Hat der Bundesnachrichtendienst mit der Übergabe der Steuerdaten-DVD richtig gehandelt? Während die Regierung rechtlich keine Probleme sieht, streiten Strafrechtler noch um die Antwort.
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, hält die Informationen des Bundesnachrichtendienstes (BND) über deutsche Steuerhinterzieher in Liechtenstein für juristisch verwertbar. Er sehe rechtlich kein Problem damit, sagte Wiefelspütz dem Kölner Stadt-Anzeiger.
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"Wenn die Informationen echt sind, werden sie auch verwertet." Allerdings reichten die Informationen nicht aus, sie seien nur ein "erster Hinweis". Das Vorgehen des BND begrüßte Wiefelspütz: "Der BND muss gelobt werden", sagte er. "Ich finde es großartig, dass er solche Quellen hat anzapfen können".
Auch der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste, Thomas Oppermann (SPD), findet, der BND habe rechtmäßig gehandelt. Im ARD-Morgenmagazin sagte er, es sei "einigermaßen abwegig", in Frage zu stellen, ob Informationen in die Hände der Steuerfahnder hätten gelangen dürfen. Der BND sei zwar nicht für Steuerhinterziehung zuständig. Im Rahmen der Amtshilfe habe der Geheimdienst die ihm angebotenen Informationen über Steuersünder jedoch weiterleiten müssen.
Bereits am Montag hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) betont, dass sich der BND völlig korrekt verhalten habe.
Zweifel aus der Opposition
Politiker der Opposition melden an der Korrektheit dieser Vorgänge Zweifel an. Max Stadler von der FDP und Wolfgang Neskovic von der Linken forderten erneut Aufklärung. Es müsse geprüft werden, ob der BND rechtmäßig gehandelt habe.
Unter Strafrechtlern ist die juristische Verwertbarkeit der BND-Informationen im Fall Zumwinkel umstritten. Der Frankfurter Strafverteidiger Eberhard Kempf sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dies sei "außerordentlich problematisch". Sollten die Informationen zur späteren Veräußerung entwendet worden sein, "entsteht das Beweismittel durch eine Straftat". Straftaten dürften "nicht belohnt werden."
Der Frankfurter Rechtsanwalt Rainer Hamm sagte, er habe dabei kein "gutes rechtsstaatliches Gefühl". "Falls das Material mit Hilfe einer Straftat erlangt wurde, stellt sich die Frage eines Verwertungsverbots". Der Strafrechtswissenschaftler Klaus Lüderssen sagte: "Ich neige dazu, dass man das nicht verwerten darf".
Nach Einschätzung des Staatsrechtlers Jörn Ipsen wird die vom BND vorgelegte CD-Rom mit Daten über Steuerhinterziehung vor Gericht als Beweis zulässig sein. "Sie wurde in einem zwar anrüchigen, aber akzeptablen Geschäft gekauft" sagte der Osnabrücker Professor der Leipziger Volkszeitung. "Der hohe Preis steht nicht in einem Missverhältnis zum Nutzen für den Staat."
Die Gerichte bewegten sich bei einer Entscheidung darüber "auf juristischem Neuland". Ipsen zufolge darf der BND beim Kampf gegen Wirtschaftskriminalität mitwirken. Der BND-Auftrag schließe "die Beschaffung von Informationen über Wirtschaftskriminalität ein".
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(AFP/dpa/bavo/mah)
"(1) Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Die §§ 247 und 248a gelten sinngemäß.
(3) Der Versuch ist strafbar."
Der Kauf dieser gestohlenen Daten ist Hehlerei. An gestohlenen Waren kann durch Kauf kein Eigentum erworben werden, der Eigentümer kann es jederzeit zurückfordern. Das wäre nicht so toll bei einem Beweismittel... aber selbstverständlich hat unser Staat nicht die Absicht, sich selbst an die Gesetze zu halten, die er erläßt, deshalb sieht der politische Jurist Wiefelspütz da auch kein Problem.
Was viel schlimmer als dieses Polit-Theater ist, dass sich keiner aufregt, dass hierzulande die Re g i e r ungen (egal welche Schwa ch maten mal wieder so tun, als wuerden sie was tun) immer mehr in einem Stil regieren, den sie vor Jahren noch an den ehemaligen Ost-block-Staaten kritisierten:
Aushoehlung der Buergerrechte
kein Respekt vor dem GG
Einsatz des Geheimdienstes gegen "eigene" Bevoelkerung (auch wenns K r i m i n e l l e sind)
Eigene Staatsbuerger in F o l t e r anstalten vergammeln lassen
usw.
Bin gespannt, wann das 1. Flugzeug vom Himmel geholt wird, wenn das soweiter geht, kann das nicht mehr lange dauern und die M e d i e n machen fleissig mit. trauig.
b lo e d e automatische bevormundung von der o re.daktion
Ich für meinen Teil bezweifle, dass es rechtmäßig ist, mit illegalen Methoden Steuerhinterzieher zu verfolgen. Was ist das nächste? Georg W. foltert mutmaßliche Terroristen. Eine Tatsache, die noch vor einigen Jahren völlig undenkbar war. Werden in zukunft alle Steuerpflichtigen gefoltert, um Steuerhinterziehung zu unterbinden??? Wo ist die Grenze? Kann mir das irgendein Politiker sagen?
Zumindest drei Gedanken scheinen mir unabweisbar.
1. Wenn es Steueroasen gibt, muß es auch eine Steuer-Wüste/viele Steuer-Wüsten geben.
2. Die Steuerhinterziehungen sind das eine - die Tatsache, daß unser Staat sich als Dieb, zumindest als Hehler, betätigt, ist ein gravierend anderes.
3. Wenn unsere fabelhaften Politiker das Steuermodell von Kirchhoff eingeführt hätten, könnten sie mit unvergleichlich viel mehr Legitimation auf Steuerehrlichkeit insistieren. Aber dann hätten sie auch keine Möglichkeit mehr, ihre jeweilige Klientel steuertechnisch zu bedienen. Man kann auch sagen: Die Heuchelei der Manager wird locker übertroffen durch die unserer Politiker.
Fragen über Fragen:
Warum kann eigentlich eine Behörde nicht die andere BEAUFTRAGEN Informationen über Gesetzesbrecher zu sammeln.
Und wenn dies Daten im Ausland sind, dann eben der Auslandsgeheimdienst.
Warum wird eigentlich immer nur der Gesetzeshammer immer gegen die breite Mehrheit verwendet. In Deutschland muss man sich ja immer mehr fragen "wer ist denn für wen da"
, der Stat für die Bürger oder die Bürger für den Staat (besser Beamten)"
Bei diesen GroßVerbrechern die hunderte Millionen dem Staat rauben wird dann noch gefragt ob das vorgehen des BND rechtens ist.
Diese Parteien sollten komplett in der Versenkung verschwinden.
Paging