Statistisches Bundesamt Frauen erhalten 22 Prozent weniger Lohn als Männer

  • Frauen verdienen deutlich weniger als Männer. Im Jahr 2014 waren es durchschnittlich 22 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
  • Im Westen bekommen Frauen 23 Prozent weniger, im Osten hat die Ungleichheit seit 2009 sogar zugenommen, auf nun neun Prozent.
  • Die Lücke rührt von der unterschiedlichen Branchen- und Berufswahl der Geschlechter. Bei ähnlicher Qualifikation und ähnlichem Job sinkt der Verdienstunterschied pro Stunde auf sieben Prozent.

Frauen verdienen etwa ein Fünftel weniger

Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist auch 2014 nicht kleiner geworden. Frauen erhalten für ihre Arbeit durchschnittlich 22 Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen, teilte das Statistische Bundesamt mit (PDF). Ihr durchschnittlicher Bruttolohn pro Stunde lag bei 15,83 Euro, während Männer 20,20 Euro erhielten. Die Differenz blieb damit im fünften Jahr in Folge unverändert.

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Im Westen ist die Lohnlücke besonders groß: Hier bekommen Frauen 23 Prozent weniger, im Osten sind es neun Prozent. Bei den genannten Daten handelt es sich um Differenzen im unbereinigten "Gender Pay Gap", also den Unterschieden in den allgemeinen durchschnittlichen Stundenverdiensten.

Woher die Lohnunterschiede kommen

Die erheblichen Lohnunterschiede führen die Statistiker auf die unterschiedliche Branchen- und Berufswahl zurück sowie auf die Tatsache, dass Frauen seltener Führungspositionen bekleiden. Frauen arbeiten zudem häufiger Teilzeit und sind weniger lang in ihren Berufen beschäftigt - vor allem wegen Auszeiten nach der Geburt von Kindern.

Vergleiche man Männer und Frauen mit ähnlicher Qualifikation und ähnlichem Job, sinke der Verdienstunterschied pro Stunde auf sieben Prozent, erklärten die Statistiker - diese Lücke wird auch als bereinigte Gender Pay Gap bezeichnet.

Unterschiedliche Entwicklung in Ost und West

Während die Lohnkluft in Westdeutschland in den vergangenen Jahren um einen Prozentpunkt kleiner geworden ist, nahm sie im Osten seit 2009 um drei Punkte zu. Das wird auf die Entwicklung in der männerdominierten Industrie zurückgeführt, wo die Löhne von 2009 bis 2013 um fast zwölf Prozent zulegten. Im Gesundheits- und Sozialwesen, wo vor allem Frauen beschäftigt sind, fiel das Plus mit 6,7 Prozent deutlich geringer aus.

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