Steuersenkung auf Importe Indien will Gold leichter ins Land lassen

Auto mit 80 Kilo Gold: Das Goldplus Nano Car des indischen Herstellers Tata bei einer Präsentation in Mumbai

Indiens Regierung wollte die Liebe ihrer Landsleute zum Gold ausnutzen, um Steuern zu kassieren. Das führte zu Angst bei Goldschmieden und Freude bei Schmugglern. Jetzt ändert die Regierung ihren Kurs.

Indien war schon immer verrückt nach Gold. Das Edelmetall gilt als Geldanlage, Versicherung für schlechte Zeiten, schmückt Tempel, Schmuck und Saris. Das Land ist für ein Viertel der weltweiten Nachfrage verantwortlich. Doch die letzten Jahre waren hart für Indiens Gold-Fans.

Zwei Jahre herrschten strenge Importbeschränkungen - nun will die Regierung die Einfuhrsteuern wieder senken, berichtet das Wall Street Journal. Statt zehn Prozent sollen für den Import von Gold nur noch acht oder gar sechs Prozent anfallen.

Die Liebe der Inder zum Gold wollte sich die Regierung zu Nutze machen. Um ihr Haushaltsdefizit auszugleichen, erhöhte von 2012 an den Steuersatz schrittweise von zwei auf zehn Prozent. Zudem mussten 20 Prozent der importierten Menge wieder exportiert werden. Indien fördert selbst kaum Gold.

Tausende Inder in der Gold- und Schmuckbranche bekamen wegen der Goldsteuer wirtschaftliche Probleme. Zugleich stieg der Schmuggel aus Tibet und Bangladesch stark an.

Mit 975 Tonnen stieg die Nachfrage in Indien vergangenes Jahr um 13 Prozent, es ist ein neuer Rekordwert. Allerdings ist Indien erstmals nicht mehr das Land mit dem größten Verlangen nach Gold. Nach Zahlen des World Gold Councils vom Dienstag liegt die Nachfrage im boomenden China erstmals höher. Sie stieg um 32 Prozent auf mehr als 1000 Tonnen.