Start-up Peter Thiel investiert in deutsches Fintech

Der gebürtige Frankfurter Peter Thiel steckt eine Million Euro in das Hamburger Fintech Deposit Solutions.

(Foto: John Green/dpa)

Peter Thiel, der durch Beteiligungen an Facebook und Paypal reich wurde, hat in ein deutsches Finanz-Start-up investiert. Eine Million Euro steckt er in das Hamburger Fintech Deposit Solutions.

Von Andrea Rexer

Wenn er seine Hände im Spiel hat, horcht die Start-up-Szene auf: Peter Thiel, der durch Beteiligungen an Facebook und Paypal reich wurde, hat in ein deutsches Finanz-Start-up investiert. Eine Million Euro steckt er in das Hamburger Fintech Deposit Solutions. Bekannt ist das Unternehmen durch seine Plattform zinspilot.de, über die Kunden ohne großen Aufwand Tages- und Festgeldkonten bei verschiedenen Banken eröffnen können.

Thiel interessiert sich vor allem für die Technologie dahinter, die eine kostengünstige Kontenverwaltung ermöglicht. Deposit-Solutions-Gründer Tim Sievers glaubt, dass diese Technologie in einigen Jahren zum branchenweiten Standard wird. Sie ermögliche es Hausbanken, ihren Kunden ohne großen Aufwand ein breiteres Angebot an Tages- und Festgeldkonten anbieten zu können.

Schon seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass Start-ups Aufwind bekommen, die versuchen, einen europäischen Markt bei den Tages- und Festgeldkonten zu etablieren. Auch Weltsparen und Savedo haben ähnliche Geschäftsmodelle. Seit Juni 2014 haben diese drei Fintechs gemeinsam mehr als 40 Millionen Euro an Wagniskapital einsammeln können, wie aus der Barkow Consulting FinTech Money Map hervor geht.

Das Interesse ist verständlich, denn schließlich versprechen die Fintechs den Sparern mehr Geld für's Geld - sprich höhere Zinsen. Möglich ist das vor allem, weil sie mit Banken im Ausland kooperieren, die höhere Zinsen für die Einlagen zahlen. Kunden müssen jedoch wissen, dass im europäischen Ausland unterschiedliche Regeln für die Einlagensicherung gelten. Ohne die Plattformen wäre ein solches Zinshopping zwischen europäischen Bankangeboten so gut wie unmöglich, weil der Aufwand, einzelne Konten zu eröffnen und zu schließen, für Kunden viel zu groß wäre.