Das befürchtete Chaos beim Streik der Lokführergewerkschaft GDL ist am Freitag ausgeblieben. Die Einschätzung der Streikfolgen fiel bei Bahn und GDL völlig widersprüchlich aus.
Auch Stunden nach Beendigung der Arbeitsniederlegungen verkehrten die Züge etwa im Regional- und S-Bahnverkehr Bayerns weiter nach dem eingeschränkten Notfahrplan der Deutschen Bahn.
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Tagsüber kam es daher zu erheblichen Behinderungen im Zugverkehr. Tausende Pendler waren von den Auswirkungen des Streiks betroffen. Viele Fahrgäste hatten aber die auf die Streikankündigungen reagiert und die Bahn gemieden.
Der Notfahrplan trat um 4.00 Uhr in Kraft und galt nach Angaben eines Bahnsprechers den ganzen Tag über. Er habe auch während des Streiks zwischen 8.00 und 11.00 Uhr "weitestgehend aufrecht gehalten werden können".
Bis Mitternacht nur im Zwei-Stunden-Abstand
Während etwa die Münchner S-Bahn am Nachmittag wieder zum normalen 20-Minuten Takt zurückkehren sollte, verkehrten die Regionalzüge aufgrund des Ersatzfahrplans bis zum Betriebsschluss nach Mitternacht weiterhin nur im Zwei-Stunden-Abstand.
Der ICE-Fernverkehr sei in Bayern "fast ohne Ausfälle" abgewickelt worden, hieß es. Auch bei den Intercity-Verbindungen sei rund die Hälfte aller Züge gefahren.
Zu Problemen kam es laut Bahnsprecher im Münchner S-Bahnverkehr, nachdem GDL-Lokführer ihre Züge in den Bahnhöfen entlang der Strecke zum Halten brachten und damit die Gleise blockierten. Darüber hinaus hätten Personen auf den Gleisen an der Donnersbergerbrücke am Morgen für weitere Behinderungen gesorgt.
Fahrgäste meiden Bahnhöfe
Viele Fahrgäste hatten sich auf die angekündigten Zugausfälle und -verspätungen eingestellt und die Bahnhöfe gemieden. Ratsuchende Reisende wurden von Bahnmitarbeitern mit Kaffee und Gebäck versorgt und über ihre Fahrtmöglichkeiten informiert.
Der GDL-Bundesvize Günther Kinscher bezeichnete den Streik als "wirkungsvoll". Die Bahn könne die Arbeitsniederlegungen der GDL mit ihren beamteten Zugführern nicht unterlaufen, sagte er.
Kinscher kritisierte, dass mehrere GDL-Lokführer in München des Bahnhofs verwiesen worden seien. "So was tut man nur mit der GDL, das ist schon bezeichnend", fügte er hinzu.
Aufenthalt im Hauptbahnhof verboten
Ein Bahnsprecher sagte, man habe den Lokführern wegen "unerlaubter Protestaktionen" den Aufenthalt auf dem Gelände des Hauptbahnhofs verboten.
Auch in Berlin und Brandenburg kam es zu erheblichen Behinderungen. Viele Pendler, die nicht auf Autos umsteigen konnten, kamen zu spät zur Arbeit. Das befürchtete Chaos blieb jedoch hier aus.
Mit den Notfahrplänen gelang es Bahn, trotz Ausfällen einen Zugverkehr aufrecht zu erhalten. Zudem hatten sich anscheinend viele Arbeitnehmer von vornherein frei genommen. Auf den Berliner Straßen machten sich die Auswirkungen des Streiks kaum bemerkbar. Allerdings waren U-Bahnen und Busse im morgendlichen Berufsverkehr nach 8.00 Uhr teilweise überfüllt.
GDL spricht von Erfolg
Die Streikenden hätten ihr Ziel, den Schienenverkehr lahm zu legen, nicht erreicht, erklärte ein Bahnsprecher in Berlin. Die GDL sprach hingegen von einem Erfolg.
Der Streiktag habe gezeigt, dass die Bahn nicht in der Lage sei, einen Arbeitskampf länger durchzuhalten. Unklar blieb, wie viele GDL- Mitglieder wegen der Notfahrpläne der Bahn im Dienst waren.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, wie die Mehrheit der Fahrgäste auf die Streiks reagierte.
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Der Streik bei der Bahn ist ok, man darf nicht vergessen wer der Eigner ist. Der Bund wird bestreikt, denn er ist der Besitzer, trotz Privatisierung der Führungsetage.
Wer aber nur den Börsengang und nicht das Wohl der Mitarbeiter im Auge hat muß sich über mögliches Heuschreckenverhalten nicht beschweren denn er ist selber eine.
Typisch ist aber das Verhalten der Bundesregierung wenn man es im Licht der Länderregierungen und deren Verhalten gegenüber den eigenen Bediensteten sieht. NRW schleift die Mitbestimmung, der Bund hat was Mitbestimmung angeht noch erheblichen Nachholbedarf, über die Streichung von Gehaltsbestandteilen brauchen wir gar nicht erst reden. Noch verfügt die Bahn über ihre Beamten die sie als Streikbrecher einsetzen kann, warum sind denn die anderen nicht in den gleichen Besoldungsklassen wie die Beamten oder wenigstens annähernd vergleichbar?
Halten wir also fest: Die Bahn AG handelt im Sinne der Bundesregierung und zum Unwohl der Beschäftigten.
Bemerkenswert ist dabei auch wie Gerichte in die Tariefautonomie eingreift und hier Streiks einschränkt. Hier gilt es auch in Zukunft gut zu beobachten. Hier fallen die wirkungsvollsten Waffen der Arbeitnehmerschaft der Staatsgläubigkeit zum Opfer.
Es wird Zeit das die Einheitsgewerkschaften ihren Einzelgewerkschaften wieder mehr Gewicht geben.
Die Bundesregierung und die Bahn AG haben bei dieser Tarifauseinandersetzung kein Risiko
--- nur der STEUERZAHLER ---
wie krank ist das denn? Einerseits möchte die Deutsche Bahn AG an die Börse, andererseits möchten sie keine konkurrenzfähigen Löhne bezahlen? Und die Beamten retten die Bahn vor ihren eigenen streikenden Angestellten. Wie soll das funktionieren, wenn sie einmal vollständig privatisiert sind?