Die SPD hat sich entschieden: Sie will im Bundesrat das umstrittene Steuerabkommen mit der Schweiz stoppen. Sogar das zunächst zögerliche grün-rot regierte Baden-Württemberg will dabei mitmachen. Die Bundesregierung steht somit vor einem Problem.
Das jüngste Steuerabkommen der Bundesregierung mit der Schweiz steht vor dem Aus. Die Ministerpräsidenten der SPD-geführten Bundesländer vereinbarten nach Informationen der Süddeutschen Zeitung gemeinsam mit der Führung der Bundespartei bei einem Treffen am späten Donnerstagabend in Berlin, die Vereinbarung im Bundesrat zu Fall zu bringen.
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Sigmar Gabriel: "Wer reich genug ist, kann sich von der Strafverfolgung freikaufen." (© dpa)
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Auch das zunächst zögerliche grün-rot regierte Baden-Württemberg wolle das Abkommen inzwischen nicht mehr mittragen, hieß es in SPD-Kreisen. Nun müsse Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) entscheiden, ob er die erst Mitte der Woche unterzeichnete Übereinkunft in der Länderkammer überhaupt noch zur Abstimmung stelle, hieß es weiter.
Die schwarz-gelbe Koalition kann nach einigen verlorenen Landtagswahl im Bundesrat aus eigener Kraft keine zustimmungspflichtigen Regelungen mehr durchsetzen. Sie verfügt nur noch über 25 Stimmen. Für die notwendige Mehrheit von 35 Stimmen ist sie auf Zustimmung zumindest einiger SPD-regierter Länder angewiesen.
Zahlreiche namhafte Sozialdemokraten aus Bund und Ländern üben seit Tagen schärfste Kritik an der Übereinkunft, mit der die Bundesregierung und die Schweiz nach jahrelangem Streit das leidige Thema von Schwarzgeld-Konten deutscher Bürger bei Schweizer Banken aus der Welt schaffen möchten. Das Abkommen sieht vor, dass deutsche Steuerpflichtige ab 2013 für ihre Schweizer Bankguthaben eine Abgeltungsteuer von 26,4 Prozent zahlen.
Für den deutschen Fiskus bleiben die Bankkunden dabei allerdings anonym. Rückwirkend bis zum Jahr 2000 sollen die Guthaben der Deutschen in der Schweiz mit maximal 34 Prozent besteuert werden. Sobald das Abkommen in Kraft getreten ist, wollen Schweizer Banken eine Pauschale von zwei Milliarden Franken (1,64 Milliarden Euro) an Deutschland überweisen.
Der SPD reicht diese Regelung nicht aus. Sie möchte diese Steuerhinterzieher stärker zur Kasse bitten und argumentiert, mit dem Abkommen gebe es ein Zwei-Klassen-Recht - eines für ehrliche Zahler in Deutschland und eines für unehrliche Anleger in der Schweiz. Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel nannte das Abkommen "unanständig" und rügte in der Bild am Sonntag: "Wer reich genug ist, kann sich von der Strafverfolgung freikaufen."
Die sozialdemokratisch regierten Länder sind nach Angaben aus den SPD-Kreisen auch bereit, auf Einnahmen aus künftigen Zahlungen der Bankkunden oder der Schweiz zu verzichten. Das sei verkraftbar, zumal sie bei einem Scheitern der Übereinkunft mit der Schweiz weiterhin Datenlisten mit Namen potentieller Steuerhinterzieher ankaufen und verwenden dürften, hieß es weiter. Für große, westliche Flächenländer mit vielen wohlhabenden Einwohnern - darunter etwa Nordrhein-Westfalen - seien solche Sünder-CDs weitaus profitabler, verlautete aus den Kreisen weiter.
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(SZ vom 24.09.2011/hgn/gba)
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Wenn Sie sich als"ehrlicher Steuerzahler" benachteiligt fühlen, dürften Sie eigentlich kein Problem damit haben, sich mit volständigem Namen und Adresse zu outen bzw. einen "Verein der Steuehrlichen" zu gründen, dessen Mitglieder es Ihnen gleichtun. Oder fürchten Sie vielleicht die Neugier Ihres örtlichen Finanzamtes?
Das den USA jedes Mittel recht ist, ihre eigenen Steueroasen in denen die New Yorker Hochfinanz ihren steuerfreien Hauptsitz hat, zu schützen, müsste eigentlich mittlerweile der Dümmste bemerkt haben. Sie geben ein verdammt schwaches Bild ab, wenn Sie ausgerechnet jemanden, der mit Recht und Gesetz nicht viel am Hut hat, zum Vorbild erheben. Selbst in der SZ war zu lesen, das man im Zweifelsfall nicht einmal vor Mord und Totschlag zurückschreckt.
Werden an Ihrer örtlichen VHS keine Anfängerkurse für Demokratie und Rechtsstaat abgeboten?
hat nicht die Bundesregierung, sondern die deutschen Arbeitnehmer, die jeden Monat bei der Lohnabrechnung geschröpft werden und ohnmächtig zusehen müssen, wie durch dieses kreuzdämliche rot-grüne Verhalten zahlreiche Steuersünden einfach verjähren. Langsam habe ich den Eindruck, daß hinter dieser Verweigerungshaltung scheinheilige Moralapostel der Marke Elliot Spitzer stecken.
Einfach zwecklos..."
So argumentiert auch der Drogendealer: "Wenn ich es hier nicht mache, dann tut es ein anderer dort."
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass unsere Bundesregierung dabei ist, sich selbst zurückzutreten.
Paging