrusslands'', dass der Druck in der ,,Druschba''-Pipeline reduziert worden sei.
Am Montag wurde die Versorgung Deutschlands mit Öl aus der Leitung unterbrochen. Betroffen waren zwei Raffinerien. Eine steht in Schwedt an der polnischen Grenze, die andere in Leuna.
Genügend Reserven
Sprecher der Betreiberfirmen bestätigten den Ausfall. Es gebe aber genügend Ölreserven, um die Anlagen weiterzubetreiben. Vertreter der Industrie reagierten überrascht vom russischen Vorgehen.
Wirtschaftsminister Glos sagte: ,,Ich fordere die russischen und weißrussischen Stellen auf, ihren Liefer- und Transitverpflichtungen nachzukommen.''
Die Auswirkungen des Lieferstopps seien momentan jedoch nicht dramatisch. Die deutschen Erdölvorräte reichten für 90 Tage.
Allerdings ist Russland der größte Öllieferant Deutschlands. Die 1963 fertiggestellte Leitung lieferte im vergangenen Jahr etwa 23 Millionen Tonnen Rohöl. Das sind 20 Prozent des deutschen Bedarfs.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak