Streit nach dem Streik Ton zwischen Mehdorn und Lokführern wird rauer

Nach dem Warnstreik der Lokführer am Dienstag hat Bahnchef Hartmut Mehdorn klargestellt, dass er deren Gewerkschaft GDL keine größeren Zugeständnisse machen werde als den beiden anderen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA. GDL-Chef Manfred Schell sprach von einem vergifteten Klima.

Ein Ende des Tarifstreits zwischen Deutscher Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL ist in weite Ferne gerückt. Nachdem die Bahn am Dienstag per Gericht Warnstreiks stoppen ließ, sprach Gewerkschaftschef Manfred Schell von einem vergifteten Klima.

"Wenn der Bahnvorstand uns den Fehdehandschuh hinschmeißt, werden wir ihn mannhaft aufnehmen", sagte er mit Blick auf das anberaumte Gespräch mit Bahnchef Hartmut Mehdorn am Freitag.

Dieser kündigte an, er werde der GDL dort nicht mehr als den Gewerkschaften Transnet und GDBA anbieten. "Es gibt nichts anderes", machte er klar. "Es kann nicht sein, dass sich einzelne Minderheiten mit Armverdrehungsmaßnahmen Vorteile verschaffen."

"Völlig inakzeptabel"

Mit den beiden größeren Gewerkschaften hatte sich die Bahn am Montag auf 4,5 Prozent mehr Lohn verständigt, was die GDL als völlig inakzeptabel abgelehnt hatte. Da die Streiks trotz Verfügungen der Gerichte angelaufen seien, prüfe er zudem Schadensersatzansprüche gegen die Gewerkschaft, sagte der Bahnchef.

Die GDL verlangt einen eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal sowie Lohnerhöhungen von bis zu 31 Prozent.

Transnet und GDBA hatten sich mit der Bahn neben den Gehaltserhöhungen für rund 134.000 Beschäftigte auch auf eine Einmalzahlung von 600 Euro verständigt. Der Abschluss ist nach Transnet-Angaben der höchste in den diesjährigen Tarifrunden in Deutschland.

Gerichtliche Untersagung

Am Montagabend und am Dienstag hatten die Arbeitsgerichte in Mainz und Düsseldorf die bundesweiten Warnstreiks per einstweiliger Verfügung untersagt. Da die Verfügung aber der Gewerkschaft nach eigenen Angaben zunächst nicht vorlag, liefen die Streiks dennoch an.

Schell äußerte sich zudem überzeugt, dass die Landesarbeitsgerichte der GDL in der nächsten Instanz Recht geben würden.