Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) wies Kritik an seinen Äußerungen zu einer möglichen Opel-Insolvenz scharf zurück und will diese weiter als Option offenhalten. Das Szenario einer Insolvenz des Autobauers sei ein "Druckpotenzial" gegenüber den Amerikanern, sagte Guttenberg in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

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Dieses Potenzial werde von jenen "unterminiert", die "immer wieder sagen, von der Insolvenz zu reden, ist ein Fehler", kritisierte Guttenberg und fügte hinzu: "Ich kann nur sagen, wir haben allein die Debatte aufrecht erhalten können und sind nicht in ein unbesehenes Abenteuer gegangen, weil gerade diese Option aufrecht erhalten wurde."

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) bekräftigte hingegen die ablehnende Haltung seiner Partei gegenüber einer Insolvenz. Diese sei keine Option, sagte Scholz der Berliner Zeitung. Scholz räumte dem Zulieferer Magna die besten Übernahmechancen ein. Das österreichisch-kanadische Unternehmen habe "die Pole-Position", sagte Scholz.

"In Detroit herrscht Chaos"

Guttenberg hatte von den Opel-Interessenten Fiat und Magna bis Freitag eine Nachbesserung ihrer Konzepte und von den USA mehr Sicherheiten für den geplanten deutschen Überbrückungskredit verlangt.

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), der an der langen Verhandlungsnacht im Kanzleramt teilgenommen hatte, attackierte das Management von General Motors Europa scharf. Rüttgers sagte der Rheinischen Post, die Forderung nach 300 Millionen Euro Soforthilfe habe überrascht: "Ich glaube, General Motors Europa braucht ein neues Management. Dort herrscht Chaos."

Eine Insolvenz der schwer angeschlagenen Opel-Mutter General Motors würde US-Regierungskreisen zufolge mindestens 60 bis 90 Tage in Anspruch nehmen. Das Verfahren sei im Fall der börsennotierten GM komplexer als bei Chrysler, das im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Cerberus ist, sagte die Person. Daher könnte GM auch länger als 90 Tage unter Gläubigerschutz arbeiten müssen.

Ein Sprecher von GM wollte sich zu Auswirkungen einer möglichen Insolvenz nicht äußern. Die US-Regierung hat GM bis zum 1. Juni Zeit gegeben, einen Plan für ihr Überleben vorzulegen. Am Donnerstag errang der Konzern einen wichtigen Teilerfolg und einigte sich mit Groß-Gläubigern auf eine Reduzierung seiner drückenden Schuldenlast. Eine Insolvenz von GM bleibe aber weiter wahrscheinlich, hieß es in Detroiter Kreisen

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(sueddeutsche.de/dpa/AP/Reuters/AFP/woja/tob)