Steuerfahnder bei Modeunternehmer Eickhoff "Da war ich zu doof"

Durchsuchung in der Villa: Ermittler gehen bundesweit gegen mutmaßliche Steuerhinterzieher vor, die Vermögen in die Schweiz geschafft haben sollen. Auch Modemillionär Albert Eickhoff hat Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen. Der Düsseldorfer "König der Kö" gibt sich selbstkritisch.

Es wird ernst für reiche Steuerhinterzieher und es erwischt auch prominente Unternehmer: Bei Ermittlungen gegen wohlhabende Deutsche, die ihr Geld in die Schweiz geschafft haben, ist der Düsseldorfer Modehändler und Millionär Albert Eickhoff ins Visier der Fahnder geraten. Im Zuge bundesweiter Durchsuchungen mehrerer Firmen und Privaträume klingelte die Staatsanwaltschaft Bochum am Montag auch an der Privatvilla Eickhoffs in Meerbusch, wie die Bild-Zeitung berichtet. Die Fahnder waren auf eine verdächtige Stiftung in der Schweiz gestoßen.

Der Zeitung zufolge hat Eickhoff rund eine Million Euro in der Schweiz geparkt. Das Unternehmen des 76-Jährigen gehört zu den bekanntesten Mode-Dynastien der Republik. Weil Eickhoffs Firmenzentrale am Düsseldorfer Boulevard Königsallee liegt, wurde er schon als "König der Kö" bezeichnet.

Steuerfahnder haben am Montag in ganz Deutschland Firmen und Privathäuser von Kunden der Schweizer Großbank UBS wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung durchsucht. Das Finanzministerium in Nordrhein-Westfalen hatte vor Monaten eine CD mit den Daten von Steuerflüchtlingen gekauft, die Daten von UBS-Kunden enthält. Da es sich dabei um gestohlene Daten handelt, sind diese Käufe sehr umstritten.

Der Modemillionär bestätigte die Razzia der Nachrichtenagentur dpa. Über seine Stiftung in der Schweiz sagte er Bild: "Damals gehörte es zum guten Ton, Geld ins Ausland zu schaffen. Man konnte ja nicht wissen, ob das Geld in Zukunft in Deutschland sicher ist." Er habe die Stiftung vor 35 Jahren angelegt, vor 30 Jahren zuletzt eingezahlt und das Geld dafür bar über die Grenze geschafft. Im Mai 2012 habe er die Bank in der Schweiz gebeten, "das Konto zu legalisieren". Die unterschlagenen Zinserträge aus den letzten Jahrzehnten habe er in seiner Steuererklärung gegenüber dem Finanzamt zum Jahresende deklarieren wollen. Eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung hat der Unternehmer nicht erstattet. Eickhoff: "Da war ich zu doof", zitiert ihn Bild.

Linkspartei-Chef Bernd Riexinger hat sich in der Debatte um Steuerhinterzieher zu Wort gemeldet. Er fordert einen Internetpranger: "Ich bin dafür, dass die Namen der dicken Fische zur Abschreckung veröffentlicht werden. Wer mehr als eine Million Euro verschiebt, landet im Internet auf den Seiten des Finanzministeriums", sagte er der Passauer Neuen Presse. Es gebe es kein "Asylrecht für das große Geld".