Erneuter Ärger für Fluggäste: Weil nun die Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline streiken, bleiben Hunderte Maschinen am Boden.
Passagiere der Lufthansa müssen sich heute erneut auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hat die mehr als 700 Piloten bei der Lufthansa-Tochter Cityline zu einem 36-stündigen Arbeitskampf aufgerufen. Der Streik hat um Mitternacht begonnen und soll bis Freitagmittag dauern.
Bild vergrößern
Ärgerliche Sache: Weil die Piloten der Cityline streichen, bleiben etliche Maschinen am Boden. (© Foto: Reuters)
Anzeige
Rund 360 der geplanten 400 Flüge werden gestrichen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.
Lufthansa würde Schlichterspruch akzeptieren
Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen über die Gehälter für Piloten, teilte die Pilotenvereinigung Cockpit am Mittwochabend mit.
Die Tarifgespräche werden unabhängig von den Verhandlungen für das Boden- und Kabinenpersonal geführt, bei denen am vergangenen Freitag nach vier Tagen Streik eine Einigung erreicht worden war.
Cockpit sieht die Fluggesellschaft in der Pflicht. "Ich setze darauf, dass sich der Arbeitgeber bewegt", sagte die Leiterin Tarifpolitik bei Cockpit, Ilona Ritter. Ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt kritisierte die Streiks: "Wir halten diese Aktion für unverhältnismäßig und unfair den Passagieren gegenüber, weil sie so kurzfristig angekündigt wurde."
Er forderte Cockpit auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: "Wir wären auch bereit, den Spruch eines Schlichters zu akzeptieren."
Ziel: "substanzielle Vergütungserhöhung"
Cockpit begründet die neuen Aktionen damit, dass die Fluggesellschaft in den monatelangen Tarifverhandlungen kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt habe. Ritter betonte: "Wir haben keine Prozentzahl gefordert, wir sprechen von einer substanziellen Vergütungserhöhung." Die Cityline-Geschäftsführung hatte zuletzt 5,5 Prozent mehr Geld bei 18 Monaten Laufzeit sowie eine Einmalzahlung von 5000 bis 7000 Euro angeboten.
Von den neuen bundesweiten Arbeitskämpfen sind nach Angaben von Cockpit unter anderem die Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf, Berlin-Tegel und Leipzig betroffen. Passagiere sollen nach Angaben der Lufthansa nach Möglichkeit auf die Bahn und auf andere Flüge umgebucht werden.
Passagiere sollten sich vor Antritt des Fluges im Internet unter Lufthansa.Com oder der kostenfreien Hotline 0800-8506070 informieren.
Cityline bedient ausschließlich Strecken in Europa, vor allem auf wenig frequentierten Linien.
Im Juli hatte ein ebenfalls 36-stündiger Streik von rund 1100 Piloten von Cityline und Eurowings für fast 1000 Flugausfälle gesorgt.
- Thema
- Unternehmen RSS
- Streik bei der Lufthansa Was Passagiere wissen sollten 28.01.2009
- Lufthansa-Töchter Piloten streiken wieder 06.08.2008
- Streit im Cockpit Lufthansa droht Piloten 05.08.2008
- Tarifstreit bei Lufthansa Piloten drohen mit Streik 04.08.2008
- Lösung im Tarifstreit Verdi und Lufthansa einigen sich 01.08.2008
- Interview: Beiersdorf-Chef Quaas "Die Haut ist doch überall gleich" 17.05.2010
- Luxuskonzerne Italienischer Chic für China 15.05.2010
(sueddeutsche.de/dpa/AP/Reuters/mel/hgn)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
... dass eine "gute Airline", vielleicht sogar mit eine der besten Airlines der Welt, ein klein wenig anders aussieht als die Lufthansa im Moment.