Steuern Wie Google mit einer Firma ohne Mitarbeiter Steuern spart

Der beleuchtete Schriftzug von Google.

(Foto: dpa)
  • Weitere Tricks, mit denen der Internet-Konzern Zahlungen umgeht, sind jetzt bekannt geworden.
  • Es geht um 15,9 Milliarden Euro. Goolge weist Kritik zurück.

Die Enthüllungen zu den Steuertricks von Google haben ein weiteres Kapitel. Der US-Internetriese hat einem Medienbericht zufolge durch Überweisungen von den Niederlanden auf die Bermuda-Inseln Steuern in Milliardenhöhe vermieden. Google habe im Jahr 2016 insgesamt 15,9 Milliarden Euro an eine Briefkastenfirma in dem britischen Überseegebiet transferiert. Das sind noch mal zwei Milliarden Euro mehr als im Jahr 2015 angenommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf Dokumente niederländischer Behörden.

Einnahmen von einer irischen Tochtergesellschaft seien an eine niederländische Firma ohne Angestellte und dann an eine Briefkastenfirma auf den Bermudas überwiesen worden, die wiederum einer weiteren in Irland registrierten Firma gehöre. Google komme all seinen Steuerverpflichtungen nach und halte sich in jedem Land auf der Welt, in dem es tätig sei, an die Steuergesetze, hieß es beim Konzern dazu.

Google ist kein Einzelfall

Den Berichten zufolge lag Googles effektiver Steuersatz für 2016 weltweit bei 19,3 Prozent. Demnach habe die Steuerersparnis durch die Überweisung auf die Bermudas bei 3,7 Milliarden Dollar gelegen. Bei Anwendung des in Irland geltenden Steuersatzes hätte der Internetkonzern demnach 2,4 Milliarden Dollar an Steuern gespart.

Google ist nicht der einzige Konzern, der sich für umstrittene Steuerpraktiken rechtfertigen muss. Auch Amazon, Nike oder Ikea wird ein ähnliches Vorgehen vorgeworfen. Das Soziale Netzwerk Facebook hatte kürzlich reagiert und angekündigt, Steuern nicht mehr ausschließlich in Irland zu zahlen. An der praktischen Umsetzung bestehen aber Zweifel.

Facebook will in mehr Ländern Steuern auf Werbeumsätze zahlen

Die Ankündigung des Online-Riesen klingt einsichtig, doch die Haupterlöse sollen weiterhin über Irland fließen. Und da zahlt der Konzern bekanntlich kaum Abgaben. mehr...